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Föhnsturm 8 - Landeskoordinationsausschuss: Bereit für bevorstehende Nacht und morgigen Tag

12.12.2017
LH Kaiser dankte Einsatzkräften - Straßen weitestgehend wieder offen, Schulen in Bad Eisenkappel und Zell Pfarre auch morgen geschlossen - Morgen, Mittwoch, um 10.00 Uhr umfassende Information des Regierungskollegiums


Klagenfurt (LPD). Wie angekündigt, fand heute, Dienstag, am späten Nachmittag eine weitere Sitzung des Landeskoordinationsausschusses in der Landesalarm-und Warnzentrale (LAWZ) statt, zu der Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser geladen hatte, um moderiert von Katastrophenschutzbeauftragten Markus Hudobnik die Ereignisse nach dem Föhnsturm "Yves" noch einmal zusammenzufassen und einen Ausblick auf die bevorstehende Nacht und den morgigen Tag zu geben. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren, die Straßenverbindungen sind weitestgehend wieder offen. Nicht mit Strom versorgt sind derzeit noch rund 4.700 Haushalte. Die Schulen bleiben auch morgen noch in Bad Eisenkappel und Zell Pfarre geschlossen.

Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser dankte nochmals allen im "sehr herausfordernden Einsatz" stehenden Kräften. "Prioritär ist es - vor allem auch angesichts der Witterung und Jahreszeit, die Stromversorgung in den betroffenen Gebieten wieder herzustellen", so Kaiser. Wenn benötigt, verfüge man über genügend Unterkünfte für Betroffene, 50 Betten stünden im Kurzentrum Bad Eisenkappel bereit. Für morgen, Mittwoch, um 10.00 Uhr kündigte Kaiser eine umfassende Information des Regierungskollegiums an, am Donnerstag werde dann auch der Landtag in seiner Sitzung genau informiert.

Laut Völkermarkts Bezirkshauptmann Gert-Andre Klösch sind die Schulen und Kindergärten im Bezirk Völkermarkt morgen wieder geöffnet, Ausnahmen sind Bad Eisenkappel und Ebriach. Die Straßen und Verkehrswege sind wieder für den öffentlichen Verkehr geöffnet. "Die Zufahrten nach Ebriach und Leppen müssen leider noch gesperrt bleiben", erklärte Klösch, bei der Sitzung. Der Zivilschutzalarm für Bad Eisenkappel, Rechberg, Trögern, Ebriach, Vellach, Leppen und Remschenig sei mittlerweile aufgehoben. Zwei Einsatztrupps der Feuerwehr werden versuchen, in der Nacht auf morgen die geräumten Straßen von möglicherweise nachbrechenden Bäumen zu befreien. Ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres soll morgen zum Einsatz kommen und umgestürzte Strommasten neu setzen. In einer Möbelfabrik in Sittersdorf konnte ein Versorgungszentrum für die Einsatzkräfte geschaffen werden. Notstromaggregate der Katsastrophenschutzzüge sind bei der Kuranstalt und beim Seniorenwohnheim in Bad Eisenkappel im Einsatz. Klösch appellierte noch einmal an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen möglichst vorsichtig zu sein.

Der Bezirkshauptmann von Klagenfurt-Land, Johannes Leitner, sagte dass alle Ortschaften im Bezirk wieder erreichbar seien, auch Zell Pfarre. Die Schule in Zell Pfarre bleibt jedoch auch morgen noch geschlossen, weil sie ohne Stromversorgung ist. Der Landesgeologe befindet sich laut Leitner aktuell auf einem Erkundungsflug mit dem Hubschrauber des Innenministeriums. Angefordert wurde der Assistenzeinsatz des Bundesheeres. Die Kläranlage Ferlach funktioniert laut dem Bezirkshauptmann, in Feistritz im Rosental ist das Wasser getrübt und muss abgekocht werden. Im Bezirk wurde gestern ein Polizist im Unwettereinsatz leicht verletzt. Der Krisenstab bliebe über Nacht in Alarmbereitschaft.

Laut Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin standen und stehen teilweise noch 1.565 Feuerwehrleute von 106 Feuerwehren im Einsatz. Rund 600 Einsätze seien es insgesamt gewesen. Im Bezirk Völkermarkt stehen der KAT-Zug 5 mit 50 Mann und der KAT-Zug 4 mit 118 Mann und 21 Fahrzeugen im Einsatz. Robin hob hervor, dass dies zeige, dass die KAT-Züge auch unter der Woche sehr gut funktionieren. Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler sagte, dass rund 170 Pioniere und 23 Baupioniere sowie schweres Pioniergerät des Bundesheeres in Bereitschaft stehen. Zudem seien rund 260 Soldaten als mögliche Hilfskräfte in Reserve.

Josef Polster von der Kärnten Netz sagte, dass rund 4.700 Haushalte noch nicht mit Strom versorgt seien. Nördlich der Drau sei die Versorgung weitestgehend hergestellt, südlich der Drau würden die schwierigen Arbeiten noch andauern. Die Kärnten Netz stehe mit 150 eigenen Mitarbeitern im Einsatz, morgen werden sie u.a. von einem Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres unterstützt. Gerald Steinkellner von A1 Telekom sagte, dass derzeit noch 13 Mobilfunkmasten betroffen seien, das Festnetz sei wieder hergestellt. Vom Kärntner Roten Kreuz informierte Landesrettungskommandant Georg Tazoll den Koordinationsauschuss, von der Polizei Oberstleutnant Arthur Lamprecht und vom Straßenbauamt Klagenfurt Thomas Unterüberbacher.

Meteorologe Christian Stefan von der ZAMG kündigte für heute Nacht Niederschläge von fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter auf ganz Kärnten gesehen an. Die Schneefallgrenze werde von 1.000 auf 400 bis 600 Meter absinken. In den von den Sturmschäden betroffenen Gebieten könnten fünf bis zehn Zentimeter Schnee fallen. Im Laufe des morgigen Vormittags solle sich die Wetterlage beruhigen, am Nachmittag sollte auch wieder Flugwetter gegeben sein.



Rückfragehinweis: Landespressedienst - Gerd Kurath: 0664 80536 10201
Redaktion: Böhm/Kurath