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Green Care sichert Standorte, neue Jobs und Strukturen im ländlichen Raum

02.12.2017

Fachtagung Green Care mit Zertifikatsverleihung – LR Benger betont Wichtigkeit des neuen Betriebskonzepts für Absicherung der Strukturen in den Tälern und Gemeinden




Klagenfurt (LPD). „Neue Betriebskonzepte sichern die Standorte unserer Familienbetriebe, die Einkommen und die Jobs vor allem in den Tälern und Regionen des Landes. Green Care ist ein Beispiel, wie landwirtschaftliche Betriebe mit der Vernetzung zur Gesundheit auch die Lebensqualität im ländlichen Raum sichern“, sagte LR Christian Benger anlässlich der Fachtagung Green Care diese Woche. Unter dem Sammelbegriff „Green Care“ werden Aktivitäten zwischen Mensch, Tier und Natur zusammengefasst, die gesundheitsfördernde, pädagogische oder soziale Ziele für unterschiedliche Zielgruppen verfolgen.


„In vielen bäuerlichen Familien gibt es Personen, die über Qualifikationen aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich verfügen. Gerade für diese Betriebe bietet Green Care eine interessante Möglichkeit, den sozialen Beruf mit dem eigenen Bauernhof zu kombinieren“, weist Benger hin. Zusätzlich gibt es eine Reihe an Fort- und Weiterbildungen, die Kompetenzen vermitteln, um die Ressourcen eines Bauernhofes (z. B. Tiere, Gärten oder den Wald) für soziale Dienstleistungen einsetzen zu können.


Genau diese Betriebe wurden diese Woche im Rahmen der Fachtagung in Kärnten ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung, die „Green Care Hoftafel“ erhielt der Betrieb Peintnerhof im Lesachtal mit Andrea Unterguggenberger. Der Betrieb kooperiert mit dem Arzt Georg Lexer.


Der Green Care-Auszeithof ist die neueste Angebotsform im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Das Augenmerk liegt auf Personen, die sich eine Auszeit nehmen möchten, ihren inneren Frieden finden und sich auf das Wesentliche rück be­sinnen wollen. Im Mittelpunkt steht die Interaktion zwischen Mensch, Tier und Natur.


Ob bei Seminaren mit dem bekannten Mediziner Georg Lexer, Wanderungen mit der engagierten Bäuerin und Wanderführerin Andrea Unterguggenberger oder beim gemeinsamen Kochen, wo die naturnah erzeugten Le­bensmittel mit einfachen Rezepten verar­beitet werden: das bewusste Wahrnehmen und dadurch Entschleunigung finden, steht an oberster Stelle.


Durch den Ausbau von Green Care-Angeboten im ländlichen Raum können nicht nur die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe gestärkt werden, sondern auch die jeweiligen Regionen profitieren. Es entstehen neue Arbeitsplätze am und um den jeweiligen Betrieb, aber auch neue, dezentrale und flexible Betreuungsangebote beispielsweise für Kinder und ältere Menschen, die als Grundvoraussetzung für die Erwerbstätigkeit vor allem der Frauen im ländlichen Raum gesehen werden können.


Neben den bäuerlichen Familienbetrieben sowie dem ländlichen Raum sind es vor allem die unterschiedlichen Zielgruppen, die von Green Care-Angeboten profitieren: Kinder und Jugendliche in oftmals problematischen Lebenslagen, Menschen im Erwerbsalter, die aus unterschiedlichen Gründen mit Problemen bei der Arbeitsmarktintegration konfrontiert sind oder sich in belastenden Arbeitsverhältnissen befinden sowie ältere Menschen und Menschen mit Behinderung – sie alle zählen zu den Adressatinnen und Adressaten der Angebote.

Ziele von Green Care:

  • hochwertige Produkte und Dienstleistungen aus aktiven land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Kooperation mit Sozialträgern und Institutionen
  • Zertifizierungskriterien für Produkte und Dienstleistungen auf aktiven land- und forstwirtschaftlichen Betrieben (Qualitätsmanagementsystem)
  • Plattform, die alle Interessenspartnerinnen und -partner mit Informationen bedient und einen Erfahrungsaustausch ermöglicht
  • Darstellung bestehender Finanzierungsmodelle bzw. Strukturen und die Erarbeitung neuer Modelle zur Finanzierung von Projekten in der Land- und Forstwirtschaft



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Sternig