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JUNO Klagenfurt am neuen Standort eröffnet

21.06.2017
LH Kaiser dankte dem Team der Jugendnotschlafstelle und allen Unterstützern - "Ihr gebt den Jugendlichen für einen Zeitraum Heimat"


Klagenfurt (LPD). Die Jugendnotschlafstelle (JUNO) Klagenfurt ist nicht mehr in der Gabelsbergerstraße, sondern in der Karawankenzeile 33a zu finden. Heute, Mittwoch, wurde der neue Standort von Landeshauptmann Peter Kaiser offiziell eröffnet. Zielgruppe der JUNO sind obdachlose Jugendliche zwischen zwölf und 21 Jahren. Die JUNO bietet aber mehr als einen kurzfristigen Schlafplatz, Ziel des Sozialarbeiterteams ist es, den Jugendlichen Zukunftsperspektiven zu geben. Das Besondere am neuen Haus: Es wurde mit Spenden von engagierten Bürgern, Organisationen und Unternehmen finanziert.

Der Landeshauptmann dankte dem Team der JUNO und allen Unterstützern. "Es ist gut zu wissen, dass wir einen Zeitgeist haben, der Menschen dazu bewegt, jenen unter die Arme zu greifen, die dieses Unter-die-Arme-Greifen notwendig haben", betonte Kaiser. Oft höre man den Begriff "Heimat" und vielen sei gar nicht bewusst, was es bedeute, keine Heimat, kein Heim, keinen Wohnungsschlüssel, keine Eltern zu haben. "Ihr hier in der JUNO gebt den Jugendlichen für einen Zeitraum Heimat."

Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz dankte ebenfalls. "Die JUNO gibt Schutz, Halt und Perspektive", betonte sie. Die Klagenfurter Gesellschaft habe in großer Breite an diesem Projekt mitgewirkt und auch die Stadtregierung stehe geschlossen dahinter. Dem JUNO-Team überreichte die Bürgermeisterin Lebensmittelgutscheine. Neben ihr war der gesamte Stadtsenat bei der Eröffnung anwesend.

Hinter der JUNO steht der Verein JUST (Jugendsozialarbeit Today). In dessen Namen begrüßte der frühere Soziallandesrat Wolfgang Schantl die vielen Anwesenden. Er erklärte, dass die Jugendnotschlafstelle 2006 aus einem Projekt der Fachhochschule Kärnten hervorgegangen ist. In der Einrichtung gehe es darum, die Jugendlichen aufzufangen, sie am Weg zurück in Beruf, Schule und auch Familie zu unterstützen.

Tatjana Greller vom JUNO-Team berichtete über die Arbeit mit den Jugendlichen, die oft "schwere Rucksäcke" mit sich tragen würden: "Wir wollen sie dabei unterstützen, dass diese Rucksäcke leichter werden, und ihre Schultern stärken." Die Jugendlichen, die in die JUNO kommen, seien psychischer und körperlicher Gewalt sowie sexuellem Missbrauch ausgesetzt gewesen, hätten Drogenprobleme oder würden in schweren Krisen stecken. Betreuer Wolfgang Schmölzer sprach über die Arbeits- und Beschäftigungsangebote für die Jugendlichen, unter deren Mithilfe gerade eine Werkstatt am neuen Gelände entstehe. Unter anderem hätten sie auch bei der Errichtung des Zauns und der Terrasse mitgearbeitet. "Es ist schön zu sehen, wie es den Jugendlichen Spaß macht und sie froh sind, etwas geleistet zu haben", so Schmölzer.

Einen besonderen Dankesapplaus gab es für JUST-Obmann und JUNO-Motor Walter Grawein. Er kam zur Eröffnung mit dem Rettungswagen aus der Reha in Hermagor. Günther Pöschl hat für den Verein die Finanzierung des neuen Standortes gemanagt. Er dankte allen JUNO-Kooperationspartnern, der Kärnten Privatstiftung, den LIONS Klagenfurt, den Klagenfurter Stadtrichtern, der Kelag, dem wissenschaftlichen Beirat der JUNO, der ORF-Aktion "Licht ins Dunkel", Unternehmen wie der Weinagentur Jordan und Fundermax sowie dem Künstler Edgar Sorgo, der die Fassade gestaltet hat.
Finanziell unterstützt wird der Betrieb der JUNO auch von Land Kärnten und Stadt Klagenfurt. Derzeit verfügt die Einrichtung über zehn Betreuungsplätze plus zwei Notfallplätze. Zwei Plätze sind barrierefrei ausgeführt. Die Aufenthaltsdauer beträgt maximal drei Monate.

Infos unter www.junoklagenfurt.at

Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Eggenberger