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HCB Görtschitztal 2: Altlast K20 - Dritte Stufe des Sicherungsprojektes in Umsetzung

09.11.2017
Ständige Kontrollen in Wietersdorf und bei Donau Chemie Brückl - Räumung und Entsorgung der Futtermittel aus Steinbruch Wietersdorf soll in nächsten Monaten erfolgen


Klagenfurt (LPD). Ein Kontroll- und Untersuchungsschwerpunkt des Landes in den vergangenen Monaten galt der Altlast K20 der Donau Chemie und dem Wietersdorfer Zementwerk". Die dabei im Laufe des Jahres gemessenen Daten zeigen eine deutliche Abnahme der Werte, zurückzuführen ist dies auf die gesetzten Sicherungsmaßnahmen. Zusätzlich findet ein erweitertes Grundwasseruntersuchungsprogramm statt.

Die im UVP-Bescheid der Kärntner Landesregierung (Abteilung 7 - Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur und Mobilität) im Jahr 2003 verankerten Emissionsgrenzwerte waren bereits strenger als es die Regelungen der Abfallverbrennungsverordnung für Zementwerke vorsieht und werden gegenwärtig auf der Grundlage der behördlichen Kontrollen durch über 20 externe Sachverständige der Abfallwirtschafts- und UVP-Behörde im Zusammenhang mit den vorgelegten Messberichten von der w&p Zement GmbH ständig auf ihre Einhaltung überprüft und im Falle der Feststellung von Mängeln Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet. Durch entsprechende Verfahrensanordnungen werden die Mängel beseitigt.

Überdies wurden mit einem Bescheid vom Juni 2016 für einige Schadstoffe strengere Emissionsgrenzwerte durch geeignete technische Maßnahmen und Vorkehrungen zusätzlich aufgetragen. Zudem wurde das Verbot der thermischen Behandlung bestimmter Abfallarten verfügt und die Grundlagen der Rechtsordnung für diese Maßnahmen zugunsten der Bevölkerung ausgereizt.

Mit der heuer in Betrieb genommenen Nachverbrennungsanlage werden Grenzwerte verankert, die deutlich über den verpflichtenden aktuellen Stand der Technik hinausgehen. Diese macht Wietersdorf unter Berücksichtigung der bereits behördlich genehmigten Quecksilberreduktionsanlage zum modernsten und schadstoffärmsten Zementwerk Mitteleuropas. Es bleiben die behördlich genehmigten Gesamtabfallmengen von 100.000 Tonnen, wie sie im UVP-Bescheid 2003 festgelegt wurden unverändert. Zudem verzichtet W&P aktuell auf das Einbringen gefährlicher Abfälle.

Aufgrund der von den Behörden gesetzten Schritte hat das Umweltministerium im Wege der Kommunalkredit auch eine Förderung für die Quecksilberreduktionsanlage zugesichert und dabei eine für die Bevölkerung des Görtschitztals, die Umwelt und den Wirtschaftsstandort wichtige und zukunftsträchtige Investition unterstützt.

Aber nicht nur in Wietersdorf, sondern auch im Bereich der Altlast K20 der Donauchemie wurden die entsprechenden behördlichen Schritte der Altlastensanierungsbehörde gesetzt. Das nunmehr von der Donauchemie vorliegende Sicherungsprojekt wird in drei Stufen umgesetzt.

Nunmehr befindet sich Stufe drei in Umsetzung. Sie umfasst die Grundwasserhaltung samt Grundwasserreinigungsanlage mit Aktivkohlefilter (Umschließung des Altlastenkörpers mittels Schlitzdichtwand und die Errichtung einer Grundwasserreinigungsanlage) und soll bis Jahresende 2017 umgesetzt sein. Stufe eins und zwei zur Sicherung der Altlast sind bereits abgeschlossen. Stufe 1 umfasste: a) Die Errichtung einer multifunktionalen Oberflächenabdichtung inklusive horizontaler Saugleitungen. b) Die Errichtung einer Oberflächenentwässerung zur kontrollierten Fassung und Ableitung von Niederschlagswässern. c) Die Rekultivierung der Oberfläche und d) die Errichtung einer Bodenluftabsauganlage. In der Stufe 2 wurde die Abluftreinigungsanlage mit Aktivkohlefilter mit der geplanten Einreichung durch die Donauchemie im Frühjahr 2017 umgesetzt und das Projekt für die Ummantelung der Altlast K20 ausgearbeitet.

Ziel der Sicherung ist es, durch Maßnahmen wie das Abdichten des Deponiekörpers, die Emissionen von Schadstoffen über die Luft wie auch über das Wasser (Grundwasser) zu verhindern bzw. zu minimieren. Durch ein begleitendes umfassendes Monitoring der Umwelt (Boden, Luft, Grundwasser, Gurk etc.) wird die Wirkung der Sicherung kontrolliert und laufend bestätigt.

Im Wesentlichen wurde ein Luft-Monitoring (dauerregistrierende Luftgütemessungen, HCB-Passivsammlermessungen, Bioindikatormessungen) sowie ein Futtermittel-Monitoring im Umfeld der Altlast(auf Grundlage der Empfehlungen des Umweltbundesamtes), aber auch Kontrollen im Grundwasser vorgeschrieben. Damit ist sichergestellt, dass Schadstoffe weder in die Luft und noch durch die Ummantelung in das Grundwasser gelangen.

Die Maßnahmen und Schritte im Görtschitztal sind auf der Homepage des Landes unter http://www.ktn.gv.at/302398e_DE-HCB abrufbar.

Bezüglich der derzeit noch im Steinbruch Wietersdorf gelagerten mit HCB belasteten Futtermittel teilt die Bezirkshauptmannschaft St. Veit/Glan mit, dass seitens der Betriebsinhaberin bereits mehrere Varianten für die Durchführung einer ordnungsgemäßen, dem Gesetz sowie den Erfordernissen des Umweltschutzes entsprechenden Entsorgung konzipiert und der Abfallwirtschaftsbehörde der Bezirkshauptmannschaft vorgelegt wurden. Sie wurden bereits beurteilt. Angesichts der Komplexität der Angelegenheit bedarf die letztgültige Festlegung eines Entsorgungsplanes jedoch noch weiterer konzeptiver Maßnahmen. An ihnen wird gearbeitet. Mit einer Umsetzung der Entsorgung und damit einer Räumung der Lagerplätze ist nach derzeitigem Stand im Laufe der nächsten Monate zu rechnen.



Rückfragehinweis: Landespressedienst, Abteilung 7 (Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur, Mobilität), BH St. Veit
Redaktion: Michael Zeitlinger