News

POLITIK

Lehrpraxen für Allgemeinmediziner: Finanzierung gesichert

07.12.2017
Gesundheitsreferenten einigen sich mit Bund, Hauptverband und Ärztekammer auf Lehrpraxen-Finanzierung - LHStv.in Prettner präsentiert Kärntner Anreiz-Paket für Medizin-Studenten


Klagenfurt (LPD). Die im Jahr 2015 geänderte Medizin-Ausbildungsordnung schreibt für künftige Allgemeinmediziner eine verpflichtende sechsmonatige Lehrpraxis am Ende der Turnusausbildung vor. Bis heute wurde über ein bundeseinheitliches Finanzierungsmodell der Lehrpraxen gerungen. "Bei der heutigen Bundeszielsteuerungskommission in Wien ist endlich eine bundesweite Lösung gelungen", informiert Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Donnerstag. Demnach übernehmen Länder und Sozialversicherungen den anteilsmäßigen Hauptbrocken, der Bund 16 Prozent und die Ärztekammer zehn Prozent der Kosten.

Während der sechsmonatigen Lehrpraxis orientiert sich das Gehalt an der Höhe des Letztbezuges während der Turnusausbildung im Krankenhaus. "Die Sicherstellung einer entsprechenden Bezahlung während der Lehrpraxis-Zeit ist ganz wesentlich für den Anreiz, sich zum Allgemeinmediziner ausbilden zu lassen", betont Prettner. Um besagten Anreiz weiter zu erhöhen, hat die Gesundheitsreferentin bereits im Vorjahr ein spezielles Maßnahmenpaket geschnürt: "Dieses Paket besteht, abgesehen von der Finanzierung der Lehrpraxen, aus drei Schwerpunkten. So wurde eine Koordinationsstelle eingerichtet, die dafür Sorge trägt, dass es während der Ausbildung zu keinen Stehzeiten kommt. Sie koordiniert unter anderem die Vermittlung zu Lehrpraxen und sorgt für reibungslose interne Abläufe. Angesiedelt ist sie bei der Med-Servicestelle des Kärntner Gesundheitsfonds", erläutert Prettner. "Außerdem werden Primarii in den Krankenhäusern als Mentoren für die Auszubildenden fungieren. Dieses System garantiert einen verlässlichen Partner innerhalb jeder Abteilung." Die dritte Maßnahme: Ein jährlicher "Med-Day, der über die Allgemeinmedizin fundiert aufklärt. Der erste Med-Day hat bereits am 13. Juli stattgefunden - mit einer Beteiligung von mehreren hundert jungen Medizinstudenten.

Was für Prettner noch ausständig und unabdingbar ist, ist eine Lockerung bzw. das Ende der Zugangsbeschränkungen zum Medizin-Studium. "Mit der aktuellen Zugangsbeschränkung produzieren wir sehenden Auges einen hausgemachten Ärzteengpass. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein", warnt sie.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm