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Sanierung von Marterln wird gefördert

15.08.2017
LR Benger zur Marterlförderung in der Volkskultur: Brauchtum, Traditionen, kulturelles Erbe sichern - Von Josefine Kreuzer gestalteter Bildstock am Standort in Velden erhalten


Klagenfurt (LPD). Im Jahr der Volkskultur geht es um die konzentrierte Förderung, die Brauchtum, Traditionen und kulturelles Erbe in allen Facetten erhält. "Die Weitergabe und die Vielfalt von Brauchtum und Traditionen soll damit gesichert sein, Brauchtum muss erlebbar sein", fasste Brauchtumslandesrat Christian Benger heute, Dienstag, zusammen. Deshalb wurde auf seine Initiative hin erstmals die sogenannte "Marterlförderung" ins Leben gerufen. 50.000 Euro liegen vorerst im Topf parat. "Mit dieser Förderung wollen wir volkskulturelles Gut im öffentlichen Raum erhalten. Gemeint sind Wegkreuze, Marterln aber auch Mühlen", so Benger. Diese dürfen aber nicht unter Denkmalschutz stehen.

Die Förderung für eine Sanierung beträgt 25 Prozent, maximal jedoch 3.500 Euro.

"Marterln sind ein sichtbares Zeichen unserer regionalen Identität und gehören zur unverwechselbaren Kultur Kärntens. Ich sehe diese Förderung als Heimatpflege", erklärte Benger.

Erst kürzlich wurde ein saniertes Marterl wieder seiner Bestimmung übergeben. In Velden steht seit 1999 ein Bildstock am Grundstück des Barry-Memle Lakeside Resorts, der von Josefine Kreuzer aufwendig gestaltet worden war. Da der Bildstock sehr renovierungsbedürftig war, wurde daran gedacht, ihn von einem Standort überhaupt zu entfernen, um keine Gefahr darzustellen. Leiter des Resorts ist Peter Sterz. "Dank der Marterlförderung konnten wir den Bildstock als wertvolles Kulturgut am Standort nicht nur für nächste Generationen erhalten, sondern ihn auch renovieren", so Sterz. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 15.000 Euro. Aus der Marterlförderung der Volkskulturabteilung fließen 2.500 Euro in das Projekt.

Josefine Kreuzer wurde 1926 in der Gottschee geboren. In Kärnten restaurierte sie für das Denkmalamt gotische Fresken und entdeckte bald ihre Liebe zu Bildstöcken. Über 200 hat sie in Kärnten und Slowenien gestaltet. Kreuzer arbeitete von 1948 bis 1949 auch an der Restaurierung des Wiener Stephansdoms mit. Kreuzer war Mitglied der Kunstvereine Kärnten und Velden. Rund um Velden stehen mehrere von ihr gestaltete Bildstöcke, wie das Weberkreuz am Karawankenplatz, der Emely-Bildstock beim Seehotel Barry-Memle, das Kupperkreuz in Kerschdorf oder das Dr. Kippes Kreuz in Kranzelhofen. Auch die 14 Kapellen am Kalvarienberg in Velden tragen die künstlerische Handschrift von Kreuzer. Die Künstlerin lebte und arbeitete in Keutschach, führte dort ihr Atellier und unterrichtete 20 Jahre lang an Gymnasien in Kärnten.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Stirn
Fotohinweis: Büro LR Benger