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Klimaschutz: Kärnten hat eine Strategie

22.12.2017
LR Holub: Stimmungsbild der breiten Öffentlichkeit zum Klimaschutz wird noch bis 19. Jänner 2018 über Online-Konsultation abgefragt und in Strategie mit eingearbeitet


Klagenfurt (LPD). Das Klimaabkommen von Paris sieht vor, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad, zu beschränken. Die bis dato geplanten Treibhausgaseinsparungen der internationalen Staatengemeinschaft reichen jedoch nicht aus, das angepeilte Ziel zu erreichen. Wir steuern eher auf eine globale Erwärmung von ca. drei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu. Das für Österreich noch bis 2100 verfügbare Kohlenstoffbudget wird aus heutiger Sicht auch mit den größten Anstrengungen im Klimaschutz bereits vor dem Jahr 2050 verbraucht sein. Für Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub gilt es daher, sowohl international als auch national und regional verstärkte Anstrengungen im Klimaschutz zu unternehmen und sich an die unausweichlichen Folgen des Klimawandels rechtzeitig anzupassen. "Das Bundesland Kärnten ist sich seiner Verantwortung im Klimaschutz und der Auswirkungen des Klimawandels bewusst und hat daher eine umfassende Strategie zum Klimaschutz und zur Klimawandelanpassung in Kärnten erarbeitet", betont Holub heute, Freitag.

Priorität hat bei der Kärntner Strategie laut Holub in einem ersten Schritt der Klimaschutz, da heute schon Maßnahmen gesetzt werden müssen, die langfristig wirken und dafür Sorge tragen, dass die internationalen und nationalen Vorgaben erfüllt und die langfristigen Klimaschutzziele erreicht werden. In einem zweiten Schritt folge die Klimawandelanpassung, da es gelte, sich an die weiter fortschreitende Erwärmung mit all ihren Facetten in allen Bereichen anzupassen, die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mildern und sich aus dem Klimawandel ergebende Chancen zu nützen. In Hinblick auf das Klimaabkommen von Paris wolle Kärnten damit einerseits mit gutem Vorbild im Klimaschutz vorangehen und sich andererseits an die bereits spürbaren und weiter absehbaren Folgen des Klimawandels anpassen.

"Die Treibhausgasemissionen Kärntens sind im Zeitraum 2005 bis 2015 bereits um 18 Prozent gesunken, der langfristig sinkende Trend in Kärnten kann gehalten werden. Mit den bereits in Umsetzung befindlichen Maßnahmen werden die Emissionen Kärntens bis zum Jahr 2050 um weitere 29 Prozent zurückgehen", so der Umweltlandesrat. Um dem Übereinkommen von Paris genüge zu tragen, müssten die Emissionen in Kärnten bis 2050 jedoch um mindestens 77 Prozent reduziert werden. Innerhalb der zweiten Hälfte des Jahrhunderts werde eine Dekarbonisierung des gesamten Energiesystems in Kärnten angestrebt.

Mit dem Energiemasterplan, dem Mobilitätsmasterplan und einer Vielzahl an Maßnahmen aus den unterschiedlichsten Bereichen ist Kärnten für Holub auf gutem Weg dorthin. Dennoch gelte es, besonders in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Energie auch zukünftig verstärkte Maßnahmen zu setzen. "Hier spielen vor allem der weitere Ausbau und der Umstieg auf erneuerbare Energieträger, Energieberatungen für alle Gebäudebesitzer, die neue Wohnbauförderung, der Übergang auf eine CO2-arme Wirtschaft sowie die intensive Förderung des Öffentlichen Verkehrs und Maßnahmen im Elektromobilitätsbereich eine entscheidende Rolle", sagt Holub. Sukzessiv werde Kärnten über seine Klimastrategie den angepeilten Zielpfad unter Kontrolle halten und erforderlichenfalls in einzelnen Bereichen nachbessern, um seinen Anteil an den internationalen Verpflichtungen zu leisten und mit gutem Vorbild als kleine Region im globalen Klimaschutz voranzugehen.

"Die bereits spürbaren und weiter absehbaren Folgen des Klimawandels für Kärnten werden anhand neuester Klimaszenarien nach aktuellem Stand der Forschung betrachtet. Neben der weiter fortschreitenden Erwärmung sind auch gravierende Änderungen im Niederschlagsmuster bis Ende des Jahrhunderts zu erwarten", erklärt Holub weiters. Mit dem zweiten Teil der Kärntner Klimastrategie gelte es nun, sich an diese Erwärmung mit all ihren Facetten in allen Bereichen rechtzeitig anzupassen. Die Verwundbarkeiten einzelner Sektoren in Hinblick auf den Klimawandel würden erörtert und priorisiert und darauf aufbauend Maßnahmenempfehlungen aus der nationalen Strategie auf die Kärntner Bereiche heruntergebrochen. Diese würden u.a. Gefahrenzonenpläne, Maßnahmen gegen Steinschlag und Hangrutschungen, Hochwasserschutzpläne und -bauten, Katastropheneinsatzpläne, die Lawinenwarndienste, usw. umfassen.

Wie Holub mitteilte, wird das Stimmungsbild der breiten Öffentlichkeit zum Klimaschutz über eine Online-Konsultation abgefragt und schlussendlich noch in die Strategie mit eingearbeitet. "Alle Bürgerinnen und Bürger in Kärnten (und auch außerhalb) haben dabei die Möglichkeit, ihr Bewusstsein zum Klimaschutz zu definieren, Sektoren zur Maßnahmensetzung zu priorisieren sowie weitere Empfehlungen an die Landespolitik und die Strategie zu übermitteln", erklärt er. Die Online-Konsultation ist noch bis 19. Jänner 2018 unter http://aklsurvey.lemon42.com/survey_page/51 geöffnet, die Strategie wird bis Ende Jänner 2018 abgeschlossen und der Landesregierung vorgelegt.

Holub meint, dass auch wenn Österreich seine Klimaschutzziele bis 2020 voraussichtlich erreichen wird, heute schon verstärkt Maßnahmen gesetzt werden müssten, um den langfristigen Zielpfad bis 2030 und 2050 bis hin zu einer vollständigen Dekarbonisierung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu erreichen. Er fordert daher die neue Bundesregierung auf, die integrierte Energie- und Klimastrategie des Bundes, die unter Miteinbeziehung aller verantwortlichen Ministerien und aller Bundesländer seit Juli 2016 erarbeitet wird, rasch abzuschließen und umzusetzen.



Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Knafl/Böhm