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WIRTSCHAFT

Pop-Up-Store Entscheidung gefallen: KWF und Land haben die ersten Storebetreiber gefunden

26.09.2017
LHStv.in Schaunig: Kreative Geschäftsideen unterstützen und einen Impuls für Klagenfurter Innenstadt setzen sind Intentionen hinter Pop-Up-Store Projekt


Klagenfurt (LPD). Gesucht waren die innovativste Idee, das ungewöhnlichste Produkt und die interessantesten Jungunternehmen. Bewerbungen standen Personen offen, die ein Kleinstunternehmen beziehungsweise ein kleines oder mittleres Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Kärnten betreiben oder gründen wollen. Diesen Unternehmen stellt das Land Kärnten ein Geschäftslokal zu einem Mietpreis von hundert Euro pro Monat inklusive Betriebskosten für jeweils drei Monate zur Verfügung. Der KWF prämiert die Gewinner der Ausschreibung zusätzlich mit 3.000 Euro, die etwa zur Anschaffung von Büromaterial oder Möbel genützt werden kann.

Gestern, Montag, wurden die eingereichten Konzepte von einer Fachjury bewertet und gereiht und die vier besten Konzepte, für die Nutzung der Geschäftsräumlichkeiten im Ecklokal des Neuen Verwaltungszentrums, in der Nähe der Kreuzung Bahnhofstraße und Mießtaler Straße, vorgeschlagen.

Als Ergebnis der Jurysitzung stehen nun folgende Gewinner der Ausschreibung fest: sticklett technologies GmbH, eingereicht von Michaela Schicho, wird im vierten Quartal 2017 als erstes Unternehmen den Pop-Up-Store beziehen. Unter dem Projektnamen, Innovation hautnah am Menschen, stellt das 2017 gegründete Unternehmen innovative und smarte Baby- und Kinderbekleidung her. An den sticklett T-Shirts und der Bekleidung können Motive (Applikationen) jederzeit ausgetauscht, abgenommen und neu angebracht werden. Kindern wird dadurch die Möglichkeit gegeben, ihr Lieblingsmotiv so oft zu tragen, wie sie es möchten oder aus ihrem eigens zusammengestellten Sortiment je nach Lust und Laune, ein Motiv auszuwählen.

Im ersten Quartal 2018 eröffnet die BabyBox ihre Türen für Interessierte und Kunden. Eingereicht von Isabella Hold, Unternehmensgründerin und Betreiberin, bietet die BabyBox einen Aboservice für Basisbabybekleidung im ersten Lebensjahr, um Eltern und Babys einen gelungenen und stressfreien Start ins Leben zu ermöglichen. Mit dem Ziel, den Alltag zu erleichtern, werden die Familien mit BabyBoxen im Aboservice versorgt, die per Hauszustellung übermittelt werden. In der liebevoll gestalteten Box befinden sich ein Mix aus selbst produzierter und konfektionierter Basisbabykleidung sowie ausgewählte Kleidungsstücke von hochwertigen Marken.

Die Firma Feinrost, im zweiten Quartal 2018, eingereicht von Unternehmensgründer und Betreiber Roman Steindl, stellt individuelle und handgefertigte Möbel aus Kärnten her. Klare Optik, Nachhaltigkeit, Upcycling und Regionalität spiegeln sich sowohl in den Produkten als auch in der Auswahl von Kooperationspartnern und Zulieferbetrieben wider. Der Hauptwerkstoff der Möbelstücke ist Metall, in den unterschiedlichsten Ausführungen und Varianten. So kommen neben Flachstahl und Rohrprofilen auch unterschiedliche Blecharten, wie zum Beispiel verzundertes Blech zum Einsatz. In Kombination mit Altholz, rustikalem Holz oder Beton entsteht somit eine sehr harmonische und außergewöhnliche Optik.

