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Feierliches "Ich gelobe" am Nationalfeiertag

26.10.2017
LH Kaiser bei Angelobung und großer Leistungsschau in St. Veit an der Glan - Erlangung von Souveränität und Neutralität war identitätsstiftend


Klagenfurt (LPD). Rund 450 Rekrutinnen und Rekruten des österreichischen Bundesheeres wurden heute, Donnerstag, also am österreichischen Nationalfeiertag, in St. Veit an der Glan feierlich angelobt. Die Villacher Garnison war vertreten aus dem Pionierbataillon 1 der Rohr- und Hensel-Kaserne, aus dem Führungsunterstützungsbataillon 1 der Lutschounig-Kaserne sowie aus dem Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten der Hensel-Kaserne. Die Jungsoldatinnen und -soldaten der Garnison Klagenfurt gehörten dem Stabsbataillon 7 in der Windisch-Kaserne, der Stabskompanie und Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten in der Khevenhüller-Kaserne und der Sanitätslehrkompanie des Sanitätszentrums Süd in der Laudon-Kaserne an. Die anzugelobenden Rekrutinnen und Rekruten der Garnison Spittal an der Drau kommen vom Jägerbataillon 26 aus der Türk-Kaserne. Alle sind im August, September oder Oktober eingerückt. Noch den ganzen Nationalfeiertag über findet am Rennbahngelände die größte Info-Schau Kärntens statt, wo zahlreiche Stationen zum Mitmachen einladen. Zu sehen gibt es unter anderem alle Hubschraubertypen, Entschärfungsroboter, Transportsysteme, gepanzerte und historische Fahrzeuge des ÖBH.

"Am Nationalfeiertag angelobt zu werden, ist etwas ganz Besonderes", richtete sich Landeshauptmann Peter Kaiser an die angetretenen Rekrutinnen und Rekruten. Er betonte, dass das Jahr 1955 auch die Gegenwart und das Schicksal Österreichs bestimmt habe. Der 26. Oktober 1955 sei daher eine ganz wichtige Wegmarkierung der Geschichte Österreichs gewesen. "Er hat uns etwas wiedergegeben, was heute ganz selbstverständlich ist, nämlich Selbstbewusstsein, Freiheit und Souveränität", betonte der Landeshauptmann. Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai, habe es für die fremden Truppen eine 90-tägige Frist gegeben, Österreich zu verlassen und so sei der 25. Oktober 1955 der letzte Besatzungs-Tag gewesen. "Am 26. Oktober war Österreich frei und souverän und noch am selben Tag wurde die Neutralität Österreichs beschlossen", so Kaiser.

Die Erlangung von Souveränität und Neutralität habe identitätsstiftend in der jungen Republik gewirkt. Daraus habe man ein wunderbares Land mit einer guten Gesellschaft, Zusammenhalt und Solidarität aufgebaut. Wenn man heute über die Grenzen schaue, dann würde man erkennen, wie wichtig Werte wie Selbstbestimmung, Freiheit und Souveränität für die Republik Österreich aber auch jeden einzelnen seien.

"Die Beziehung zwischen Kärnten und dem Österreichischen Bundesheer war immer besonders innig", betonte der Landeshauptmann. Das Bundesheer verdiene wieder seinen Namen und habe auch die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, so gebe es in Kärnten beispielsweise wieder einen Hubschrauberstützpunkt und die Goiginger Kaserne sei erhalten geblieben. Der Landeshauptmann verwies auch auf die besondere Bedeutung der Militärmusik, die gestern mit dem Großen Zapfenstreich am St. Veiter Hauptplatz sehr viele Menschen begeistert habe.

"Das Bundesheer ist stark in der Bevölkerung verankert und leistet auch im Katastrophenschutz gemeinsam mit den Einsatzorganisationen und vielen Ehrenamtlichen Unverzichtbares", sagte der Landeshauptmann und dankte allen Organisationen sowie auch den Traditionsverbänden für ihre Unterstützung. Kaiser bezeichnete die Herzogstadt St. Veit am heutigen Tag als "Heer-zeig-Stadt" und meinte zu den anzugelobenden Rekrutinnen und Rekruten: "Österreich braucht junge Menschen wie Sie, wir sind stolz auf das, was Sie leisten. Es lebe unsere Heimat Kärnten und die Republik Österreich in einem friedlichen Europa."

"Vieles ist in Bewegung geraten, daher ist auch eine angepasste neue Struktur der Streitkräfte erforderlich um der Republik Österreich ein rascheres Reagieren in den Bereichen Terrorismus, illegaler Masseneinwanderung, Cyberkriminalität und Naturkatstrophen zu ermöglichen ", sagte Generalleutnant Bernhard Bair, stellvertretender Generalstabschef. Man brauche junge engagierte Menschen und könne im ÖBH viele interessante, abwechslungsreiche Aufgaben anbieten.

