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Hafnersee: Runder Tisch vor möglichem Verkauf von Landesgrundstücken

21.12.2017
LH Kaiser: Freier Seezugang ist Prämisse, Hafnersee soll aber auch touristisch entwickelt werden - LR Benger: Landestourismusstrategie gibt ganzjährige Erlebbarkeit der Seen vor - LR Holub: Ökologisch wertvolle Biotope sollen im öffentlichen Eigentum verbleiben - Gemeinde übergab Petition an Regierungsmitglieder


Klagenfurt (LPD). Dass Kärntens Seen öffentlich zugänglich sind, ist dem Land Kärnten ein wichtiges Anliegen. Für Landeshauptmann Peter Kaiser ist das natürlich auch beim Hafnersee Prämisse. Und er hält fest: "Der Hafner See wird nicht verkauft. In der Diskussion muss einmal präzisiert werden, dass es um den möglichen Verkauf von einigen Grundstücksflächen geht." Das betonte er heute, Donnerstag, gegenüber einer Delegation um Bürgermeister Karl Dovjak aus der Gemeinde Keutschach. Diese übergab eine Petition an alle Regierungsmitglieder, in der sie die Widerrufung des Bieterverfahrens um die landeseigenen Grundstücke am Hafnersee fordert. Kaiser garantierte den Keutschachern, dass kein Verkauf ohne vorherigen Runden Tisch stattfinden würde. Gemeinsam mit Umweltlandesrat Rolf Holub informierte er sie bei einem Gespräch im Regierungssitzungszimmer.

"Der Begriff freie Seezugänge ist sehr eng mit mir verbunden", betonte der Landeshauptmann. Er verwies auf die von ihm initiierte Landesaktion "Freie Seezugänge", über die im Sommer 18 Seezugänge geschaffen, adaptiert und gekennzeichnet wurden. Zu den Überlegungen der Seeimmobiliengesellschaft SIG erklärte er, dass es vor allem auch darum gehe, dass man sich notwendige Investitionen in die Gebäude auf den Hafnerseegrundstücken leisten könne. Sonst würden die Betreiber aus dem Pachtvertrag aussteigen. "Und wir wollen den Hafnersee natürlich auch touristisch weiterentwickeln, Arbeitsplätze und Umsätze schaffen", so Kaiser.

Am zugesicherten Runden Tisch sollen laut Kaiser neben den Keutschacher Gemeindevertretern und zuständigen Regierungsmitgliedern auch die SIG sowie die Aufsichtsratsmitglieder der Kärntner Beteiligungsverwaltung sitzen.

Tourismuslandesrat Christian Benger führt zum Thema an: "Kärnten ist ein Land der Seen. Diese sind für unsere Urlaubsgäste von Bedeutung, tragen aber auch maßgeblich zur Lebensqualität der Kärntnerinnen und Kärntner bei. Deshalb haben wir uns von Landesseite zum Ziel gesetzt, Meter um Meter Seegrund für die Öffentlichkeit zurückzuerobern." Die Landestourismusstrategie gebe vor, dass Kärntens Seen ganzjährig erlebbar sein müssen. Daher sei ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet worden, wie die vermehrte Zugänglichkeit und ganzjährige Erlebbarkeit unserer Seen umgesetzt werden können. Dies muss laut Benger gemeinsam vom Land mit den Gemeinden und Touristikern schrittweise umgesetzt werden.

Holub erklärte, dass die Liegenschaften am Hafnersee auch ökologisch wertvolle Biotope umfassen, die absolut schützenswert seien und auch deswegen im öffentlichen Eigentum verbleiben sollten. "Es würde Sinn machen, die ökologisch wertvollen Flächen von der SIG in die Verwaltung durch den Naturschutz zu übertragen", so Holub.

Bürgermeister Dovjak sagte, dass die Petition zur Widerrufung des Bieterverfahrens einstimmig im Gemeinderat beschlossen wurde. Als höchst schützenswert betrachte man vor allem die Flächen im Landschaftsschutzgebiet und Ramsar-Schutzgebiet. Einstimmig sei der Gemeinderat aber auch für die Weiterentwicklung der touristischen Nutzung der übrigen Flächen im öffentlichen Besitz.

Infos zur Aktion "Freie Seezugänge" unter www.ktn.gv.at/freierseezugang



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Benger/Holub
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Büro LH Kaiser