News

LOKAL

Nahversorger-Förderung geht 2017 weiter

05.07.2017
LR Benger: 200.000 Euro aus Wirtschaftsreferat für Versorgungs-Infrastruktur im ländlichen Raum – Neu: Regionalitäts-Bonus – St. Andrä Nahversorger erhielt Förderung


Klagenfurt (LPD). Schon im Vorjahr wurde mit nur 146.000 Euro aus dem Wirtschaftsreferat des Landes die Nahversorger-Infrastruktur abgesichert und konnten Arbeitsplätze gesichert werden. „Die Nahversorger-Förderung hat einen Mehrfachnutzen: für den Betrieb, die Mitarbeiter und die Bewohner im jeweiligen Umkreis. Nahversorger sind nicht nur Versorger, sondern immer mehr Kommunikationszentren im Ort“, teilte heute, Mittwoch, Wirtschaftsreferent LR Christian Benger mit. 2017 wird die Nahversorger-Förderung fortgesetzt, das Budget wurde auf 200.000 Euro aufgestockt und zusätzlich wurde ein Regionalitäts-Bonus eingeführt. Erstmals können Fleischereien und Bäckereien ansuchen.


„Regional Regionales einkaufen, lautet das Motto. Wenn Nahversorger ein eigenes Regional-Regal einrichten, erhalten sie zusätzlich zur Förderung einen Bonus, wenn auch die Gemeinde dieses Vorhaben unterstützt. Von Landesseite verdoppeln wir den Gemeindebetrag bis max. 1.000 Euro“, erklärte Benger. Das Ziel sei klar: der regionale Wirtschaftskreislauf müsse in Schwung bleiben und der Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln könne man so besser gerecht werden.


Nutzen können die Nahversorger-Förderung 2017 alle Nahversorger bis maximal 10 Mitarbeiter und einem maximalen Nettoumsatz von bis zu 1 Million Euro. Als Beispielerwähnte Benger: „Die 60 Nahversorger, die 2016 unterstützt wurden, haben gemeinsam einen Nettoumsatz von 31 Millionen. Euro aufgewiesen.

Die ersten, die ihre Anträge für die Nahversorger-Förderung eingereicht haben, waren die Fleischerei Koch in Spittal, der Sparmarkt von Monika Oblak in Arriach, der Nahversorger in Steindorf und der Spar in Maria Luggau. Erst kürzlich überbrachte Benger die Förderzusagen persönlich.


Diese Woche überreichte der Wirtschaftsreferent dem Nahversorger in St. Andrä die Förderzusage persönlich. „Graf’s Markt und Cafe e. U.“ von Erich Graf im Zentrum von St. Andrä erfüllt gleich mehrere Zwecke. Es ist nicht nur Geschäft, sondern auch Cafe. Fußläufig gab es im Zentrum St. Andrä keinen Nahversorger mehr. Durch die Zusatzfunktion mit dem Cafe ist die Frequenz in Graf’s Markt gesichert. 250.000 Euro betrug die Investition, um alles unter einen Hut zu bringen und beides abzusichern. „Das Eine ergänzt das Andere und somit ist der Standort in Summe gesichert“, sagte Benger. Acht Mitarbeiter finden vollzeitig bzw. geringfügig Beschäftigung und auch ein Lehrling hat in Graf’s Markt eine Stelle gefunden.

Immer mehr Gemeinden wünschen sich wieder einen Nahversorger, oder sind dabei, einen bestehenden Nahversorger zu unterstützen, weil die Kosten für die kleinen Geschäfte die Einnahmen übersteigen.


Raimund Haberl, Spartenobmann Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Kärnten: „Die Überlebensschwelle für das kleine Geschäft am Land muss durch Förderungen oder kommunale Initiativen nach unten gedrückt werden“. Studien der Wirtschaftskammern anderer Bundesländer belegen: 99 Prozent der Bevölkerung ist die klassische Nahversorgung (wieder) wichtig oder sehr wichtig. Somit ist diese aus dem heutigen Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken.


„Mit dem regelmäßigen Einkauf bei einem Nahversorger entscheidet sich jeder Einzelne bewusst für ein regionales, frisches Angebot und schont dabei auch die Umwelt. Man erhält persönliches Service und erfährt nebenbei die Neuigkeiten aus dem Ort“, erklärte Haberl.


2016 wurden 60 Nahversorger in Kärnten unterstützt, 242 Mitarbeiter abgesichert, weil nicht nur Investitionen sondern auch Personalkosten gefördert wurden. Die jeweiligen Gemeinden haben den Landesbetrag aufgestockt. 143.000 Euro kamen vom Land und 176.000 Euro von den Gemeinden. In Summe haben die Nahversorger 455.000 investiert.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Zeitlinger

Fotohinweis: Büro LR Benger