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Krankenstandsdebatte: Gesundheit fördern, statt Krankheit bestrafen

14.06.2017
Gesundheitsreferentin LHStv.in Prettner kontert WK-Forderung nach unbezahlten Krankenstandstagen - Sinnvolle Maßnahme ist Projekt "Betriebliche Gesundheitsförderung", es setzt bei der Ursache an


Klagenfurt (LPD). "Menschlich zynisch, gesundheitspolitisch kontraproduktiv, wirtschaftlich kurzsichtig". So bezeichnete, heute, Mittwoch, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner den Vorstoß von Kärntens WK-Präsidenten Jürgen Mandl, wonach die ersten zwei Krankenstandstage der kranke Dienstnehmer selbst bezahlen sollte. "Die Folge wären Mitarbeiter, die sich in die Arbeit schleppen, obgleich sie zum Arzt und ins Bett gehören", so Prettner.

Mandls Vorschlag würde vielleicht den einen oder anderen Krankenstandstag verringern, aber nicht die Krankheiten selbst. Daher will die Gesundheitsreferentin woanders ansetzen - und zwar bei der Wurzel: "Es gilt, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten." Das Land Kärnten ist bereits heute Vorreiter mit dem Projekt "Betriebliche Gesundheitsförderung". Dieses Projekt kommt allen Beteiligten zugute.

Beispiele zeigen, dass in Betrieben, die bei diesem Projekt mitmachen, die Krankenstandstage zurückgehen. Das heißt, der Unternehmer profitiert von seinen gesunden Mitarbeitern. Daher sollte es im ureigenen Interesse der Betriebe liegen, Rahmenbedingungen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, die die Mitarbeiter fördern, und nicht bis zur Krankheit oder dem Burnout überfordern.

"Auch und vor allem dem WK-Präsidenten müsste bewusst sein, dass es sinnvoller und wirksamer ist, bei der Ursache anzusetzen, also bei der Gesundheitserhaltung. Die Auswirkung zu bestrafen, indem man die erkrankten Mitarbeiter zur Kasse bittet, ist hingegen ein doppeltes Foul", so Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger