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Kärntner Arbeitsmarkt: Gute Entwicklung und neue Akzente

01.12.2017
LHStv.in Schaunig: Erfreuliche neue Arbeitsmarktzahlen belegen Aufschwung in Kärnten - Unterstützung von älteren bzw. benachteiligten Jobsuchenden weiterhin unbedingt nötig


Klagenfurt (LPD). Die gute Entwicklung am Kärntner Arbeitsmarkt hält an: Die Beschäftigung stieg im November um 1,5 Prozent an, die Arbeitslosigkeit sank um 7,5 Prozent. Die große Zahl an offenen Stellen - 2784 insgesamt, plus 60,6 Prozent - deutet auf eine Fortsetzung der positiven Tendenz auch in den nächsten Monaten hin. Dies gaben Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig und der Chef des AMS Kärnten, Franz Zewell, heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz bekannt.

Sie verwiesen darauf, dass es gleichzeitig Personengruppen gebe, die es bei der Jobsuche nach wie vor schwer haben - etwa Menschen über 50 Jahre, mit gesundheitlichen Problemen oder ohne Berufsausbildung. Um ihre Chancen auf Beschäftigung zu erhöhen, haben Arbeitsmarktservice (AMS) und Land Kärnten ein enges Netz an Einrichtungen und Projekten am zweiten Arbeitsmarkt geknüpft.

Eine weitere Maßnahme, um Menschen über 50 in Beschäftigung zu bringen, ist die Aktion 20.000 des Bundes, die im Sommer als Pilotprojekt in Villach und Hermagor startete und über die bis Jahresende rund 300 Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit wieder in die Erwerbsarbeit zurückgefunden haben werden. Für 2018 ist eine Ausweitung auf ganz Kärnten geplant. "Ich appelliere eindrücklich an die Koalitionsverhandler auf Bundesebe, diese wichtige und richtige Maßnahme nicht zu stoppen. Hunderte Menschen würden damit die Chance auf eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt verlieren", sagt Schaunig.

Ein Beispiel für eine bereits seit vielen Jahren erfolgreiche Beschäftigungsaktion ist 4everyoung.at: Hier bekommen Arbeitsuchende besondere Unterstützung, um den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Seit 2001 führt die gemeinnützige Organisation 4everyoung.at im Auftrag von AMS und Land Kärnten. Beschäftigungsprojekte und Arbeitstrainings durch. Hauptzielgruppen sind ältere Menschen, WiedereinsteigerInnen und Jugendliche. Mehr als 600 Personen haben seither - sozialpädagogisch begleitet - in den Projekten gearbeitet. In den vergangenen Monaten hat 4everyoung.at hier gleich mehrere neue Akzente gesetzt.

So wurde das Nählabor "Nahtstelle" umgebaut und erweitert sowie der Internetauftritt überarbeitet. Der neue Online-Shop www.gutedinge.at soll künftig als Verkaufsfläche für kreative Upcyclingprodukte aus den 4everyoung.at-Werkstätten dienen (z.B. für Taschen aus alten Planen, Uhren/Deko aus PC- oder Elektronik-Resten). Gleichzeitig wird damit ein neuer, zukunftsträchtiger Arbeitsbereich geschaffen (Fotografie, Wartung Onlineshop, Verpackung, Versand).

"Der Wirtschaftsaufschwung in Kärnten erfasst beinah alle Bereiche und Personengruppen - aber eben nur beinah. Menschen über 50, Menschen, die nicht hundertprozentig gesund sind, Menschen die nicht die richtige Ausbildung mitbringen, haben es nach wie vor schwer bei der Jobsuche", sagt Arbeitsmarktreferentin Schaunig. "Gemeinsam mit dem AMS wollen wir diese Menschen in besonderem Maße unterstützen. Und zwar mit kreativen Programmen am Puls der Zeit, wie 4everyoung.at."

Auch in Zeiten der Konjunkturerholung werde das Land weiterhin gezielte Maßnahmen am Arbeitsmarkt setzen: "39,9 Millionen Euro fließen allein über den territorialen Beschäftigungspakt heuer in den Kärntner Arbeitsmarkt, davon kommen 9,7 Millionen Euro vom Land." Im besonderen Ausmaß gestützt wird damit der zweite Arbeitsmarkt.

Franz Zewell, Chef des AMS Kärnten: "Das AMS nimmt 2017 insgesamt 17,5 Millionen Euro für den zweiten Arbeitsmarkt in die Hand. Die gemeinnützigen Beschäftigungsprojekte werden dabei laufend an die Anforderungen am ersten Arbeitsmarkt angepasst. Diese kontinuierliche Professionalisierung ist entscheidend, um die Chancen der TeilnehmerInnen auf die Rückkehr in eine reguläre Beschäftigung zu erhöhen und dauerhafte Ausgrenzung zu verhindern. Der neue Online-Shop und die damit verbundenen Arbeitsbereiche etwa spiegeln die fortschreitende Digitalisierung des Handels wider - ein großes Thema seitens der Unternehmen."

"Die Kundschaft kann bei www.gutedinge.at die Vorteile des Online-Shoppings mit der Stärkung regionaler Produkte und Sozialengagement vereinen", schildert Sonja Mitsche, Geschäftsführerin von 4everyoung.at. "Im besten Fall wächst der Onlineshop zu einer Plattform für verschiedene gemeinnützige Organisationen, die hier hochwertige Produkte mit Mehrwert anbieten. Für die Zukunft kann ich mir auch einen gemeinsamen Verkaufsraum vorstellen."


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Eva Matticka
Foto: Büro LHStv.in Schaunig