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Regierungssitzung 3 - Kärnten setzt als erstes Bundesland auf Slow Food

27.06.2017
LR Benger informierte Regierung über Slow Food Bewegung für Kärnten - Standortpolitische Entscheidung muss von Regierung mitgetragen werden


Klagenfurt (LPD). Slow Food, ein Begriff, den viele aus dem Bereich der Lebensmittelproduktion, dem Umgang mit Lebensmitteln und der Esskultur kennen. "Aber Slow Food ist mehr. Das Bekenntnis zu Slow Food ist eine standortpolitische Entscheidung, daher habe ich heute die Regierung über unsere Vorgangsweise informiert. Kärnten soll sich als das erste Bundesland in Österreich, um eine nachhaltige Ernährungs- und Esskultur für alle Kärntner und Gäste kümmern und damit die Landwirtschaft, das Lebensmittelhandwerk, die Gastronomie und Beherbergungsbetriebe sowie die Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen bewusst absichern", erklärte LR Christian Benger heute im Rahmen der Regierungssitzung.

Damit die Slow Food Bewegung für Kärnten als durchgängiger Faden für eine zukunftsorientierte angebotsseitige Gesamtstrategie funktioniert, ist das Bekenntnis der gesamten Regierung nötig. Denn der derzeitige besondere Fokus auf Tourismus, Landwirtschaft und gewerbliche Betriebe muss laut Benger ausgeweitet werden. "Slow Food ist nicht nur Essen, das ist ein nachhaltiger Zugang in allen Bereichen zur Lebensmittelproduktion und ihren positiven Auswirkungen. Bildung, Pflege, Gesundheit - alles spielt da hinein. Auch der Straßenbau. Denn Landwirtschaft und Tourismus sind die Säulen im ländlichen Raum. Damit die Strukturen erhalten bleiben, braucht es funktionierende Straßen", so Benger.

Der Startschuss für ein landesweites Bekenntnis zu Slow Food ist mit Vertretern aus Tourismus, Landwirtschaft, und Wirtschaft bereits gefallen. Die Entwicklungsbereiche betreffen die Lebensmittelproduktion und Lebensmittelverarbeitung, jeden einzelnen Haushalt, Tourismus, Gastronomie, Gewerbe, Bildungseinrichtungen und Wissensvermittlung, das Gesundheitswesen und die Marktplätze für Konsumenten, den Lebensmittelhandel, Märkte oder den Direktvertrieb.

Bei Slow Food geht es um qualitätsvolle, authentische Lebensmittel und die Erhaltung der flächendeckenden Produktion, der Gastronomie, der Beherbergung als regionale Ressourcen, die mit ihren Investitionen den Wirtschaftskreislauf in Schwung halten, die KMU sichern, den ländlichen Raum stärken, die Abwanderung verhindern, Arbeitsplätze sichern und schaffen sowie Einkommen und Steuergeld im Land halten.

"Slow Food steht für eine lebendige Nachhaltigkeit für den Wirtschaftsstandort, die Unterstützung heimischer handwerklicher und bäuerlicher Lebensmittelproduzenten und der KMU, sowie die Erhaltung der biologischen Vielfalt, der traditionellen Erzeugung von Nahrungsmitteln, es geht um eine regionale Küchen- und Esstradition", so Benger.

Damit der Wirtschaftsstandort Kärnten diese Slow Food Bewegung für sich nützen kann, wurden bereits Maßnahmen getroffen. Eine Koordinationsstelle bei der Kärnten Werbung wurde eingerichtet, die Gründung einer eigenen Organisation, in der alle derzeitigen Partner aus Gastronomie, Hotellerie und Landwirtschaft vertreten sind und die Sicherstellung einer spartenübergreifenden Zusammenarbeit. Am Aufbau eines Handlungsleitfadens wird ebenso wie an der Kooperation mit Slow Food International und den Slow Food Convivium Carinthia gearbeitet. Nebenbei konzentriert man sich auf die Lokalisierung und die Wiederentdeckung regionaler Produkte, die Charakterisierung der Herstellung (handwerkliche, traditionelle Fertigung), die Wissensvermittlung (Ausbildungsprogramme), sowie um "Geschmacks- und Genussschulen". Erlebbare Tourismusprodukte im Sinne von Slow Food Travel (neue Reisemotive und Zielgruppen) sowie das entsprechende Marketing und die Kommunikation müssen dringend entwickelt werden.
Für die Anschubfinanzierung werden jeweils 100.000 Euro aus Tourismus und Landwirtschaft zur Verfügung gestellt, berichtete Benger in der Regierungssitzung.

Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Stirn