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Stress für Mensch und Tier

16.12.2017
LHStv.in Prettner, LR Holub: Feuerwerke erzeugen mehr Feinstaub als Straßenverkehr - Gefahr für Umwelt, Mensch und Tier


Klagenfurt (LPD). Alle Jahre wieder begrüßen zu Silvester Raketen und Böller farbenfroh, aber vor allem laut das neue Jahr. "Dabei völlig ignoriert wird, dass Feuerwerke eine erhebliche Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit darstellen - die freigesetzte Menge an Kleinstpartikeln übersteigt jene des jährlich durch den Straßenverkehr abgesonderten Feinstaubs", betonen heute, Samstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Umweltreferent LR Rolf Holub. Der Höhepunkt des jährlichen Verbrauchs von pyrotechnischen Mitteln sei Silvester, durchschnittlich zehn Millionen Euro würden in Form von Raketen und Knallkörpern im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geblasen.

Die Gesundheitsreferentin verweist auf das erhöhte Risiko für Asthmatiker und Allergiker durch Abgase aus Knallkörpern. "Aber auch für Gesunde birgt eine derart hohe Menge an Feinstaub und Schwermetallpartikeln eine Gefahr, so kann eine hohe Konzentration mit einer längeren Periode des Zigarettenrauchens verglichen werden", sagt Prettner.

Während die Feinstaubkonzentration durch Dieselmotoren an stark befahrenen Straßen bei rund 70 Mikrogramm pro Kubikmeter liege, würden zu Silvester Höchstwerte von bis zu 3.000 erreicht. "Die vom Umweltbundesamt festgelegte Höchstgrenze des Tagesmittelwerts liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, also wird der Grenzwert von Feinstaub an fast allen städtischen Messstellen in Österreich um das zehn- bis 15-fache überschritten", berichtet Holub. Je nach Lage und meteorologischen Bedingungen seien Silvesterfeuerwerke für mehrere Feinstaubtage verantwortlich.

Aber nicht nur Kleinst-, sondern auch Schwermetallpartikel wie Strontium, Barium, Arsen, Blei, Kupfer, Selen oder Caesium würden in der Luft zurückbleiben. Außerdem könnten Feuerwerkskörper einen Schalldruckpegel von bis zu 170 dB erreichen. Zum Vergleich: Der Lärmpegel eines Düsentriebwerkes in 25 Meter Entfernung betrage etwa 140 dB. "Ältere Menschen, Kleinkinder sowie Wild- und Haustiere leiden extrem stark unter dem lang anhaltenden Lärm, dieser bedeutet einen extremen Stressfaktor", so der Umweltreferent.

"Abgebrannte Knallkörper, Böller und Feuerwerksraketen verursachen aber auch Unmengen an Müll, der in geschlossenen Ortschaften und Städten von Reinigungsdiensten entsorgt werden muss", berichtet auch Umweltabteilungsleiter Harald Tschabuschnig. Und was in der freien Natur auf den Boden falle, bleibe dort auch liegen und stelle für das Wild und für Tiere in der Landwirtschaft eine erhebliche Gefahr dar.
Gesundheitsreferentin Prettner und Umweltreferent Holub rufen daher eindringlich dazu auf, bei der Verwendung von Knallern bzw. Raketen Zurückhaltung zu üben und auf Mitbürgerinnen und Mitbürger Rücksicht zu nehmen. Sparsamer Umgang mit Pyrotechnik schone Mensch, Tier und Natur. "Es muss nicht immer ein Feuerwerk sein, Licht- und Lasershows können Feuerwerke umweltgerecht ersetzen und das ganz ohne Lärm, Rauch, Ruß, Feinstaub, Schwermetallpartikel und Müll", so der Appell der beiden Regierungsmitglieder.



Rückfragehinweis: Büros LHStv.in Prettner, LR Holub
Redaktion: Ulli Sternig