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Regierungssitzung 5 - Tierschutzkontrollen voll im Laufen

27.10.2017
LR Benger: Nach Schweinemast-Skandal flächendeckende Tierschutzkontrollen und Tierschutz-Bildung für Schweinehalter initiiert - Wenig Auffälligkeiten, Tierschutz wird eingehalten


Klagenfurt (LPD). "Wir haben die strengsten Auflagen und das strengste Tierschutzgesetz Europas, an die sich unsere Betriebe auch halten. Es gibt wenig Auffälligkeiten und in 9 Fällen wurden zur genauen Abklärung die jeweiligen Bezirkshauptmannschaften informiert. Das ist das Ergebnis der durchgeführten rund 400 Tierschutzkontrollen in Kärnten nach dem Schweinemastskandal", berichtete heute, Freitag, LR Christian Benger nach der Regierungssitzung. Zusätzliche Maßnahmenpläne seien laut Benger daher nicht nötig, blähen nur die Verwaltung auf und steigern dort auch die Kosten. "Für die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften brauchen wir keine Pläne, sondern Bewusstsein und Sensibilität. Dafür sorgen wir", bekräftigte Benger.

In 224 Betrieben gab es keine Beanstandungen, in 64 Betrieben gab es geringe Abweichungen vom Tierschutzgesetz, wie beispielsweise zu wenig Beschäftigungsmaterial in den Boxen. In neun Fällen wurde die BH informiert und wird der Amtstierarzt den Betrieb noch einmal kontrollieren. Hier ging es im Wesentlichen um ungenügend Licht, oder mangelhafte Hygiene.

13 zusätzliche Tierärzte sind seit August unterwegs, die Kosten bis Jahresende sind mit rund 270.000 Euro beziffert. Etwa 3 Stunden hält sich der Tierarzt am Betrieb auf und informiert die Tierhalter und Schlachter auch über anstehende Neuerungen im Tierschutz. "Bis Jahrsende werden wir das Ziel, 1.550 Betriebe, Schlachtbetriebe und Tierhalter, zu kontrollieren, erfüllt haben", sagte Benger. Zusätzlich zu den Tierärzten und den Kontrollen wurde ein Schulungsprogramm ausgearbeitet. Die Tierschutzbildung für die Kärntner Schweinehalter wird auch sehr gerne angenommen. Alleine bei den Kursen in Klagenfurt, Völkermarkt und Wolfsberg waren über 250 Interessierte.

Seit 1. Oktober ist die 1. Tierhalteverordnung für Nutztiere in Kraft. Diese Änderungen werde in den Schulungen nähergebracht. Die Tierhalteverordnung sieht einen noch tierschutzgerechteren Umgang nach aktuellem Stand der Technik vor. Beispielsweise muss künftig mehr Stroh als Beschäftigungsmaterial in Schweineboxen ausgestreut werden.

Zur Erinnerung: Sofort nach Bekanntwerden des Schweinemast-Skandals in Unterkärnten im Juli wurde auf Initiative von LR Benger ein runder Tisch mit allen Beteiligten und Betroffen einberufen und wurden Sofortmaßnahmen beschlossen. Eine davon war die Aufstockung der Tierärzte, zeitlich befristet, um zum Zweiten eine flächendeckende Kontrolle bei den Tierhaltern durchzuführen. "Dabei geht es nicht um Kontrolle alleine, sondern auch um Bewusstseinsschaffung für dieses hochsensible Thema", weist Benger hin.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Gerlind Robitsch