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Föhnsturm "Yves": Betroffenen soll rasch geholfen werden

19.12.2017
LH Kaiser bei Infoveranstaltung über "Kärntner Nothilfswerk" in Bad Eisenkappel - Dank an alle im Einsatz Stehenden sowie an slowenische Gemeinden für Hilfe - Brief an neue Bundesregierung mit Einladung zu Lokalaugenschein und Ersuchen um finanzielle Unterstützung


Klagenfurt (LPD). Schwere Schäden hat in der vergangenen Woche Föhnsturm "Yves" an öffentlichem und privatem Gut und in den Wäldern Südkärntens verursacht. Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser geht es darum, den betroffenen Menschen möglichste rasche und unbürokratische Hilfe zukommen zu lassen. Für die Bürgerinnen und Bürger in der besonders stark getroffenen Gemeinde Eisenkappel-Vellach gab es heute, Dienstag, eine Informationsveranstaltung insbesondere über das "Kärntner Nothilfswerk" im Gasthaus Podobnik. Kaiser dankte nochmals allen Kräften, die bei der Aufarbeitung der Unwetterschäden im Einsatz standen bzw. noch immer stehen - auch während der Veranstaltung hörte man von überall her Motorsägen und konnte den Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres beim Transport von Strommasten beobachten. Für ihre nachbarschaftliche Unterstützung überreichte Kaiser zudem Dankesurkunden an Gemeinden aus Slowenien.

Kaiser sagte, dass man den betroffenen Menschen über das "Kärntner Nothilfswerk" mit einer ähnlichen Vorgehensweise wie in Afritz helfen wolle. Bereits in der Regierungssitzung beschlossen habe man, den Gemeinden ein bis zwei Mitarbeiter für die rasche Abarbeitung der Beihilfenanträge zur Verfügung zu stellen. Ebenso gebe es für die Gemeinden selbst Förderprogramme, den Kärntner Regionalfonds habe man entsprechend aufgestockt. Mit Forstlandesrat Christian Benger sei die Vorgehensweise bei der Aufarbeitung der Forstschäden abgehandelt worden. An die neue Bundesregierung sei außerdem eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt worden, die eine Einladung zum Lokalaugenschein ebenso umfasse wie das Ersuchen um weitere finanzielle Unterstützung.

"Es grenzt an ein Wunder, dass bei dieser Unwetterkatastrophe kein Mensch ums Leben gekommen ist", hob Kaiser als das allerwichtigste hervor. Hilfe sei von allen Kräften sehr rasch gekommen, was den Betroffenen das Gefühl gegeben habe, nicht alleine zu sein. "Die Verantwortlichen auf allen Ebenen haben einen super Job gemacht. Wir stehen in Kärnten in der Not zusammen und arbeiten sehr gut aufeinander abgestimmt", so Kaiser. Der Landeshauptmann sagte außerdem, dass man die Zivilschutzmaßnahmen in Kärnten weiter intensivieren werde, u.a. sollen Notstromaggregate dezentraler gelagert werden.

Bürgermeister Franz Josef Smrtnik und Vizebürgermeisterin Elisabeth Lobnik dankten ebenfalls "allen, die in den schweren Stunden geholfen haben" und betonten, wie sehr die Menschen in der Notsituation zusammengehalten haben.

Über die Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des "Kärntner Nothilfswerkes" informierte das Team um Katastrophenschutzbeauftragten Markus Hudobnik, laut dem derzeit 2,88 Mio. Euro (1,95 Mio. Euro vom Land und 930.000 Euro vom Bund) im Topf des "Kärntner Nothilfswerkes" liegen. Er betonte besonders, dass die Beihilfenanträge bei der zuständigen Gemeinde zu stellen sind.

Völkermarkts Bezirkshauptmann Gert-Andre Klösch berichtete kurz über die Abläufe im Bezirkskrisenstab und über das Ausrufen des Zivilschutzalarms sowie über den Ablauf der sehr gefährlichen Einsätze. Er hob die hohe Disziplin der Bevölkerung hervor, die sich nicht selbst in Gefahr begeben habe, und die großartige Nachbarschaftshilfe. Berührend sei das Zusammentreffen mit den slowenischen Einsatzkräften auf der B82 Seeberg Straße gewesen.

Nach der Informationsveranstaltung - an ihr nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Einsatzorganisationen, Behörden und des Bundesheeres sowie der Sittersdorfer Bürgermeister Jakob Strauß teil - trafen sich der Landeshauptmann, Bürgermeister Smrtnik, Vizebürgermeisterin Lobnik, Vizebürgermeister Gabriel Hribar und Amtsleiter Ferdinand Bevc im Gemeindeamt mit dem Vizebürgermeister der slowenischen Gemeinde Jezersko, Peter-Pero Sušnik. Er nahm von Kaiser in Stellvertretung von Bürgermeister Yuri Rebolj eine Dankesurkunde für die nachbarschaftliche Unterstützung entgegen. Eine Urkunde soll auch an die Bürgermeisterin von Solčava, Katarina Prelesnik, gehen. "Nachbarn muss man einfach helfen, das war für uns selbstverständlich. Meldet euch, wenn ihr noch was braucht", sagte Sušnik. Kaiser bezeichnete die Hilfe aus Slowenien als sehr wichtiges Zeichen: "Manche Dinge spürt man im Herzen." Für die vielen im Einsatz gestandenen und stehenden Kärntnerinnen und Kärntner kündigte Kaiser ein Dankeschön in Form eines "Tages der Einsatzkräfte" an.

Eine Beihilfe über das "Kärntner Nothilfswerk" können von Naturkatastrophen betroffene physische oder juristische Personen (mit Ausnahme von Gebietskörperschaften) sowie Interessensgemeinschaften wie z.B. Weggemeinschaften beantragen. Es muss dafür eine besondere Notlage vorliegen - dass also eine Behebung des Schadens ohne finanzielle Hilfe unmöglich oder nicht zumutbar ist. Die Mittel des "Kärntner Nothilfswerks" werden durch Zuschüsse des Landes und des Bundes sowie durch Erträgnisse von Sammlungen oder sonstige Zuwendungen aufgebracht. Es muss darauf hingewiesen werden, dass kein Rechtsanspruch auf eine Beihilfe bzw. auf eine bestimmte Beihilfenhöhe besteht.


Hinweis: Fragen zum "Kärntner Nothilfswerk" können direkt an die zuständigen Gemeinden gerichtet werden. Informationen gibt es auch unter den Telefonnummern 050 536 10252 und 050 536 10254 bzw. unter www.sicherheit.ktn.gv.at sowie auf der Schwerpunktpunkthomepage www.ktn.gv.at/344754e_DE-FSU17



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just