Im dritten Quartal 2018 beschließt die "Zwergenstadt" das erste Jahr des Pop-Up-Stores in der Bahnhofstraße. Unter dem, von Unternehmensgründerin und Betreiberin Christin Valentin-Saffran eingereichten Projekttitel, "Zwergenstadt goes Pop-up-Store", wird die Möglichkeit getestet, den momentan reinen Onlineshop als Erweiterung in eine Geschäftsfläche zu integrieren. Im Zwergenstadt Pop-up-Store soll ein bunter Mix aus Secondhand, Handmade und Neuwaren rund um Schwangerschaft, Baby und Kind angeboten werden. Günstige Preise im Secondhand-Bereich, von Schwangerschafts- und Babybekleidung bis zu Spielzeug und Zubehör, kombiniert mit Kindermode, Accessoires für Mamas, aber auch Spielzeug und Accessoires für Kinder, produziert von Kärntner Kleinbetrieben, im Handmade-Bereich. Zusätzlich bietet der Shop einen neuartigen, selbst entwickelten Schwangerschaftskalender, dessen System und Aufbereitung es so noch nicht am Markt gibt.

Die Jury, bestehend aus Expertinnen und Experten der Wirtschaftskammer Kärnten (Christiane Holzinger), der Arbeiterkammer (Hans-Paul Pucker), der Alpen-Adria-Universität (Patrick Gregori), der Fachhochschule Kärnten (Alexander Schwarz-Musch) und dem Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (Bettina Felfernig) haben die eingereichten Konzepte nach Produkt, Strategie, Geschäftsdesign, Marketing-Ansatz, der betrieblichen Struktur sowie dem besonderen Grund, warum das jeweilige Unternehmen in das 43m² große Geschäftslokal einziehen sollte, diskutiert und bewertet. Die ebenfalls in der Jurysitzung abgeklärte Reihung der Unternehmen, in Rücksprache mit Betreibern und Vertretern der Unternehmen, stellt natürlich keine qualitative Bewertung dar, sondern richtet sich rein nach terminlicher Verfügbarkeit.

Gemeindereferentin LHStv.in Gaby Schaunig dankte dem KWF für die rasche Umsetzung der Pop-Up-Store Initiative und wies auf mögliche Folgeprojekte für die Zukunft hin: "Wir führen mit der Landesimmobiliengesellschaft gerade eine Bewertung von Liegenschaften mit einem ähnlichen Potenzial durch. Das hier ist eine erste Initiative, einen Ansatz, von dem wir uns viel versprechen, von dem wir lernen und den wir weiterverfolgen möchten. Auch in den Gemeinden gibt es viele Freiflächen, die für eine temporäre Nutzung als Verkaufsflächen geeignet wären", erklärte Schaunig. Ob es darum geht, Neukunden zu gewinnen, die Markttauglichkeit eines neuen Produktes zu testen oder schlicht den Umsatz zu steigern - ein Pop-Up-Store ist für kleine und mittlere Unternehmen eine risikoarme und günstige Möglichkeit zu verkaufen zu bewerben und sich zu präsentieren. "Darüber hinaus ist die Bewertung und Beurteilung durch eine seriöse Fachjury, eine wahrscheinlich einzigartige Chance für ein Unternehmenskonzept ein fundiertes Feedback zu bekommen", so Schaunig.


Ein Punkt auf den auch KWF-Vorstand Erhard Juritsch hinwies. Die Bewertung eines Geschäftskonzeptes durch eine qualitativ so hochwertige Jury geschehe nicht alle Tage. "Der KWF freut sich, im Rahmen der Initiative »Mein Pop-up-Store« eine Bewertung und Prämierung der besten Konzepte für die Nutzung von Geschäftslokalen durchzuführen, um in Orten und Städten innovative Geschäftstätigkeiten zu stimulieren und dabei wirtschaftliche Potenziale in Kärnten zu generieren," fassten Juritsch und Förderberaterin Martina Sebastian nochmals die Zielsetzung des Projektes zusammen.



Rückfragehinweis: Büro LHSTv.in Schaunig
Redaktion: Grollitsch/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig