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Wenn Kinder in die Krise stürzen

05.11.2017
LHStv.in Prettner: 1,36 Millionen Euro Förderung für Kriseninterventionszentren für Kinder und Jugendliche


Klagenfurt (LPD). "Kinder sind unsere Zukunft. Den Kindern selbst die bestmögliche Zukunft zu ermöglichen, ist wiederum Aufgabe der Gesellschaft. Auch und vor allem die Politik ist diesbezüglich gefordert", erklärt LHStv.in Beate Prettner, heute Sonntag. In der kommenden Regierungssitzung (Dienstag, 7. November) wird sie daher einen Antrag auf Gewährung von Subventionsmittel für das pro mente-Kriseninterventionszentrum für Kinder und Jugendliche (KIZ) in Höhe von 1,357 Millionen Euro einbringen.

Pro mente betreibt für "Hilfe in außerordentlichen Übergangssituationen" zwei Zentren in Kärnten - eines in Klagenfurt, eines in Spittal. "Es handelt sich dabei um eine Anlaufstelle in Not- und Krisensituationen für Kinder und Jugendliche von drei bis18 Jahren", informiert die Sozialreferentin. Wie die aktuellen Zahlen belegen, werden die Kriseninterventionszentren vermehrt in Anspruch genommen. 2016 wurden in Klagenfurt 112 Kinder und Jugendliche stationär aufgenommen, in Spittal waren es 122 junge Hilfesuchende. "Je früher Krisendienste greifen, desto effektiver und nachhaltiger kann geholfen werden. Es ist also unumgänglich, das Angebot für Kinder zu forcieren", ist Prettner überzeugt.

Rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich würden Auffälligkeiten im Bereich der seelischen Gesundheit zeigen. Die Gründe für den Anstieg seien vielschichtig: "Erfreulicherweise lassen sich zusehends mehr Menschen in psychischen Fällen helfen, was nicht immer so war. Das heißt: Wir sind auf einem guten Weg, das nach wie vor mit einem Tabu behaftete Thema aufzubrechen", erklärt die Sozialreferentin. Auf der anderen Seite würden Situationen zunehmen, die Kinder und Jugendliche in Krisen stürzen: Belastungsfaktoren seien u.a. Leistungsdruck, Schnelllebigkeit, Rückzug in insolierende digitale Erfahrungswelten, Überforderungssituationen der Eltern, brüchiger werdende Beziehungen, Armutsgefährdung. "Es sind dies Faktoren, die psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Einbrüche fördern", weiß Prettner. Es gelte deshalb, die Krisensituationen frühzeitig zu erkennen und gezielte Hilfe anzubieten.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Brunner