News

POLITIK

Regierungssitzung 6 - Große Chance für ALPLOG Villach/Fürnitz

27.10.2017
Kärntner Wirtschaftsdelegation konnte vielversprechende Kontakte mit Hafen Antwerpen aufnehmen - Konkretes Interesse an Kooperationen mit ALPLOG Villach/Fürnitz bestehen


Klagenfurt (LPD). Einen sehr positiven Bericht über die Ergebnisse der kürzlich stattgefundenen Reise nach Brüssel gaben heute, Freitag, beim Pressefoyer nach der Regierungssitzung Landeshauptmann Peter Kaiser und die Landesräte Christian Benger und Rolf Holub. Die Kärntner Wirtschaftsdelegation, an der auch LHStv.in Gaby Schaunig teilgenommen hat, habe hohes Interesse an engen wirtschaftlichen Kooperationen bei Gesprächen im Hafen von Antwerpen wahrgenommen.

"Der Hafen Antwerpen - er zählt zu den 20 größten Häfen weltweit, in Europa haben nur Hamburg und Rotterdam ähnliche Dimensionen - will in Zukunft vermehrt auf die Schiene setzen", berichtete der Landeshauptmann. Hier wolle man den Trockenhafen in Villach-Fürnitz als Warenumschlag- und Verschiebe-Center international positionieren. "Als Knoten zweier großer europäischer Verkehrsachsen eröffnen sich für Fürnitz große Perspektiven", so Kaiser. Der Hafen Antwerpen biete für den Österreichischen Verlader über die Bahnverbindung eine neue nachhaltige Alternative in der Lieferkette.

"Die Brüsselreise der Kärntner Wirtschaftsdelegation war eine sehr wichtige Maßnahme, denn so halten wir ständig Kontakt zur Schaltzentrale in der EU und machen Lobbying für unsere heimische Wirtschaft in Brüssel", betonte Benger. Man habe Aspekte und die Wichtigkeit unserer kleinstrukturierten Wirtschaft darstellen können. Denn immerhin gehe es um die Erhaltung des ländlichen Raumes, vor allem um die Familienbetriebe. Diese müssten im Wettbewerb bestehen können. "Es geht um die Regionalität als Antwort auf die Globalisierung. Es gibt kein entweder/oder sondern nur eine sowohl/als auch", so Benger.

Für Betriebsansiedlungen und unsere KMUs sei die Logistikdrehscheibe Villach-Fürnitz von großer Bedeutung. "Am Schnittpunkt zweier europäischer Verkehrsachsen haben wir in Kärnten enorme Chancen", so Benger. Der Wirtschaftsreferent berichtete auch, dass der Österreichische Honorarkonsul in Brüssel bereits Züge nach Österreich schicke und den Standort Villach sehr positiv beurteile. "Verkehrswege sind die Basis für wirtschaftliche Entwicklung", sagte Benger.

Über die erfolgreiche Weiterentwicklung des Standorts ALPLOG Villach/Fürnitz berichtete Holub. Mit der Errichtung einer Betreibergesellschaft Ende 2016 seien dafür die notwendigen Grundlagen gelegt worden. Knapp ein Jahr nach der Errichtung seien erste Erfolge bei der Standortentwicklung und bei Betriebsansiedlungen sichtbar: "Der Tiroler Logistikspezialist Nothegger wird sein Engagament am Standort weiter erhöhen. Von bisher 15 soll auf rund 60 Mitarbeiter aufgestockt werden. Zudem hat das türkische Fährunternehmen Ecol konkrete Absichten, sich in Fürnitz anzusiedeln", erklärte Holub.

Die Betreibergesellschaft achte vor allem darauf, dass die weitere Entwicklung des Standorts umweltverträglich und nachhaltig ist und zwar mit dem Ziel der Ansiedelung von Logistikbetrieben mit hoher Beschäftigungsdichte und möglichst geringem Lkw-Verkehr, also Betrieben, die den Güterverkehr über die Schiene transportieren wollen, betonte Holub: "Es wurde ein Beirat zur Gesellschaft eingerichtet, um eine umweltverträgliche Entwicklung des Standorts zu garantieren. Diesem Beirat obliegt zudem die Kontrolle über die strategischen und operativen Ziele der Gesellschaft. Das Natura-2000-Gebiet bleibt auf jeden Fall unangetastet und wird auch in Zukunft in keiner Weise beeinträchtigt", versichert Holub.

Der Trockenhafen ALPLOG Süd in Fürnitz bietet die Möglichkeit, dass Kärnten im Logistikbereich als geografischer Angelpunkt zwischen den mittel- und südosteuropäischen Wirtschaftsräumen eine Drehscheibenfunktion einnimmt. Die großen Nordhäfen in der Nordsee sind bereits an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen. In Zukunft bietet sich daher die Chance, Güter über die nordadriatischen Häfen abzuwickeln, die dann auf Schiene transportiert werden. Davon wird Fürnitz am Knotenpunkt zwischen der Baltisch Adriatischen Achse, der Tauern/Phyrn /Schober und der neu entstehenden Güterverkehrstrecke Alpine Balkan Achse profitieren: Die Mittelmeerhäfen benötigen qualitative Hinterlandverbindungen, um eine hohe logistische Leistungsfähigkeit erbringen zu können. Die Entfernung von Asien ist im Vergleich zu den Nordhäfen um rund 2000 Kilometer geringer. Die verkürzte Transportdauer von bis zu fünf Tagen bedeutet daher weniger Treibstoffverbrauch, klimafreundlichen Transport und weniger Kosten für die Frächter.

Der Landeshauptmann berichtete außerdem über den Kärnten-Empfang in Brüssel, an dem auch Rose Gottemoeller, stellvertretende Nato-Generalsekretärin, teilgenommen habe. "Das war ein bedeutendes Zeichen und ein äußerst positives Bekenntnis zu Österreich", sagte der Landeshauptmann. Kärnten habe mit dem Empfang unbezahlbare Werbung gemacht und zu den mitgenommenen heimischen Produkten schon zahlreiche Anfragen erhalten.

Mit der Widmung als Natura-2000-Gebiet bleibt die schützenswerte ‚Schütt‘ auf jeden Fall unangetastet und wird auch in Zukunft in keiner Weise beeinträchtigt. Wir haben die ‚Schütt‘ gerettet“, versicherte Holub.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Benger, LR Holub
Redaktion: Ulli Sternig