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50 Jahre Fachberufsschule St. Veit/Glan

09.06.2017
Bildungsreferent LH Kaiser: Kärnten braucht Berufsschulen wie St. Veit - Neues Berufsschulstandortekonzept bringt Zukunftsperspektiven


Klagenfurt (LPD). Die Fachberufsschule St. Veit/Glan lud heute, Freitag, aus Anlass ihres 50-Jahr-Jubiläums zu einem Festakt in das Schulgebäude. Schuldirektor Karl Maicher konnte seitens des Regierungskollegiums Bildungsreferent LH Peter Kaiser bei der Feier herzlich willkommen heißen.

Der Landeshauptmann ging in seinen Ausführungen auf das erarbeitete, zukunftsorientierte Standortekonzept 2020-2025 für Fachberufsschulen in Kärnten ein. Aufgrund der demographischen Entwicklung mit sinkenden Schülerzahlen und gleichzeitig steigenden Kosten für Infrastruktur in Folge des technologischen Fortschritts seien Veränderungen im Bereich der Berufsschulen erforderlich. "Alle Berufsschulstandorte bleiben erhalten, jeder Standort hat mit seinen Fächern eine Zukunftsperspektive, aber nicht jeder Standort wird künftig alles anbieten", stellte er unmissverständlich fest.

Direktor Karl Maicher dankte er für die Realisierung des neuen Konzeptes. "Er ist nicht nur Schatzmeister und Cheftrainer, sondern auch Mister 95 Prozent bei dessen Umsetzung gewesen", so Kaiser. In St. Veit werden künftig neun Ausbildungsschwerpunkte (Verwaltungs- und Büroberufe, Labortechnik, PKA, Drogisten, Elektrotechnik-Kelag Schule, EDV-Technik, Informatik, Mediendesign, Fitnessbetreuer) angeboten. Nur fünf Prozent der Schüler, die Metalltechniker, verlassen den Standort.

Zum Imageproblem der Lehre stellte Kaiser fest, dass es in Österreich in den Köpfen verankert sei. "Unser duales Ausbildungssystem ist überall in der Welt anerkannt, nur nicht in Österreich. Daher ist es umso wichtiger, dass es im Bildungssystem eine Durchlässigkeit gibt. Die geistige, kreative, soziale und manuelle Intelligenz muss in allen Schulen bei der Aus- und Fortbildung Vorrang haben." Als Geschenk überreichte er an Maicher einen Brettljausen- Korb.

Der amtsführende Präsident de s Landesschulrates, Rudolf Altersberger, nahm Bezug auf das Zitat "Bildung braucht Freiheit, Freiheit braucht Bildung". "Die Bildung ist im Schatzhaus Kärnten gesichert und die Bildungsressourcen liegen in den Köpfen", stellte er fest.

Landesschulinspektor Herbert Torta erinnerte daran, dass in den letzten 50 Jahren in der St. Veiter Fachberufsschule 20.000 Schüler eine fundamentale Bildung und Ausbildung erhalten hätten. Dem derzeit fehlenden Stellenwert der Berufsschulen werden man mit guter Arbeit, innovativen Modellen und Konzepten und neuen kompetenz- und handlungsorientierten Lehrplänen entgegenwirken. Von den über 200 neuen Lehrplänen seien 160 bereits verordnet.

St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock stellte fest, dass sich im Bildungs- und Ausbildungsbereich der Schule vieles zum Positiven verändert habe. Er erwähnte dabei den Fremdsprachenunterricht und die Lehre mit Matura. Mock brach auch eine Lanze für die Facharbeiterausbildung. "Wir brauchen Facharbeiter auch künftig auf den Baustellen der Stadt", so das Stadtoberhaupt.

Der Hausherr, Direktor Karl Maicher, gab einen Rückblick über die letzten 50 Jahre der Schule und hob die markantesten Bildungsveränderungen hervor. "Es ist vieles gelungen und das Lehrerteam hat sich immer den neuen Herausforderungen mit viel Engagement gestellt."

Seitens der Arbeiterkammer bzw. Wirtschaftskammer gratulierten AK-Bezirksstellenleiter Philipp Parteder und WK-Bezirksstellenobmann Bernhard Plasounig. Parteder betonte, dass die Lehrlingsausbildung für die Facharbeiterqualifizierung wichtig sei. Für Plasounig sind gut ausgebildete Lehrlinge und Handwerker die besten Botschafter für die Wirtschaft.

Über ihre Berufsschulzeit berichten Alfred Riedl (Jacques-Lemans-Uhren) und Erich Dörflinger (Flextronics Althofen).



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/fritz-press