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Runder Tisch zu Tierschutz: Schulungen, Kontrollen, zusätzliche Tierärzte beschlossen

14.07.2017
LH Kaiser, LR Benger: Sofortmaßnahmen von Seiten der Politik nach Anzeige von Unregelmäßigkeiten in Schweinemastbetrieb - Zuständige Bezirksbehörde ermittelt


Klagenfurt (LPD). Nach bekannt werden von möglichem Unregelmäßigkeiten in einem Unterkärntner Schweinemastbetrieb haben Landeshauptmann Peter Kaiser und Agrarreferent LR Christian Benger heute, Freitagnachmittag, sofort zu einem runden Tisch in das Amt der Landesregierung geladen. Neben Kaiser und Benger waren Landesamtsdirektor Dieter Platzer, die Veterinär- und die Agrarabteilung des Landes, die Personal- und Gesundheitsabteilungen, die Landwirtschaftskammer, Amtstierärzte, der Bezirkshauptmann von Völkermarkt und Mitarbeiter aus den Abteilungen vertreten. Gert Klösch, der Bezirkshauptmann von Völkermarkt, berichtete, dass das Verwaltungsstrafverfahren in der öffentlich gewordenen Causa rund um die mögliche unsachgemäße Tierhaltung laufe. Erst nach Abschluss der amtlichen Ermittlungen könne gesagt werden, ob auch eine strafgerichtliche Relevanz gegeben sei.

"Wir haben Sofortmaßnahmen zu setzen, um das Risiko von Fehlverhalten gering zu halten. Verstärkte Schulungen und Kontrollen müssen sofort durchgeführt werden. Es geht um die Tierhaltung ebenso wie um das Schlachten selbst", sind sich Kaiser und Benger einig. Man habe festgelegt, die derzeitige Anzahl von Amtstierärzten, welche die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen vornehmen, um weitere private Tierärzte aufzustocken. "Diese sollen befristet und mit einem ‚amtlichen Auftrag‘ ausgestattet bis Jahresende die Betriebe besuchen, prüfen und informieren", so die beiden Regierungsmitglieder. Zusätzlich werde es von Seiten der Landwirtschaftskammer ein massives Schulungsprogramm hinsichtlich des Tierschutzes für Betriebsinhaber aber auch Mitarbeiter geben.

Langfristig müsse laut Benger darüber nachgedacht werden, wie man die Zahl der Amtstierärzte für die nötigen Kontrollen in Kärnten anhebt. "Schwarze Schafe schaden dem Image und der gesamten Lebensmittelproduktion in Kärnten. Abgesehen vom Tierleid, das durch Fehlverhalten herbeigeführt wird und nicht toleriert werden kann. Unsere Bauern haben strengste Kriterien, um beste Qualität zu liefern, das gilt für alle und das beginnt bei der Tiergesundheit", betonte Benger.

Geregelt seien die Kontrollen über das Bundestierschutzgesetz und das Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz. Demnach sei vorgesehen, dass zwei Prozent der tierhaltenden Betriebe zu prüfen sind. In Kärnten seien das rund 12.000. Auf rund 550 Betrieben werde geschlachtet. "Was zu begrüßen ist, denn dadurch entfällt schon einmal der Tiertransport. Aber wo geschlachtet wird, hat unnötiges Tierleid nichts zu suchen", so Benger.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LR Benger
Redaktion: Robitsch/Kurath