"Veränderung ist ein Wort, das uns derzeit ständig begleitet, aber Veränderung muss behutsam und nicht nur um der Veränderung willen durchgeführt werden", sagte Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler. Es sei wichtig, dass dabei Altbewährtes mitgenommen werde, so der Militärkommandant. Das ÖBH sei ein stabiles Fundament mit einem tollen Kader und habe gewaltig an Stellenwert gewonnen. "Hier ist eine große Palette an Berufs- und Karrieremöglichkeiten vorhanden", wandte sich Gitschthaler an die anzugelobenden Rekrutinnen und Rekruten. Er verwies auch auf die großartige zivil-militärische Zusammenarbeit. "Die Anwesenheit so vieler anderer Organisationen bei der heutigen Angelobung zeigt, wie toll wir in Kärnten zusammenarbeiten", sagte der Militärkommandant.

St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock betonte ebenfalls, dass Österreich auch in Zukunft ein gut ausgebildetes und modern ausgerüstetes Heer brauche. "Das Österreichische Bundesheer ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und übernimmt Aufgaben, die von der Gesellschaft gewollt und akzeptiert sind."

Die Angelobung wurde von Einsatzorganisationen wie Feuerwehren, Wasserrettung, Bergrettung sowie Trachtengruppen und Traditionsverbänden mitgestaltet. Als Highlight brachten Luftlandesoldaten des Jägerbataillons 25 die Österreichische Fahne aus 1.200 Metern punktgenau zur Veranstaltung. Oberstleutnant Helmut Sadnikar, Stabsoffizier des Militärkommandos Kärnten übernahm die Moderation und begrüßte die zahlreichen Ehrengäste aus u.a. Kirche, Politik, Verwaltung, Bundesheer, Einsatzorganisationen und öffentlichem Leben. Anwesend waren die Landesräte Gernot Darmann und Christian Benger, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und sein Stellvertreter Markus Matschek, Nationalratsabgeordneter Wendelin Mölzer, der zweite Landtagspräsident Rudolf Schober, die Landtagsabgeordneten Günter Leikam, Barbara Lesjak und Franz Pirolt, die Bezirkshauptleute Claudia Egger-Grillitsch (St. Veit) und Gert-Andre Klösch (Völkermarkt). Weiters Domdekan Michael Kristof, Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin, von der Österreichischen Wasserrettung Landesleiter Heinz Kernjak und Landeseinsatzleiter Bruno Rassinger, Landesleiter der Bergrettung Otmar Striednig, Gerd Ebner, Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes, ASKÖ-Präsident Anton Leikam, Manfred Herrnhofer, Vizepräsident des Landesgerichts Klagenfurt, Sepp Prugger, Honorarkonsul von Chile sowie die Bürgermeister Siegfried Kampl (Gurk), Martin Gruber (Kappl) und Burkhard Trummer (Brückl). Außerdem die Bezirkspolizeikommandantin von St. Veit, Daniela Puffing, sowie Abordnungen aller in Kärnten dislozierten Kommanden, Verbände und Dienststellen. Worte der Besinnung sprachen die Militärpfarrer Militärdekan Emmanuel Longin und Militärkurat Johannes Hülser. Kommandant der ausgerückten Truppe war Oberstleutnant Markus Wunder, die Gelöbnisformel verlas Major Jürgen Mayer, Stabsoffizier des Jägerbataillons 26. Die Militärmusik Kärnten unter Oberstleutnant Dietmar Pranter und der gemischte Chor 1863 unter der Leitung von Helga Wildhaber sorgten für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

Schon gestern am Abend fand die Aufführung des "Großen Zapfenstreich" am Hauptplatz der Stadtgemeinde St. Veit/Glan statt. Angetreten waren die Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Oberstleutnant Dietmar Prantner, der Insignientrupp des Militärkommandos, der Ehrenzug des Pionierbataillons 1 aus Villach, die Trabantengarde St. Veit und die Khevenhüller Burggarde. Der Große Zapfenstreich ist eine feierliche, am Abend abgehaltene Militärzeremonie mit Streitkräften und Militärmusik. In seinem Ablauf stellt er eine Kunstform des ursprünglichen militärischen Zapfenstreichs dar und wird heute insbesondere zur Ehrung von Persönlichkeiten, vereinzelt bei öffentlichen Gelöbnissen, bei Jubiläen sowie zum Abschluss großer Manöver abgehalten.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Darmann, LR Benger
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/Peter Just und Helge Bauer