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WIRTSCHAFT

Ein Tal zieht an einem (Glasfaser-)Strang

12.10.2017
LHStv.in. Schaunig, Zukunftskomitee Görtschitztal und Regionalmanagement kärnten:mitte präsentierten Breitbandmasterplan für das Görtschitztal - Region ist durch gemeindeübergreifende Planungen Vorreiter in ganz Kärnten


Klagenfurt (LPD). In den letzten Monaten wurden die Gemeinden des Görtschitztales auf Herz und Nieren geprüft, in welchen Gebieten ein Ausbau des Breitbandinternets dringend erforderlich ist. Der nun vorliegende 70-seitige Breitbandmasterplan für das Görtschitztal ist gleichzeitig auch eines der ersten Projekte, das das Zukunftskomitee Görtschitztal auf Schiene gebracht hat. Eine Anbindung an das Hochleistungsinternet wurde von den Bürgern für die zukünftige Entwicklung des Tales nach dem HCB-Schadensfall mit höchster Priorität eingestuft. Exakt 5.644 Gebäude im Görtschitztal wurden in den vergangenen Monaten untersucht. Im Breitbandmasterplan wird festgelegt, wie die Kabel zu verlegen und welche Kosten zu erwarten sind. "Der gemeindeübergreifende Zusammenschluss der Region macht diese Masterpläne so besonders wertvoll, da er entlang der Hauptachsen auch eine gemeinsame - und damit kosteneffizientere - Umsetzung ermöglicht. Daraus wird bereits ersichtlich, wie entscheidend der Planungsschritt bei der Umsetzung eines nahezu flächendeckenden Breitbandinternets für ganz Kärnten ist", attestiert Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig den Gemeinden des Görtschitztales eine absolute Vorreiterrolle.

"Der Masterplan ist die solide Grundlage für alle weiteren Schritte", so Regionalmanagement-Geschäftsführer Andreas Duller bei der Präsentation heute, Donnerstag, in Brückl. Das Regionalmanagement kärnten:mitte hat die Koordination im Vorfeld der Masterplanerstellung übernommen. Konkret umfasst die Planung die Gemeinden Brückl, Eberstein, Guttaring, Hüttenberg, Kappel-Krappfeld, Klein-St. Paul und Magdalensberg. Das Planen einer ganzen Region erlaubt, die Länge der Trassen und somit auch die Kosten zu minimieren. "Auch das Planen über Gemeindegrenzen hinweg hilft sparen. In der topografischen Struktur Kärntens ist es zudem oftmals günstiger, Siedlungen im Grenzgebiet oder in Hanglage von der Nachbargemeinde aus zu versorgen", streicht Duller den Regionsgedanken hervor und führt weiter aus: "Wir haben für das Görtschitztal in Sachen Breitband eine solide Basis vorbereitet. Nun ist es an der Zeit, die nächsten Schritte zu setzen." 40.000 Euro hat die Erstellung des Breitbandmasterplans Görtschitztal gekostet, 75 Prozent der Kosten werden vom Land Kärnten getragen.

Die reinen Baukosten für einen flächendeckenden Ausbau des Breitbandinternets im Görtschitztal wird von den Autoren des Masterplans (ICT-META Consulting EEIG und INGENA) mit rund 50 Millionen Euro beziffert. Allerdings ist der Masterplan auf den Maximalausbau der Region ausgelegt - jedes Gebäude (auch abgelegene Gehöfte) werden von der Planung her mit Glasfaser versorgt. 69 Prozent der Baukosten sind Grabungsarbeiten und Tiefbaumaßnahmen. "Aufgabe für die nächste Zeit wird es sein, die Maximalvariante auf ein optimales Ausmaß zu reduzieren. Die Erfahrung aus anderen Projekten hat gezeigt, dass es jetzt zweckmäßig wäre, eine Betreiberausschreibung durchzuführen und den Gewinner in die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte einzubeziehen", sagt Harald Hoffmann von der ICT-META Consulting EEIG.

Insgesamt haben bereits 70 Kärntner Gemeinden Masterpläne ausgearbeitet bzw. in Planung. Ziel dieser Förderaktion ist es, dass sich bis Jahresende jede einzelne Gemeinde mit diesem Thema zumindest auseinandersetzt. Schaunig: "Dieses Ziel werden wir erreichen. Dann geht es in die Umsetzung, für die verstärkt Mittel zum Einsatz kommen werden." Als Ergänzung zur Breitbandmilliarde des Bundes stellt das Land Kärnten laut Schaunig den Gemeinden heuer 1,2 Millionen Euro für die Planung und Durchführung von Glasfaserausbauvorhaben zur Verfügung. 2018 wird diese Summe auf 2,4 Millionen Euro verdoppelt.

In der Region Mittelkärnten steht übrigens auch der Masterplan für das Hemmaland-Gurktal mit weiteren zehn Gemeinden vor dem Abschluss.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig; Andreas Reisenbauer, SYSCOMM
Redaktion: Grollitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig