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Der Wald ist nach St. Veit gekommen

21.06.2017
Walderlebnistag 21. Juni in St. Veit – LR Benger: Wald hat viele Funktionen, wie Unternehmen, Betriebsgelände, Energielieferant, Wasserspeicher, Klimaregulator, Lebens- und Erholungsraum und Eigentum


Klagenfurt (LPD). Die Woche von 19. bis 25. Juni steht ganz im Zeichen des Waldes. Die alljährliche Woche des Waldes will auf die vielen Funktionen des Waldes aufmerksam machen und darauf, dass die ganze Gesellschaft von der Waldbewirtschaftung profitiert.


Heute, Mittwoch, ist der Wald in die Stadt gekommen. Fixpunkt in der Woche des Waldes ist jedes Jahr der Walderlebnistag. Heuer hat er in St. Veit am Wiesenmarktgelände stattgefunden.


So ist der Bezirk St. Veit zu 70 % bewaldet, der Landesdurchschnitt liegt bei 61 %. 40 Aussteller präsentieren den Wald und seine Bedeutung. Alleine über 600 Schulkinder haben alles über Nutzungsmöglichkeiten, Erholungsraum Wald und Lebensraum Wald erfahren aber über ständige Nutzungskonflikte durch das Freizeitverhalten der Menschen.


„Im Sinne der Arbeitsplätze, der Einkommen, der Kaufkraft, der Investitionen und der Betriebe müssen wir den Wald als Grundlage für Wohlstand sehen! Ich sehe es als meine Verpflichtung als Forstlandesrat darauf hinzuweisen, dass Wald einen Eigentümer hat, dass Wald nicht nur Lebens- und Erholungsraum ist, sondern dass Wald auch Arbeits- und Wirtschaftsraum ist. Der Wald ist Unternehmen“, betont Benger im Rahmen des Walderlebnistages.


Der Wald ist als Unternehmen zu sehen und als Betriebsgelände. „Vom Gesetz her ist die Waldbewirtschaftung vorgeschrieben. Das bedeutet schweres Gerät, LKW, umfallende Bäume – für jeden Freizeitsportler und Erholungssuchenden mag es selbstverständlich sein, die Wälder zu nutzen. Aber das ist es auch für den Eigentümer. Und jeder, der in den Wald geht muss wissen, dass er sich auf einem Betriebsgelände befindet“, so Benger.


Der Wald ist Kulturlandschaft, hat sich über die Jahrhunderte lange Bewirtschaftung entwickelt und ist als Rückgrat der ländlichen Infrastruktur zu sehen. Das Einkommen von rund 30.000 Menschen in Kärnten ist durch die Waldbewirtschaftung gesichert. Kärntens Sägeindustrie ist global tätigt, hat einen hohen Fertigungsgrad und befindet sich immer in der Nähe des Rohstoffes. Forst-Know-how aus Kärnten findet sich in Süd-Korea wie in Japan.


„Mit der Woche des Waldes versuchen wir Verständnis für den Waldeigentümer und die Waldbewirtschaftung zu erlangen. Waldpflege und Ernte ist für den Wald selbst wichtig, für die Erhaltung der Familienbetriebe wichtig, für das Klima entscheidend und für die Sicherung unserer Siedlungsräume“, stellt LK-Präsident Mößler klar. Immer wieder werde die Bewirtschaftung der Wälder unter dem Titel Naturschutz gefährdet. „Es gibt aber nichts Nachhaltigeres als die Waldbewirtschaftung. Jede Maßnahme ist auf Generationen hin ausgelegt“, beschreibt Mößler. Geschützte Wälder wachsen zu, verarmen an Flora und Fauna, sind nicht mehr zugänglich, stehen Erholungssuchenden nicht mehr zur Verfügung und verlieren ihre Funktionen wie Schutz.


Benger: „Ohne Bewirtschaftung der Wälder gehen Unternehmen, Familienbetriebe, Arbeitsplätze, Einkommen und Investitionen verloren. Unter Schutz stellen bedeutet keine Bewirtschaftung, bedeutet totale Verwilderung, Zuwachsen und bedeutet Instabilität und Verlust der für die Gesellschaft wichtigen Funktionen“, so Benger.


ZAHLEN - DATEN - FAKTEN


In Kärnten sind ca. 590.000 ha oder 62% der Landesfläche bewaldet Auf jeden Kärntner kommt statistisch gesehen mehr als 1 ha Wald.


Die Fläche steigt pro Jahr um ca. 500 ha, neuer Wald entsteht Geerntet werden ca. 2,5 Erntefestmeter Holz, das sind 2 % des Holzvorrates!


70 % des Waldes ist bäuerlicher Kleinwald


23.000 Waldbesitzer bewirtschaften im Schnitt 18 Hektar Die Sägeindustrie schneidet 3,3 Mio. Erntefestmeter im Jahr


5 Sägewerke schneiden 75 % der Gesamtmenge Die Kärntner Papierindustrie braucht 1 Mio. Festmeter pro Jahr.


Das Plattenwerk FunderMax benötigt 250.000 Erntefestmeter im Jahr.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch

Foto: Büro LR Benger