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Welt-Aids-Tag: 27 Neudiagnosen in Kärnten

27.11.2017
LHStv.in Beate Prettner und Günther Nagele, Leiter der aidsHilfe Kärnten: Mehr Tests, mehr Neudiagnosen, bessere Therapien


Klagenfurt (LPD). Zum 30. Mal wird am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag begangen. Es hat sich viel verändert in diesen drei Jahrzehnten rund um das Thema HIV. "Heute werden Erkrankung und die Erkrankten nicht mehr in ein tabuisiertes Eck gedrängt, vielmehr hat man es geschafft zu sensibilisieren, dass es jeden treffen kann; vor allem aber haben sich die Therapieformen derart verbessert, dass die Diagnose HIV-positiv kein Todesurteil mehr ist. Tatsächlich sind bei frühzeitiger Diagnose die Lebenschancen so hoch wie bei gesunden Menschen", erklärte heute, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Allerdings erhalten etwa 40 Prozent aller HIV-positiven Personen in Österreich ihre Diagnose zu einem Zeitpunkt, zu dem das Immunsystem bereits geschwächt ist.

Wie der Leiter der aidsHilfe Kärnten, Günther Nagele, bestätigte, habe sich auch die Arbeit der Aidshilfe verlagert: "Heute geht es zunehmend um den Präventionsbereich. Der HIV-Test wird zum wichtigsten Präventionsmittel - denn nur wer seinen Status kennt, wird andere nicht anstecken."

Einmal pro Woche (Dienstag 16.30 bis 18.30 Uhr) kann in der aidsHilfe-Stelle Kärnten der Test gemacht werden. "Pro Termin kommen rund 20 Personen. Das Blut wird in die Zentrale nach Graz geschickt und dort untersucht. Bereits zwei Tage später, am Donnerstag, haben wir die Ergebnisse vorliegen", so Nagele. Im Vorjahr wurden in Kärnten 27 Neudiagnosen registriert, 2015 waren es 14. "Die Verdoppelung weist allerdings nicht auf eine Zunahme von Aids hin, vielmehr zeigt sie, dass sich die "richtigen" Menschen testen lassen", informierte Nagele. Die Dunkelziffer sieht er bei rund 25 Prozent - "und das heißt, dass sich nach wie vor nicht all jene testen lassen, die es notwendig hätten." Langfristiges Ziel: die Dunkelziffer bis 2030 auf zehn Prozent zu drücken.

Eine Früherkennung hilft in der Tat, sein Leben zu retten. "Heute ist es so, dass Menschen mit der HIV-positiv Diagnose gar nicht so sehr Angst vor dem Sterben, sondern soziale Angst haben. Das heißt, sie haben Angst vor der Isolation, vor dem sozialen Fallen-gelassen-Werden." Viele der Betroffenen würden daher die Erkrankung gegenüber der eigenen Familie verschweigen…


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Claudia Grabner
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner