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Welt-Alzheimertag: Gesundheitsreferentin bündelt Kräfte im Kampf gegen das Vergessen

20.09.2017
LHStv.in Beate Prettner stellt österreichweites Vorzeigeprojekt vor: Demenz-Überleitungsbogen hilft bei vereinheitlichter Diagnostik - Service-Hotline zu allen Fragen rund um die Demenz morgen unter 050 536 15402


Klagenfurt (LPD). "Unsere Gesellschaft altert. Und das ist gut so. Allerdings kennen das Alt-Werden und das Alt-Sein viele Gesichter. Eines dieser Gesichter trägt den Namen Alzheimer", weist Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Mittwoch, anlässlich des morgigen Welt-Alzheimertages auf das "Phänomens des Vergessens" hin. "Weltweit sind bereits 35 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen. Und es werden mehr. Bis 2050 wird die Zahl auf voraussichtlich 115 Millionen ansteigen", sagt Prettner. Für sie steht fest: "Demenz bedeutet nicht das Ende. Demenz bedeutet ein anderes Sein. Und es ist die Aufgabe von uns allen, diesem anderen Sein Würde zu geben."

Die Kärntner Gesundheitspolitik widmet sich seit Jahren verstärkt dem Themenschwerpunkt Demenz. Heuer ist ein weiterer "Wurf" gelungen: "Der in Kärnten entwickelte und jetzt präsentierte Demenz-Diagnostik-Ablaufplan und der so genannte Demenz-Überleitungsbogen sollten österreichweite Vorbildwirkung haben", ist Prettner überzeugt. "Ziel ist es, die Demenz-Diagnostik in allen Kärntner Krankenhäusern und Pflegeheimen durch entsprechende Leitlinien zu vereinheitlichen. Dafür wurde ein Diagnostik-Ablaufplan erstellt. Damit einher gehen eine einheitliche Dokumentation und der so genannte Überleitungsbogen", informiert dazu Primarius Manfred Freimüller. Er hat gemeinsam mit Gabriele Schellander und PDL Markus Grollitsch vom LKH Laas den Übergangsbogen entwickelt und getestet. "Wird der Überleitungsbogen im extramuralen Bereich angewendet, bietet er die wichtigsten Informationen zum Umgang mit einem demenziell erkrankten Menschen bei seiner allfälligen Aufnahme im Krankenhaus. Im intramuralen Bereich dient er dazu, den Betroffenen gemäß seinen Bedürfnissen bestmöglich zu versorgen", so Primarius Freimüller. "Kärnten nimmt damit eine Vorreiterrolle in Österreich ein. Ich gehe davon aus, dass andere Bundesländer auf den Überleitungsbogen aufspringen werden", so die Gesundheitsreferentin.

Für morgen kündigt LHStv.in Prettner eine Service-Hotline Demenz an: Unter der Nummer 050 536 15402 stehen von 7.30 Uhr bis 15 Uhr diplomierte Pflegefachkräfte, Juristen, Psychologen, Fachreferenten für Anfragen zu Betreuung und Pflege, Unterstützung, Entlastung, Pflegeheimkosten etc. zur Verfügung.
Generell sei es wesentlich, die Erkrankung Demenz zu enttabuisieren. "Nur wenn Menschen über die Krankheit Bescheid wissen, können sie angemessen und offen mit den Betroffenen umgehen", erklärt die Gesundheitsreferentin. Als einen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung unterstützt das Land die Theatervorstellung "Honig im Kopf" - alle Interessierte können am Welt-Alzheimertag die Vorführung kostenlos besuchen (21. September, 19.30 Uhr, Maria Saal, Haus der Begegnung, Theatergruppe Geiersdorf). Weitere Vorstellungen in Gemeinden sind geplant.

"Fast jede Familie wird in Zukunft in irgendeiner Weise von dem Phänomen des Vergessens betroffen sein", meint Prettner. Mit der Broschüre "Wegweiser Demenz" sowie Infoveranstaltungen und Vorträgen in den Gemeinden wurde und wird versucht, die Menschen aufzuklären: aufzuklären über die Krankheit, aber auch über Unterstützungsangebote. Im vergangenen Jahr konnten Tausende Menschen erreicht und die unterschiedlichen Einrichtungen bekannter gemacht werden.

Aufmerksam macht die Gesundheitsreferentin zudem auf die vom Land Kärnten angebotenen Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige. "Die Angehörigen zu entlasten, liegt uns sehr am Herzen. In diesem Bereich haben wir bereits einige wesentliche Maßnahmen und Angebote umgesetzt", informiert Prettner. Dazu gehören: Urlaub für pflegende Angehörige (Herbstturnus im Kurzentrum Bad Bleiberg startet mit 12. November 2017); Angebote für Kurzzeitpflege; Demenzschulung für Angehörige und Ehrenamtliche (Kostenrefundierung durch das Land Kärnten möglich). Zudem wird es heuer erstmals für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes von der Verwaltungsakademie eine Schulung zum Thema "Demenz im Arbeitsalltag" geben.

"Mir als Gesundheitsreferentin des Landes Kärnten ist es ein Herzensanliegen, Möglichkeiten zu schaffen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Demenzkranke, aber auch deren Angehörige bestmöglich betreuen und unterstützen zu können", sagt Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Stirn