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Vorrang für‘s Radfahren: Masterplan für Klagenfurt wird erarbeitet

22.06.2017
LR Holub und LR Köfer: Die Landeshauptstadt ist wichtiger Teil des Mobilitätsmasterplans - Radfahr-Masterplan soll im September präsentiert werden


Klagenfurt (LPD). Mit dem Mobilitätsmasterplan soll der Radverkehrsanteil in Kärnten verdoppelt werden. Die Städte sind dabei wichtige Partner, denn in der Stadt ist es einfacher, Wege zur Arbeit, zum Einkaufen und zu gesellschaftlichen Anlässen mit dem Rad zu absolvieren. Das erklärten heute, Donnerstag, Umwelt- und Verkehrsreferent Rolf Holub, Straßenbaulandesrat Gerhard Köfer, Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, Vizebürgermeister Christian Scheider und Straßenbauabteilungsleiter Volker Bidmon im Rahmen der Vorstellung des „Radfahr-Masterplans“ für Klagenfurt. Die Landeshauptstadt soll vor allem auch für das Alltagsradeln fit gemacht werden. „70 Prozent aller Wege, die wir täglich zurücklegen, betragen weniger als fünf Kilometer“, informierte Holub. Gerade in den Städten sei dies ideal mit dem Fahrrad machbar.


Seitens des Landes werden die Bemühungen für mehr Radverkehr jedenfalls voll und ganz unterstützt. Gemeinsam mit den ÖBB werden zahlreiche Bahnhöfe barrierefrei umgebaut, um auch die Radmitnahme zu erleichtern. Man habe zudem das spezielle Förderprogramm „Fahr Rad im Alltag“ aufgelegt, das Radfahren im Alltag unterstütze, informierte Holub. „Die Anschaffung von Falträdern fürs Pendeln, Lastenräder fürs Einkaufen, Radanhänger für Kindertransport und Diensträder für Arbeitgeber wird von uns unterstützt. Die Antragstellung ist besonders einfach gehalten und kann leicht abgewickelt werden.“ Insgesamt seien 50.000 Euro für die Radförderungen bereitgestellt, die bis Dezember 2017 beantragt werden können.


Mit Veranstaltungen und Workshops an Schulen solle auch auf die vielen Vorteile des Radfahrens aufmerksam gemacht werden. „Wir schützen damit unsere Umwelt und auch unsere eigene Gesundheit“, so der Verkehrsreferent. Damit das Fahrrad auch in Klagenfurt wirklich Vorrang erhält, sei es jetzt wichtig, den Radmasterplan für Klagenfurt gemeinsam zwischen Stadt, Land und Umlandgemeinden sowie vor allem mit der Bevölkerung zu entwickeln. „Es gilt aber auch, den Klagenfurter Masterplan mit einem ausreichenden Budget auszustatten“, appellierte Holub an die Klagenfurter Stadtpolitik.


Kärnten zum Radbundesland Nummer eins zu machen, das ist das Ziel von Straßenbaureferent Köfer, der die besondere Bedeutung der Kärntner Landeshauptstadt bei der Erreichung dieser ambitionierten Zielsetzung hervorgehoben hat. „In Klagenfurt ist es primär wichtig, dass die zweifellos vorhandenen Radwegelücken geschlossen werden. Der Masterplan, der politisch breit unterstützt und von wichtigen Stakeholdern in diesem Bereich aktiv mitgestaltet wird, soll eine Basis zur ständen Verbesserung des Radwegnetz in Klagenfurt und Umgebung schaffen“, erklärte er. Aufgrund der budgetären Rahmenbedingungen sollen die Lückenschlüsse schrittweise und kontinuierlich erfolgen.


Das Gesamtkonzept soll bis Jahresende 2017 vorliegen und dann in die Umsetzungsphase gebracht werden. „Das Thema Rad erlebt derzeit Hochkonjunktur, nicht nur als Sport- und Freizeitgerät, sondern insbesondere auch als Fahrzeug für Pendler und als Transportgerät. Dieser Entwicklung soll der Masterplan in der größten Stadt Kärntens entscheidend Rechnung tragen“, betonte Köfer. Neben den Lückenschließen schweben Köfer auch zahlreiche kleinere Maßnahmen vor: „Ganz wichtig ist, dass Radfahrer Raum auf der Straße bekommen. Hier ist es mein Ziel, dass Markierungen für den Radverkehr geschaffen werden, was wesentlich zur Sicherheit beitragen kann.“


Besonderen Wert legt Köfer darauf, dass in die Erarbeitung und Erstellung des Masterplans und all seiner Maßnahmen auch die Umlandgemeinden der Landeshauptstadt eingebunden werden. „Nur gemeinsam wird es gelingen, diesen wichtigen Plan zustande zubekommen und qualitative Fortschritte zu erzielen“, sagte Köfer und hofft, dass in Zukunft der Radinfrastrukturbereich mit mehr finanziellen Mitteln ausgestattet wird: „Insgesamt stehen derzeit für ganz Kärnten drei Millionen Euro für den Ausbau des gesamten Radwegnetzes zur Verfügung. Rund 30 Millionen wären aber in Wirklichkeit notwendig, um unser Ziel zu erreichen, nämlich zum Bundesland Nummer eins in diesem Bereich aufzusteigen.“


„Die Vision Radfahren in Klagenfurt mit den angrenzenden Gemeinden und den Schwerpunkten Radfahrfrequenz, Akzeptanz für das Thema Rad, Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen, ist uns ein großes Anliegen. Zudem muss die Umwelt geschont und die Gesundheit gefördert werden. Wir haben alle Stakeholder und NGOs eingebunden, um gemeinsam die genannten Ziele zu erreichen“, erklärt Straßenbauabteilungsleiter Bidmon.




Rückfragehinweis: Büros LR Holub/LR Köfer
Redaktion: Rauber/Penz/Böhm
Fotohinweis: LPD