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Sanierung von Marterln wird gefördert

19.06.2017
LR Benger: Brauchtum, Tradition, kulturelles Erbe erhalten – Erstmals im Volkskultur Budget 50.000 Euro für Marterlförderung reserviert


Klagenfurt (LPD). Im Jahr der Volkskultur geht es um die konzentrierte Förderung, die Brauchtum, Traditionen und kulturelles Erbe in allen Facetten erhalten. „Die Weitergabe und die Vielfalt von Brauchtum und Traditionen sollen damit gesichert sein, Brauchtum muss erlebbar sein“, teilte, heute, Montag, Brauchtumslandesrat Christian Benger mit.


Deshalb wurde nun auf seine Initiative hin erstmals die sogenannte „Marterlförderung“ ins Leben gerufen. 50.000 Euro liegen vorerst im Topf parat. „Mit dieser Förderung wollen wir volkskulturelles Gut im öffentlichen Raum erhalten. Gemeint sind Wegkreuze, Marterln aber auch Mühlen“, so Benger. Diese dürfen aber nicht unter Denkmalschutz stehen.


Die Förderung für eine Sanierung beträgt 25 Prozent, maximal jedoch 3.500 Euro. „Marterln sind ein sichtbares Zeichen unserer regionalen Identität und gehören zur unverwechselbaren Kultur Kärntens. Ich sehe diese Förderung als Heimatpflege“, erklärte Benger.


Marterln sind gemalte Flurzeichen, die der Erinnerung an einen Toten, der durch Unglücksfall oder Gewalt sein Leben einbüßte, dienen. Das Marterl hilft der Seele der Verunglückten aus dem Fegefeuer zu erlösen, indem es die Vorübergehenden zu einem Gebet für den dahingeschiedenen auffordert. Marterl sind im gesamten Alpengebiet verbreitet.


Erst kürzlich wurde ein saniertes Marterl wieder seiner Bestimmung übergeben. In Pribelsdorf hat die Dorfgemeinschaft die sichtbare Erinnerung an das versunkende Dorf Pirk restauriert und erneuert. Gesamtkosten: 2.500 Euro, die zur Gänze aus der Marterlförderung abgedeckt wurden.

Die Ortschaft Pirk wurde im Zuge des Baus des Edlinger Kraftwerkes und der Errichtung des Völkermarkter Stausees geflutet. Die 70 Einwohner wurden abgelöst und mussten sich anderen Orts niederlassen. Am Pfingstmontag 1961 fand die letzte Messe in der Kirche von Pirk statt, zu der bis zu 2.000 Menschen kamen. Heute erinnert das renovierte Marterl an Pirk.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Zeitlinger

Fotohinweis: Büro LR Benger