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Marterl-Offensive: Kapelle bei der Burg Hochosterwitz renoviert

03.11.2017
LR Benger: Marterln sind sichtbare Zeichen unserer Kultur – Kapelle in Mairist saniert und neu gestaltet


Klagenfurt (LPD). „Unsere Marterln zu erhalten, sie zu pflegen und in Szene zu setzen, ist lebendige Kultur, ist gelebter Heimatstolz“, sagte Kulturlandesrat Christian Benger gestern, Donnerstag, bei seinem Besuch nahe der Burg Hochosterwitz. Dort wurde in Mairist, am Hof der Familie Knafl, im Zuge der Marterlförderung die über hundert Jahre alte Kapelle saniert und neu gestaltet. Man schätzt, dass die kleine Kapelle 1896 erbaut worden ist.


Die Familie Knafl hat den Hof 1900 schon mit der Kapelle erworben. Franz Knafl war es nun auch, der die Sanierung der Kapelle in Angriff genommen hat, um sie, wie den Hof, für nächste Generationen zu erhalten. Die Familie sieht in der Kapelle ein christliches Symbol, das den Menschen am Hof und in der Umgebung immer Hoffnung und Trost gespendet hat. „Diese sichtbaren Zeichen unseres Glaubens müssen wir erhalten, daher haben wir die Marterlförderung ins Leben gerufen“, so Benger.


Sämtliche Wandflächen an der Kapelle mussten abgeschliffen, Löcher und Risse ausgebessert werden. Die Malerei im Inneren war kaum noch zu erkennen, sodass auch diese Wände entsprechend bearbeitet werden mussten und die alten Motive erneuert wurden. Für diese Arbeiten hat die Familie Knafl Roland Mutter, den Kunstmaler, aus Klagenfurt, gewinnen können. Wenn die Sanierung fertiggestellt ist, sollten 50 Jahre lang keine weiteren Instandhaltungsarbeiten notwendig sein. In Summe rechnet man mit Kosten von über 3.500 Euro. Aus der Marterlförderung fließen 900 Euro. Mutter ist bekannt für die Sanierung und Neugestaltung von Kapellen und Bildstöcken in Kärnten.


Im Jahr der Volkskultur geht es laut Benger um konzentrierte Förderungen, die Brauchtum, Traditionen und kulturelles Erbe in allen Facetten erhalten. „Marterln sind ein sichtbares Zeichen unserer regionalen Identität und gehören zur unverwechselbaren Kultur Kärntens. Ich sehe diese Förderung als Heimatpflege“, erklärt er.


Deshalb wurde heuer auf seine Initiative hin erstmals die sogenannte „Marterlförderung“ ins Leben gerufen. 50.000 Euro liegen vorerst im Topf. „Mit dieser Förderung wollen wir volkskulturelles Gut und sichtbare Zeichen unseres Glaubens erhalten. Gemeint sind Wegkreuze, Marterln aber auch Mühlen“, so Benger. Diese dürfen aber nicht unter Denkmalschutz stehen. Die Förderung für eine Sanierung beträgt 25 Prozent, maximal jedoch 3.500 Euro.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Böhm

Fotohinweis: Büro LR Benger