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Regierungssitzung 2 - Mehr Pflegepersonal in Kärntner Heimen beschlossen

20.11.2017
LHStv.in Prettner: Kärnten hat seine Verantwortung ernst genommen, jetzt sind die Verantwortlichen bei den bundesweiten Kollektivvertragsverhandlungen am Zug


Klagenfurt (LPD). "Mit der heute in der Regierungssitzung beschlossenen Verordnung zum Kärntner Heimgesetz wurde der Weg frei gemacht für die Senkung des Pflegeschlüssels und damit für eine Aufstockung des Pflegepersonals in den Kärntner Pflegeheimen", informierte die zuständige Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner.

"Mit der Senkung des Personalschlüssels ist ein wichtiger Schritt in Richtung Qualitätssteigerung und Entlastung des Betreuungs- und Pflegepersonals gesetzt", so Prettner. Die dadurch anfallenden Mehrkosten werden sich auf rund 4,2 Millionen Euro pro Jahr belaufen.
Wie die Gesundheitsreferentin erklärte, wird - abgesehen von der Aufstockung des Pflegepersonals - in jeder Pflegeeinrichtung zusätzlich eine Animationskraft eingestellt: "Dabei handelt es sich um Fachsozialbetreuer mit dem Ausbildungsschwerpunkt Altenarbeit, die mit unterschiedlichsten Animationen den Alltag in den Pflegeheimen abwechslungsreicher und bunter machen werden", sagte Prettner. Die jährlichen Mehrkosten für die Animationskräfte werden rund 1,6 Millionen Euro betragen.

In Kraft treten wird die Verordnung mit 1. Jänner 2018 mit Übergangsbestimmungen. "Die zusätzlichen Pflegeassistenten und Fachsozialbetreuer sind bis 1. April 2018 einzustellen, die Angehörigen des gehobenen Dienstes der Gesundheits- und Krankenpflege bis 1.Juli 2018. Für Animationskräfte ist keine Übergangsfrist vorgesehen, d. h. sie sind mit 1. Jänner einzustellen", betonte die Referentin.

"Mit dem heutigen Beschluss für den extramuralen Pflegebereich und dem in der Vorwoche im Landtag beschlossenen Gesetz für den intramuralen Bereich hat Kärnten beispielgebende Schritte im Pflegewesen gesetzt. Die Entlastung des Pflegepersonals durch zusätzliche Pflegestellen garantiert eine weitere Erhöhung der Pflegequalität", ist Prettner überzeugt. Sie sieht jetzt die Verhandler auf Bundesebene gefordert: "Es ist wichtig und zwingend notwendig, einen fairen Abschluss bei den bundesweiten Kollektivvertragsverhandlungen für die Mitarbeiter im extramuralen Bereich zu erzielen", appellierte die Gesundheitsreferentin. "Wir in Kärnten haben unsere Verantwortung ernst genommen, und die Leistungen der Pflegekräfte im Spitalsbereich entsprechend honoriert. Nun sind andere am Zug - denn es darf keine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Pflegepersonal entstehen", warnte Beate Prettner.

Die Gehaltsanpassungen der im extramuralen Bereich tätigen Pflegemitarbeiter (und darüber hinaus aller im Sozialwesen tätigen Arbeitnehmer) werden im Rahmen der Kollektivverträge der ÖSW (Sozialwirtschaft Österreich) beschlossen. LHStv.in Prettner hofft jedenfalls "auf faire Abschlüsse, die zum einen den Wert der geleisteten Arbeit honorieren und keine Gehaltsschere zu den in den Krankenanstalten tätigen Mitarbeitern entstehen lassen."

Zum anderen sei es nur recht und billig, wenn jene, die wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung beitragen, auch einen gerechten Anteil eben dieses Aufschwungs abbekommen. "Es ist nämlich gerade der Sozialsektor, der zum Konjunkturplus vieles beigetragen hat."


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Claudia Grabner