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10. Oktober-Feier 1 - Bedeutung für Geschichte, Identität und freie Meinungsäußerung

10.10.2017
LH Kaiser sprach bei Feiern in Annabichl und im Klagenfurter Landhaushof


Klagenfurt (LPD). Ein im Gedenken und mit Dankbarkeit gerichteter Blick in die Vergangenheit, ein auch kritischer bzw. mahnender Blick auf das Europa und die Welt der Gegenwart, ein positiver Blick auf die Entwicklung in Kärnten und das Zusammenwachsen mit den Nachbarn, ein optimistischer Blick in die Zukunft. Heute, Dienstag, am 10. Oktober, dem Kärntner Landesfeiertag, hielt Landeshauptmann Peter Kaiser jeweils eine Rede beim Ehrenmal auf dem Soldatenfriedhof Annabichl und danach bei der großen Landesfeier unter dem Motto "Kärnten - Heimat verbindet / Koroška - Domovina povezuje" im Klagenfurter Landhaushof.

Der 10. Oktober stehe für Geschichte, Tradition, Identität, Hoffnung, habe aber auch Bedeutung für die freie Meinungsäußerung, betonte der Landeshauptmann und gedachte derer, "die alles für die junge Republik gegeben haben, allzu viele auch ihr Leben". Mit der Volksabstimmung sei eine demokratische Entscheidung für Österreich und gegen einen SHS-Staat gefallen. Nicht wenige hätten entgegen ihrer Muttersprache gestimmt. "Viele andere jedoch hatten und haben nicht die Wahl", meinte der Landeshauptmann und verwies darauf, dass es auch heute noch nicht überall selbstverständlich sei, frei wählen zu können. Er sagte, dass der 10. Oktober auch in Nordkorea ein Feiertag sei. "Seien wir uns immer bewusst, welches hohe Gut Demokratie und freie Meinungsäußerung sind." Kaiser appellierte daher auch dafür, dem Wahlrecht nachzukommen. Demokratie müsse immer neu erkämpft und errungen werden.

Der Landeshauptmann hob die wechselvolle Geschichte Kärntens und Österreichs hervor. Heute sei unsere Republik ein "Herzeigeland". Er ging auch auf die positiven Beziehungen zu unseren Nachbarländern ein. Slowenien sei seit 26 Jahren Republik und seit 13 Jahren Mitglied der Europäischen Union. Europa stehe für Vertrauen, Miteinander und positive Auswirkungen durch das Mehrheitsprinzip. Trotzdem verhehlte Kaiser nicht die Krise Europas. Die aktuellen Herausforderungen könne nur ein geschlossener Kontinent bewältigen. Der Landeshauptmann sprach hier vor allem die Fluchtbewegungen und Migrationsströme an. Hier müsse es eine gemeinsame Lösung geben. "Wir müssen dort helfen, wo die Heimat dieser Menschen ist. Diese Möglichkeit ist alternativlos", machte er bei der Rede in Annabichl klar. "Das sind wir uns, den nachfolgenden Generationen und den Menschen von 1920 schuldig."

Der Landeshauptmann sprach auch die slowenische Volksgruppe an, die nun erstmals in der Landesverfassung erwähnt werde. Er dankte seinem Vorgänger Gerhard Dörfler, der unterstützt von der Bundesregierung eine friedliche, konsensuale Lösung der Ortstafelfrage erzielt und damit den Weg für ein besseres gemeinsames Verständnis geöffnet habe. In Richtung Slowenien forderte er Verbesserungen in Bezug auf die Anerkennung der deutschsprachigen Volksgruppe: "Wir sind hier mit großem Beispiel vorangegangen." Mit Slowenien und Italien soll gemäß dem Motto "Ohne Grenzen", "Senza confini", "Brez meja" das Gemeinsame gefördert werden: "Entwickeln wir uns gemeinsam, nehmen wir anderes mit auf - ohne unsere eigene Identität zu gefährden." Kaiser meinte frei nach dem Hit von Wolfgang Ambros: "Langsam wachs ma zamm - Počasi postajamo eno".

Kaiser sieht Kärnten auf einem guten Weg. Er erinnerte an die Bewältigung der Hypo/Heta-Causa vor einem Jahr, symbolhaft ebenfalls am 10. Oktober. Es brauche jedoch Kontinuität und Stabilität. Und es sei auch Aufgabe jedes und jeder Einzelnen, Kärnten positiv weiterzuentwickeln. Im Sinne von Investitionen, Innovationen und Internationalität seien noch Weichenstellungen zu setzen. Der Landeshauptmann will, dass Kärnten vom Pannenstreifen auf die Fahrbahn und auf die Überholspur wechselt. Kärnten sei Industrieland, technikaffin, Kultur- und Tourismusland, Sportland, Natur- und Lebensland, weltoffen und bildungsorientiert - Zukunftsland. "Blicken wir mit Respekt und Verständnis für die Vergangenheit in eine gemeinsam gestaltende Zukunft", appellierte Kaiser.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Bauer