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Föhnsturm/Aufarbeitung 2 - Lage wieder unter Kontrolle

13.12.2017
Behörden, Einsatzorganisationen und Infrastrukturanbieter informierten Regierungsmitglieder bei erweiterter Landeskoordinationsausschusssitzung


Klagenfurt (LPD). Bei der erweiterten Landeskoordinationsausschusssitzung in der Kärntner Landesregierung, zu der heute, Mittwoch, Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser eingeladen hatte, informierten die Vertreter der Behörden, Einsatzkräfte und Infrastrukturanbieter über die aktuelle Aufarbeitung der Unwetterschäden in den Bezirken Völkermarkt und Klagenfurt-Land. Die Bilanz: Die Lage ist wieder unter Kontrolle. Im Straßenbereich gelten die B82 Seeberg Straße, L 131 Trögener Straße und L 103 Waidischer Straße als Schwerpunkte der Arbeiten. Seitens der Netzbetreiber wurde mitgeteilt, dass derzeit noch rund 2.500 Kunden, hauptsächlich südlich der Drau, nicht versorgt sind.

Wie der Landeshauptmann hervorhob, hatte diese Sitzung zum Ziel, die Regierungsmitglieder in geballter und konzentrierter Form über die Lage zu informieren und nochmal mit allen Organisationen das weitere Vorgehen genau abzustimmen. Moderiert wurde die Sitzung von Katastrophenschutzbeauftragten Markus Hudobnik, der auch über den Krisenmanagementplan des Landes allgemein informierte.

Der Völkermarkter Bezirkshauptmann Gert-Andre Klösch nannte die Beseitigung einer Verklausung im Bereich Remschenig und einer Mure im Bereich Ebriach sowie eine Lösung für die B82 Seeberg Straße, auf der rund 20 Meter abgerutscht sind, als aktuelle Schwerpunkte. Er verwies auf die für die im Einsatz stehenden Kräfte gefährlichen Arbeiten - die umgestürzten Bäume seien sehr verspannt. Daher sei ein Sanitätskraftwagen des Roten Kreuzes vorsorglich in Bad Eisenkappel vor Ort. Klösch konnte mitteilen, dass es zu keinen Personenschäden im Bezirk gekommen sei. Die Versorgung der Kräfte mit warmen Speisen und Getränken erfolge über den Sozialhilfeverband Völkermarkt gemeinsam mit dem Roten Kreuz mit der Tafel Österreich.

Der Bezirkshauptmann von Klagenfurt-Land, Johannes Leitner, sagte, dass die Sanierungs- und Räumarbeiten voll im Gange seien. Zell Pfarre sei mittlerweile wieder über Waidisch erreichbar. Die Wasserversorgung in Ferlach funktioniere. Im Bezirk habe es vorgestern einen im Einsatz leicht verletzten Polizisten gegeben.

Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler sagte, dass seit heute Früh eine Pionierkompanie mit 97 Soldaten im Einsatz stehe. Für den Nachmittag sei die Unterstützung durch einen Black Hawk-Hubschrauber beim Setzen von Strommasten geplant. Soldaten würden zudem für das Freimachen der Stromtrassen bereit stehen. Zusätzlich stünden eine weitere Pionierkompanie mit schwerem Pioniergerät und drei Kompanien als Hilfskräfte in Standby.

Laut Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin standen 125 Feuerwehren mit 1.775 Kräften in insgesamt 621 Einsätzen. Aktuell würden noch 21 Einsätze mit 210 Kräften aus 19 Wehren laufen. Zwei KAT-Züge der Feuerwehren seine mit 168 Mann und 33 Fahrzeugen im Einsatz gewesen. Robin dankte den Arbeitgebern dieser Feuerwehrleute für ihre Unterstützung. Die KAT-Züge seien sehr rasch abfahrbereit gewesen. Der Kommandant hob die Gefährlichkeit der Einsätze hervor, es gebe zum Glück keinen verletzten Kameraden.

Von der Polizei informierte der stellvertretende Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger den erweiterten Landeskoordinationsausschuss. Kärntens Rot Kreuz-Präsident Peter Ambrozy sagte, dass im Bezirk Völkermarkt 20 "First Responder" alarmiert worden seien. In Bad Eisenkappel sei ein Kriseninterventionsteam vor Ort gewesen und im Bezirk Völkermarkt ein Notarzt. Mit der Tafel Österreich habe das Rote Kreuz bei der Versorgung der Kräfte unterstützt.

Straßenbauabteilungsleiter Volker Bidmon informierte über die Maßnahmen auf der B82 Seeberg Straße, L 131 Trögener Straße und L 103 Waidischer Straße. Gerald Steinkellner von A1 Telekom sagte, dass noch zwölf Mobilfunkmasten ausgefallen seien, die Grundversorgung - Empfang außerhalb von Gebäuden - sollte gegeben sein. Josef Polster von der Kärnten Netz sagte, dass derzeit noch rund 2.500 Kunden nicht versorgt seien. Sämtliches eigenes Montagepersonal, rund 170 Mitarbeiter, sei gemeinsam mit Forstbetrieben und unterstützt vom Bundesheer im Einsatz. Der Ortskern von Bad Eisenkappel sollte demnächst wieder versorgt sein.

Meteorologe Christian Stefan von der ZAMG kündigte für die nächsten zwei Tage trockenes Wetter an. Der Wind könnte jedoch wieder auffrischen.



Rückfragehinweis: Landespressedienst - Gerd Kurath: 0664 80536 10201
Redaktion: Markus Böhm