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Bestbieterprinzip: Beste Chancen für heimische Baufirmen

07.09.2017
LHStv.in Schaunig: Bestbieterkriterien im geförderten Wohnbau werden optimiert - Mehr Gewicht für Qualifikation der Mitarbeiter, Erleichterung für Betriebe an der Peripherie


Klagenfurt (LPD). Qualifikation der Mitarbeiter, Lehrlingsausbildung, Entfernung zur Baustelle: Bei gefördertem Wohnbau kommt der beste Bieter zum Zug, nicht der billigste. Das Land Kärnten, die Wirtschaftskammer, der technische Arbeitskreis des GBV (Dachverband der österreichischen gemeinnützigen Bauvereinigungen) und die Wohnbauförderungsabteilung haben 2015 im Auftrag von Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig ein solches Bestbietermodell bei den Bauauftragsvergaben der gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen erarbeitet. Kärnten hat damit österreichweit eine Vorreiterrolle eingenommen. "Wie 2015 vereinbart, haben wir das Modell heuer evaluiert und optimiert", so Schaunig.

In der Evaluation bekannten sich Sozialpartner, Bauträger und Fördergeber unisono zum Bestbieterprinzip. "Es hat sich gezeigt, dass es sich dabei um ein Erfolgsmodell handelt, das den heimischen Betrieben, den Beschäftigten und den Bauherren entgegen kommt", berichtet Schaunig. Daher soll mit der nunmehrigen Überarbeitung die Gewichtung des Preises noch einmal gemindert werden. "Dafür gibt es mehr Punkte für gut ausgebildetes Personal und ökologische Gesichtspunkte", erläutert Schaunig die Eckpunkte des neuen Bestbieterkatalogs. Eine wichtige Änderung gibt es beim Kriterium der Entfernung zwischen Firmenstandort und Baustelle: Bislang gab es für Distanzen von unter 70 bzw. 110 Kilometer Pluspunkte, künftig soll dies bis 150 Kilometer gelten. Schaunig: "Dies war ein explizierter Wunsch der Bauwirtschaft, damit es Betriebe in den Randregionen Kärntens künftig leichter haben, zu Aufträgen zu kommen. Es sind ja vor allem die regionalen und kleinen Unternehmer in der Baubranche, die durch das Bestbieterprinzip unterstützt werden", so Schaunig.

Die öffentliche Hand war in Kärnten mehrheitlich für die kontinuierlich gute Auftragslage in der Bauwirtschaft verantwortlich. 2016 hatten öffentliche Aufträge einem Anteil von rund 54 Prozent am Bauproduktions-Gesamtergebnis von 974,1 Millionen Euro. Mit dem Aufschwung im heurigen Jahr ist mit einer Steigerung dieses Ergebnisses zu rechnen. "Mit Investitionen in Infrastruktur, angefangen vom Breitband bis hin zum gemeinnützigen Wohnbau, sorgt die öffentliche Hand weiterhin für eine gute Auftragslage in Kärnten", betont Schaunig. Über das Kärntner Bauinvestitionsprogramm werden heuer mehr als 566 Millionen Euro investiert. "Damit werden die Infrastruktur des Landes gestärkt und rund 7000 Arbeitsplätze im Baugewerbe gesichert." Der neue Bestbieterkatalog wird in der nächsten Sitzung des Wohnbauförderungsbeirats im Herbst beschlossen.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Stirn