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Kranzelreiten: Der Wettlauf um den Kuss der steinernen Jungfrau

05.06.2017
LH Kaiser und LR Benger bei Weitensfelder Traditionsfest - Kranzelreiten verbindet die Menschen seit 450 Jahren
Klagenfurt (LPD). Eines der ältesten Brauchtumsfeste Kärntens, das Kranzelreiten in Weitensfeld, ging heute, Pfingstmontag, über die Bühne. Beim Wettrennen um den traditionellen Kuss der steinernen Jungfrau feuerten auch Landeshauptmann Peter Kaiser und LR Christian Benger die Läufer an. Als Sieger ging schließlich Philip Stromberger hervor.

"Das Kranzelreiten zählt nicht nur zu den ältesten, sondern wohl auch zu den interessantesten Bräuchen des Gurktals", zeigte sich der Landeshauptmann begeistert. Das Brauchtumsfest verbinde die Menschen seit nunmehr 450 Jahren, wusste Kaiser und wünschte Läufern, Reitern und den Veranstaltern viel Erfolg. An die Tradition des Gstanzelsingens der Reiter die am Vortag von Haus zu Haus ziehen angelehnt, zeigte sich auch der Landeshauptmann kreativ: "Bitte an die Gstanzlsänger, ein Gstanzerl für den Benger. Eins mit Humtara und Trara für unsere Barbara. Ja, nicht keck und nicht viel leiser, ein Gstanzerl für den Peter Kaiser."

Benger verwies auf die Tatsache, dass das Kranzelreiten mit der Aufnahme ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO nicht nur an internationaler Bekanntheit dazugewonnen hätte, sondern auch für die nächsten Generationen geschützt sei.

Der Sage nach hat vor vielen Jahren die Pest in Weitensfeld gewütet, die nur drei Bürgersöhne und ein Edelfräulein überlebt haben. Es wurde ein Wettlauf veranstaltet, bei dem der Sieger der drei Bürgersöhne um die Hand des Edelfräuleins anhalten durfte. Daraus resultierte jenes Volksfest, das heutzutage bereits am Pfingstsonntag beginnt. Die Reiter ziehen in die benachbarten Dörfer und laden Gäste ein. In Weitensfeld selbst ziehen sie von Haus zu Haus und lassen in "Gstanzln" die Ereignisse des letzten Jahres humorvoll passieren. Das Wettlaufen um die Braut findet jährlich am Pfingstmontag statt. Dargestellt wird die Braut von einer Steinstatue, der steinernen Jungfrau. Der Sieger wird auf ein Pferd gesetzt und von den beiden Verlierern geführt. Ausgestattet mit Siegerkranz, einem Seidentüchel und einem Paar Strümpfe wird ihm die Ehre zuteil, die steinerne Jungfrau zu küssen.

Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
05. Juni 2017
Nr. 577, 2.190 Zeichen
Fotohinweis: LPD/ fritzpress