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Equal Pay Day: Lohn-Lücke hat sich um drei Tage verkleinert

11.10.2017
LHStv.in Prettner: Kärntner Frauen müssen für Lohn-Gleichstand um 78 Tage länger arbeiten - Kärntner Frauenorganisationen leisten rund um Equal Pay Day mit Projekt "Frauenseilakt" Informations- und Präventionsarbeit


Klagenfurt (LPD). Waren es im Vorjahr 81 Tage, die ganzjährig vollbeschäftigte Frauen in Kärnten länger arbeiten mussten, um auf das Jahresgehalt eines Mannes zu kommen, sind es heuer "nur noch" 78 Tage. "Die Verbesserung um drei Tage ist erfreulich, allerdings noch immer um 78 zu wenig", erklärt Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner im Vorfeld des Equal Pay Day. Heuer fällt dieser in Kärnten auf den 15. Oktober (österreichweit ist es der 13. Oktober, Kärnten ist um zwei Tage "besser" als der Österreich-Schnitt). Ab diesem Tag arbeitet Frau statistisch betrachtet bis Jahresende gratis.

Einkommensgerechtigkeit ist also noch längst keine Realität. Der Tag der Lohngerechtigkeit hat sich seit 2005 um etwa einen halben Monat verbessert. Damals betrug der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen (Gender Pay Gap) 26,7 Prozent. Heute liegt der Gender Pay Gap in Kärnten bei 20,7 Prozent. Prettner: "Das zeigt: Die Richtung stimmt. Doch das Tempo muss erhöht werden."

Männer in Österreich kamen laut Daten der Statistik Austria zuletzt auf ein Einkommen von 50.008 Euro, Frauen auf 39.143 Euro. Das ist eine Differenz von 10.865 Euro. Die Einkommensnachteile durch den Gender Pay Gap summieren sich laut Berechnungen der Arbeiterkammer über ein ganzes Erwerbsleben betrachtet für Frauen auf durchschnittlich 435.000 Euro. Basis für die Berechnungen der AK sind die jüngsten Daten der EU-weiten Verdienststrukturerhebung. Demnach bekommen Frauen durchschnittlich 900 Euro monatlich weniger bei im Schnitt 34,5 Erwerbsjahren.

Allerdings: Die Einkommensschere zieht sich vom Erwerbsleben bis hin zur Pension und schneidet immer tiefer. Der Gender Pension Gap beträgt in Kärnten rund 41 Prozent. Das hat zur Folge, dass Armut im Alter bei Frauen in Kärnten keine Seltenheit ist. Neben Frauen in der Pension zählen Ein-Eltern-Haushalte, die überwiegend von Müttern geführt werden, zu den am häufigsten von Armut betroffenen Gruppen. "Armut wird in einem Land wie Kärnten meist nicht in diesem Ausmaß vermutet. Bewusstseinsbildung ist ein notwendiges Mittel zur Veränderung", sagt Frauen- und Gleichbehandlungsbeauftrage Michaela Slamanig.

Ein Beitrag zu eben dieser Sensibilisierung ist der Frauenseilakt mit dem Bühnenstück "Pleite in Sichtweite". Es ist ein Projekt, das das Thema Frauenarmut zum buchstäblichen Aufhänger macht. Die Künstlerin Sarah Pfeiffer wird ihr clowneskes Stück am 14. Oktober 2017 um 18 Uhr in der Sporthalle Waidmannsdorf in Klagenfurt - im Rahmen einer Veranstaltung des Referats für Frauen und Gleichbehandlung des Landes Kärnten, des Frauenbüros der Stadt Klagenfurt, des Mädchenzentrums Klagenfurt, des Kärntner Armutsnetzwerks, der WIFF Frauen- und Familienberatung und der Frauenplattform Klagenfurt - aufführen.


Hinweis: "Pleite in Sichtweite" - ein clowneskes Bühnenstück mit Vertikalseil, entwickelt von der Künstlerin Sarah Pfeiffer zum Thema Frauenarmut in Österreich. 14. Oktober 2017, 18 Uhr, Sporthalle Waidmannsdorf, Klagenfurt. Nähere Infos zum Frauenseilakt unter http://frauenseilakt.at , zur Künstlerin: https://pfeiffersarah.com.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm