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Kärntner Suchtbeirat steht hinter Rauchverbot bis 18 Jahre

01.12.2017
LHStv.in Prettner rückt Jugendliche und Familien verstärkt in das Blickfeld der Suchtstrategie-Programme des Landes - Zwei Primarärzte zur Unterstützung der Suchtkoordination


Klagenfurt (LPD). Die Suchtstrategie 2018 - 2028, das Projekt suchtspezifische Familienintensivbetreuung sowie das Rauchverbot bis 18 Jahre standen heute, Freitag, im Mittelpunkt der Jahressitzung des Kärntner Suchtbeirates. Die auf zehn Jahre ausgelegte Suchtstrategie für Kärnten wurde bereits Anfang des Jahres von Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner in Auftrag gegeben. "Schwerpunkt der Strategie werden Jugendliche sein und dies sowohl in Hinblick auf vorbeugende Maßnahmen als auch gezielte Angebote für Risikogruppen", erläuterte Prettner.

Wie Barbara Drobesch-Binter, Leiterin der Abteilung Prävention und Suchtkoordination des Landes, ausführte, "sollen bereits erprobte Programme für Schulen, die die Lebenskompetenz der Kinder und Jugendlichen stärken sollen, weiter ausgebaut werden". Eine wichtige Maßnahme werde es sein, Pädagoginnen und Pädagogen sowohl im Bildungsbereich als auch in der freien Jugendarbeit im Umgang mit konsumierenden Jugendlichen gezielt zu schulen, um ein weiteres Abgleiten in die Sucht zu verhindern. "Hierzu wird bereits an einem Leitfaden für Berufsschulen, Lehrlingsbetreuer und Lehrbetrieben gearbeitet. Ebenso soll es Hilfsangebote für verschiedenste Ziel- und Altersgruppen geben, wobei auch hier ein Fokus auf gesellschaftliche Randgruppen gelegt werden soll", so Drobesch.

Parallel dazu wird das Projekt suchtspezifische Familienintensivbetreuung umgesetzt. Das Pilotprojekt wird im Raum Klagenfurt-Stadt und Klagenfurt-Land starten. Zielgruppe sind Jugendliche ab 12 Jahren mit Suchtgefährdungen/-störungen, aber auch Störungen des Sozialverhaltens oder mit einem komplexen Hilfebedarf. "Die Betreuungsdauer wird bei ca. sechs Monaten liegen mit rund 150 Stunden direkter face-to-face-Arbeit", informierte Prettner.

Ganz klar hat sich der Suchtbeirat für die Umsetzung des Rauchverbotes bis 18 Jahre ausgesprochen. Dieses soll bekanntlich zeitgleich mit der Umsetzung des Tabakgesetzes im Mai 2018 in Kraft treten. Eindringlich warnten die Experten vor dem Kippen dieses Gesetzes: "Keine Deals zu Lasten der Gesundheit. Die Gesundheit darf keinen Nachrang haben, sie muss Vorrang haben", wurde appelliert. Prettner hofft jedenfalls, dass sich "letztendlich doch noch die Vernunft durchsetzen wird und sowohl das Rauchverbot in der Gastronomie als auch die Anhebung des Alters von 16 auf 18 Jahre umgesetzt werden." Österreich sei mit einer Drei-Jahres-Übergangsfrist ohnehin den europaweit großzügigsten Kompromiss eingegangen. "Wenn die neue Bundesregierung trotzdem vor den Gastronomie- und Tabaklobbys in die Knie geht, ist das ein Trauerspiel auf dem Rücken der Gesundheit unserer Kinder."

Zu einer personellen Umstrukturierung kommt es in der UA Prävention und Suchtkoordination aufgrund der bevorstehenden Pensionierung von Brigitte Prehslauer: Neue Suchtkoordinatorin wird Barbara Drobesch-Binter. Primaria Renate Clemens (ärztliche Leiterin der Diakonie de La Tour) und Primarius Wolfgang Wladika (Abteilungsvorstand der Neurologie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters am Klinikum Klagenfurt) werden der Suchtkoordination zur fachärztlichen Beratung beigestellt.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm