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Zum Tag des Apfels: Heuer um 40 Prozent weniger Apfel-Ernte

08.11.2017
LR Benger zum Tag des Apfels (10.Nov.): Bis zu 40 Prozent Ernteeinbußen machen Apfelbauern das Leben schwer - Zwei Jahre hintereinander massive Einbußen - Statt 900 Tonnen Ernte nur rund 500 Tonnen


Klagenfurt (LPD). "Zum zweiten Mal hintereinander ist der Tag des Apfels ein Tag der Ernteeinbußen. Denn wieder machen Frost und Witterung unseren Apfelbauern das Leben schwer. Bis zu 40 Prozent machen die Ernteeinbußen aus", berichtet heute Agrarlandesrat Christian Benger.

Am 10. November ist der Tag des Apfels. Zwei Katastrophenjahre hintereinander beeinträchtigen auch die Versorgung im Land mit heimischem Obst. Die Frostnächte Ende April 2017 haben Schäden unterschiedlichster Ausprägung verursacht. In einigen Gebieten Kärntens setzte auch der Hagel den Obstbauern zu.

Um die Schäden so gering wie möglich zu halten, hat Benger in der Regierung die Erlaubnis für die Obstbauern durchgesetzt, Frosträuchern zu dürfen, wie es auch in anderen Bundesländern bei drohendem Frost schon möglich war.

Denn schon 2016 haben Frost, Schneebruch und Hagel den Obstbauern ordentlich zugesetzt. 80 Prozent machten die Ernteausfälle im Vorjahr aus, bei Beeren und Steinobst betrug der Ausfall sogar 100 Prozent.
Der späte Frost und Schnee 2016 waren der Grund, dass das Land Ende 2016 die Hagelversicherung ausgeweitet hat auf Frostschäden sowie auf Missernten durch Dürre. "Die Versicherung ist die einzige Möglichkeit, Ernteausfälle zu kompensieren", sagt Benger.

In Summe wendet das Land durch die Ausweitung rund 1,6 Mio. Euro auf. Die Versicherungsprämie wird zur Hälfte vom Landwirt und zur Hälfte von Bund und Land getragen. "Der Appell 2016 hat im wahrsten Sinne des Wortes Früchte getragen. Denn 90 Prozent unserer Obstbauern haben sich versichert", weist Benger hin. Das entspricht 35 Hektar der Obstkulturen. Die Weinbauern haben rund 70 Prozent der Gesamtweinbaufläche versichert.

21 Erwerbsobstbauern betreiben in Kärnten Intensivobstbau und vermarkten das Obst zum Großteil auch selbst. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Obst liegt im Jahr bei 19,5 Kilogramm. Der Streuobstbau ist nicht nur relevant für das Erscheinungsbild unserer Kulturlandschaft. Er dient als Rohstoffgrundlage für Obstwein, Säfte, Destillate, Liköre und Essige. Auch hier machen die Einbußen bei der Ernte 50 Prozent aus, nur 8.000 Tonnen werden heuer von rund 8.000 Hektar Streuobstfläche eingefahren.
Der Ernteausfall 2017 habe laut Benger auch Einfluss auf die Versorgung mit heimischem Obst. "Unsere Bemühungen, das Bewusstsein für heimische Produkte zu stärken, werden trotz dieser Ereignisse nicht enden", betont Benger. Aber es können heuer auch weniger Schulen und Kindergärten im Zuge der Schulobstaktion beliefert werden. Das Agrarreferat unterstützt die EU-Aktion auch heuer wieder mit 30.000 Euro.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Gerlind Robitsch