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Startschuss für ein "herzsicheres" Kärnten

29.11.2017
Kärnten wird flächendeckend mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren versorgt - LHStv.in Pretter, RK Präsident Ambrozy und Bgm. Mock enthüllten in St. Veit die erste dieser Säulen


Klagenfurt (LPD). Land Kärnten und Rotes Kreuz haben heute gemeinsam mit der Stadtgemeinde St. Veit den Grundstein für ein "herzsicheres Kärnten" gelegt: Defibrillator-Säulen - flächendeckend in Kärnten - sollen mithelfen, Leben zu retten. "Tatsächlich sterben jährlich 12.000 Menschen am plötzlichen Herztod - womit das die Todesursache Nummer eins ist", erklärte Gesundheitsreferentin Beate Prettner im Rahmen einer Pressekonferenz. Nur fünf Prozent überleben die plötzliche Herzattacke. "Jede Minute zählt: Jede Minute reduziert sich die Überlebenschance um 7 bis 10 Prozent", so Prettner.

Wie Rot-Kreuz-Präsident Peter Ambrozy betonte, verfolge das Rote Kreuz mit dem neuen Defi-Programm ein großes Ziel, das in der Kernkompetenz des Roten Kreuzes liege: "Wir wollen mehr Menschen in Kärnten eine bessere Überlebenschance bieten", so Ambrozy. Als weitere Kooperationspartner mit dabei sind das Gesundheitsland Kärnten mit dem Netzwerk der Gesunden Gemeinden und Cardio Angel Austria.

Eine Vorreiterrolle unter den Gemeinden Kärntens nimmt bei diesem Projekt die Stadtgemeinde St. Veit/Glan ein. Der heute am Schillerplatz enthüllten ersten Defi-Säule sollen "sehr rasch zwei weitere folgen - eine am Hauptplatz, eine am Oktoberplatz", erklärte Bürgermeister Gerhard Mock. "Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir beim Start dieser Aktion vorneweg mit dabei sind. Wenn nur ein Menschenleben damit gerettet werden kann, dann haben wir etwas Gutes damit getan", so Mock.

Viele weitere Gemeinden sollen dem St. Veiter Beispiel folgen. "Unser Ziel wäre es, dass in ganz Kärnten rund 150 dieser Säulen auf öffentlichen Plätzen entstehen", so Ambrozy. 280 Defis seien bereits aufgestellt - jedoch in Gebäuden wie Banken, Firmen, Sportstätten.
Die Defi-Säule spielt technisch alle Stückerln: Der wesentliche Vorteil der Säulen gegenüber einem anderen öffentlich zugänglichen Defi ist die automatische Direktverbindung des Defis zur Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes. Über eine in den Defi integrierte Freisprecheinrichtung erfolgt die unmittelbare Kontaktaufnahme der Rettungsleitstelle mit dem Anwender. Ein in das Gerät eingebautes GPS sendet der Rettungsleitstelle außerdem immer die aktuellen Standortdaten des Gerätes, so dass die Rettungskräfte direkt zum eingesetzten Gerät dirigiert werden können, auch dann, wenn es von der Säule entfernt wird. Ein weiterer Vorteil der GPS-Datenübertragung ist die gleichzeitige Diebstahlsicherung der Geräte.

Sollte ein Gerät missbräuchlich entwendet werden, wird von der Rettungsleitstelle automatisch die Polizei verständigt. Der Defi in der Säule ist für den Betreiber praktisch wartungsfrei, da das Gerät automatisch mit dem Hersteller Philips kommuniziert und etwaige Wartungsarbeiten selbständig meldet. Laut David G. Clausen von Philips sei Kärnten mit dieser Initiative internationaler Vorreiter.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Claudia Grabner
Foto: Büro LHStv.in Prettner