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Militärische Allerseelenfeier in Klagenfurt/Annabichl

02.11.2017
LH Kaiser, LR Benger und LR Darmann nahmen an Gedenkfeier teil - CR Antonia Gössinger hielt Festansprache


Klagenfurt (LPD). Das Österreichische Bundesheer veranstaltet zum Gedenken der Gefallenen beider Weltkriege und des Kärntner Abwehrkampfes sowie zum Gedenken der Opfer für Österreichs Freiheit alljährlich militärische Allerseelenfeiern. Dabei wird auch der im Dienst, insbesondere während eines Katastropheneinsatzes bzw. im friedenserhaltenden Einsatz im Rahmen der Vereinten Nationen, verunglückten oder im Aktivstand verstorbenen Angehörigen des Bundesheeres und der Exekutive gedacht.

An der Allerseelenfeier heute, Dienstag, beim Landesehrenmal am Zentralfriedhof in Klagenfurt/Annabichl nahmen auch Landeshauptmann Peter Kaiser, die Landesräte Christian Benger und Gernot Darmann, die Landtagspräsidenten Reinhart Rohr, Rudolf Schober und Josef Lobnig, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und Landesamtsdirektor-Stv. Markus Matschek sowie die Bezirkshauptleute Johannes Leitner und Gert Klösch teil. Weitere Gäste waren die Landtagsabgeordneten Andreas Scherwitzl, Günter Leikam und Herbert Gaggl, Klagenfurts Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler und Christian Scheider, Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß, Landesgerichtspräsident Bernd Lutschounig und zahlreiche Vertreter des Bundesheeres, der Einsatz- und Blaulichtorganisationen und Traditions- und Kameradschaftsverbände.

Landeshauptmann Kaiser und Brigadier Miltärkommandant Walter Gitschthaler schritten die Front ab, die Militärseelsorger Emmanuel Longin und Johannes Hülser zelebrierten, zusammen mit altkatholischem Pfarrer Erich Ickelsheimer und Polizeiseelsorger Christian Stromberger, den Gottesdienst.

Die diesjährige Festrednerin, Antonia Gössinger, Chefredakteurin der Kleine Zeitung Kärnten, machte thematisch einen Bogen vom Kriegsschicksal ihres Onkels Amandus, den sie nie kennenlernen konnte, weil er im Krieg vermisst wurde, hin zum Stellenwert des Bundesheeres und der EU. Sie betonte die Aktualität des Totengedenkens, der militärischen Erinnerung an die Opfer aus Kriegen und Anschlägen. "Dies ist wichtig und notwendig als Mahnung und Warnung und zeigt, wie fragil der Boden ist, auf dem Frieden, Wohlstand und Zusammenhalt stehen".

Die Jugoslawien-Krise habe in Kärnten ihrer Generation und den Medien schlagartig die Bedeutung des Heeres bewusst gemacht, da es nun nicht mehr so wie bis dahin, allein um Hilfseinsätze bei Katastrophen ging. Weiters erinnerte sie an den Ersten Weltkrieg, insbesondere an die 12. Isonzoschlachten mit den 300.000 Toten, wobei die letzte Schlacht zwar von Österreich gewonnen, jedoch der Krieg verloren wurde.

In Westeuropa habe man aus den Kriegen und Konflikten gelernt und die EU als Friedensprojekt aufgebaut, die aber durch aufkommende Nationalismen gefährdet sei. Sie meinte, dass auch die Medien mehr gefordert seien, europäische Werte zu vermitteln. Die Chefredakteurin unterstrich die enorme und gestiegene Bedeutung des Bundesheeres, so werde es bei Katastropheneinsätzen von der Bevölkerung als "Hoffnungsbringer" gesehen und geschätzt. Wichtig sei die - auch politisch zugesagte - gute Ausrüstung des Heeres, doch die finanzielle Absicherung für die positive Aufrüstung sei nicht abgesichert, sondern müsse die kommende Regierung als Aufgabe annehmen. Zu den politischen Rahmenbedingungen fürs Heer brauche es stets und unverzichtbar Menschlichkeit und Menschen, die der Allgemeinheit dienen und positive Werte vermitteln, so Gössinger.

Gedenkworte sprach auch Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler. "Wir gedenken all jener, die als Angehörige des Bundesheers sowie der Einsatz-, Hilfs- und Blaulichtorganisationen im Dienste der Allgemeinheit ihr Leben lassen mussten und der zig Millionen Toten der Kriege und auch jener Soldaten, die bei friedenserhaltenden Einsätzen gestorben sind". Er erinnerte auch an jenen Rekruten, der heuer in Horn auf tragische Weise ums Leben gekommen ist.

Ein Leben in Würde, Frieden und Sicherheit sei jedenfalls nicht selbstverständlich, sondern sei täglich neu zu erkämpfen, appellierte Gitschthaler, dass jeder aufgefordert sei, dem anderen Respekt zu erweisen und seinen ihm möglichen Beitrag zur Verbesserung zu leisten. "Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler", dieses Wort von Ingeborg Bachmann wurde als Faktum wie auch als Gedankenanstoß zitiert. Musikalisch eindrucksvoll umrahmt wurde die traditionelle Allerseelenfeier mit Kranzniederlegungen wiederum von der Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Dietmar Pranter.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Brunner
Fotos: LPD/Just