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Großinvestition in Blintendorf bei St. Veit sichert landwirtschaftliche Produktion

03.11.2017
LR Benger: Investition sichert Abnahme bäuerlicher Rohstoffe – Landwirtschaftliche Genossenschaft investiert 2,4 Mio. Euro in ein neues „Cereal Center“


Klagenfurt (LPD). „Investitionen sind die Butter am Brot der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie sichern Standorte, schaffen Arbeitsplätze und Einkommen und halten den Wirtschaftsmotor in Schwung“, sagte Agrarlandesrat Christian Benger gestern, Donnerstag, beim Besuch bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Blintendorf bei St. Veit. Das Unternehmen hat in den Standort rund 2,4 Mio. Euro investiert. Damit wird nicht nur die Abnahme der bäuerlichen Rohstoffe gesichert, auch Nischenprodukte können jetzt in Blintendorf gelagert werden. Was wiederum für die Landwirtschaft im Umfeld bedeutet, auf Nischen setzen zu können. „Mit dieser Investition sind die Produktion und die Verarbeitung und Vermarktung von Nischenprodukten gesichert“, wies Benger hin.


Auf dem Gelände der ehemaligen Biogasanlage Nawaros hat die Landwirtschaftliche Genossenschaft in St. Veit eine Getreidesiloanlage samt Trocknung errichtet. Zehn Getreide-Stahlsilos, die je 200 Tonnen fassen, und ein Großsilo für Mais, der 5.000 Tonnen fasst, wurden aufgestellt. Mais konnte bisher am Standort nicht getrocknet werden und musste mit geringer Wertschöpfung nass als Futtermittel exportiert werden. Durch die Trocknungsanlage entstehen neue Veredelungsschritte. Durch die Trocknung von Mais werden auch die LKW-Fahrten um 20 Prozent reduziert.


Die Bauarbeiten sind großteils fertig, es wird bereits Mais eingelagert. Mit den zusätzlichen Lagermöglichkeiten können auch Buchweizen, Speisedinkel, Hirse, Speisemais oder Brotgewürze am Standort in Blintendorf gelagert werden. Auch glutenfreie Produkte und Bio-Speiseprodukte können die Landwirte nun nach Blintendorf liefern. Für die Mitarbeiter und das Umfeld wird durch das Projekt die Staubemission verringert.


„Investoren wie die Genossenschaft sichern mit ihrem Mut nicht nur ihre Standorte ab, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion, die Familienbetriebe, die regionale Lebensmittelproduktion und damit den Wirtschaftskreislauf im ländlichen Raum und nicht nur dort. Außerdem geben sie Perspektiven für die Zukunft“, sagte Benger. Die Regionalität werde damit weiter gestärkt. Für die Umsetzung des Projektes konnten EU-Fördergelder und Landesmittel aus dem Topf der ländlichen Entwicklung lukriert werden. „In dieser Förderperiode gibt es in diesem Topf Gelder für Verarbeitung, Vermarktung und Entwicklung landwirtschaftlicher Erzeugnisse“, wies Benger hin. Zwölf Prozent der Gesamtkosten des Projektes wurden gefördert, es fließen rund 283.000 Euro (50 % EU, 30 % Bund und 20 % Land Kärnten, Agrar). Der Landesanteil macht über 57.000 aus, die Mittel fließen aus dem Agrarreferat.


Die Landwirtschaftliche Genossenschaft wurde 1920 gegründet und steht derzeit im Eigentum von rund 1.100 Landwirten. Betriebsgegenstand ist der Landesproduktenhandel, der Handel mit Energie, der Betrieb von Haus- und Getränkemärkten sowie der Betrieb eines Gartencenters. Neben der Zentrale in Klagenfurt bestehen Filialen in St. Veit, Deinsdorf, Brückl, Moosburg und Ferlach. Der Selbstversorgungsgrad von Getreide in Österreich macht rund 95 Prozent aus.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Böhm

Fotohinweis: Büro LR Benger