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"Frauenbericht" durchleuchtet Lebenssituation der 287.516 Frauen in Kärnten

06.11.2017
LHStv.in Prettner und Frauenbeauftragte Slamanig präsentieren 2. Kärntner Frauenbericht - Faktenlage ist Lob und Auftrag


Klagenfurt (LPD). Im Jahr 2011 wurde der 1. Kärntner Frauenbericht veröffentlicht. Anfang dieses Jahres wurde das "Kärntner Institut für Höhere Studien - KIHS" mit der Erstellung des 2. Kärntner Frauenberichts beauftragt. Dieser liegt nun auf 173 Seiten vor - und spricht "eine Sprache, die zeitgleich Lob und Auftrag ist", fasste Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz das Ergebnis zusammen. "Zum einen zeigt der Bericht, dass sich seit 2011 einiges zum Positiven gewendet hat für die Frauen in Kärnten. Zum anderen macht der Bericht deutlich, dass sich noch einiges zum Positiven wenden muss, und der Kampf um Gleichberechtigung noch nicht ausgefochten ist", so Prettner.

Die Daten legen dar, dass Mädchen und Frauen in Kärnten so gut ausgebildet sind wie nie zuvor. Sie verdienen so viel wie nie zuvor. Der Einkommensvorteil der Männer nimmt kontinuierlich ab und liegt bei etwas mehr als 20 Prozent. "Das ist noch immer zu viel - doch der Weg stimmt", betonte die Frauenreferentin. Der Weg stimme auch da, wo Frauen an die Spitze von Unternehmen berufen werden: "Die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte in Kärntner Landesunternehmen beträgt immerhin 25 Prozent, die Zahl der Bürgermeisterinnen hat sich von drei auf acht fast verdreifacht. Luft nach oben bleibt freilich allemal."

Wie die Frauenbeauftragte des Landes Kärnten, Michaela Slamanig, ausführte, bleibe vor allem da Luft nach oben, wo die traditionellen Rollenbilder eine gesellschaftliche Schieflage unterstützen: "Der Frauenbericht zeigt auf, dass die Verrichtung der unbezahlten Arbeit im familiären Umfeld nach wie vor mehrheitlich Frauensache ist. Auch die Kinderbetreuung wird primär von Frauen übernommen und Pflege- und Fürsorgetätigkeiten sind weitgehend weiblich geblieben."

Erfreulich hingegen sei, dass in anderen Bereichen die traditionellen Rollenbilder bröckeln: Vor allem, was Ausbildung und berufliche Karrierewege betrifft. "Mädchen wagen sich etwa vermehrt in männliche Ausbildungen und Männer-Berufe vor", informierte Slamanig. Das sei nicht zuletzt ein Erfolg des Girls Day, der jedes Jahr größere Formen annehme.

Bei einer Bevölkerung von 561.077 leben in Kärnten 287.516 Frauen. Das sind 51,24 Prozent. Damit weist unser Bundesland nach Wien den zweitgrößten Frauenanteil im Bundesländervergleich auf. "Frauenpolitik bedeutet damit nicht zuletzt, für mehr als die Hälfte der Bevölkerung Gerechtigkeit und Fairness zu schaffen", stellte Prettner fest. Aufbauend auf dem Datenmaterial und der Faktenlage des Frauenberichts will sie nun verstärkt in jene Bereiche vordringen, in denen vor allem überholte Rollenbilder einen Gleichstand erschweren.


I N F O: Der Frauenbericht hat folgende Schwerpunkte berücksichtigt: demografische Entwicklung inkl. Fertilitätsrate; ökonomische Situation (Arbeitsmarkt, Erwerbstätigkeit, Einkommen, gender pay gap, Familienformen, Armutsgefährdung); Aus- und Weiterbildung; unbezahlte Arbeit und Freiwilligenarbeit (Haushaltsarbeit, Erziehungsaufgaben, Pflegeaufgaben); Gesundheit und Gesundheitswesen Gesundheitsvorsorge; Gewalt gegen Frauen und Kinder; Partizipation von Frauen in Wirtschaft und Politik.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger

Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner