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Kärntner originale Trachten für immer bewahren

11.01.2018
LR Benger trifft neue Präsidentin der UNESCO Österreich im Februar – 67 Vereine haben Trachten nominiert – Landesregierung und Landtag stehen zu Nominierung


Klagenfurt (LPD). Im November 2017 wurden wieder 13 heimische Traditionen und Traditionsträger als UNESCO-Kulturerbe bestätigt. Die Österreichische UNESCO-Kommission will damit heimische Traditionen, Bräuche und die authentische Heimatkultur sichtbar machen und die regionalen Besonderheiten hervorheben. Die UNESCO versteht immaterielles Kulturerbe als lebendige Tradition, die von einer Generation an die nächsten weitergegeben wird. Genau das ist das Ansinnen von Brauchtumslandesrat Christian Benger für die Kärntner Tracht. Sie muss laut Benger erhalten bleiben, weil sie Heimatgefühl und Heimatverbundenheit ausdrückt. „Trachten sind nicht gestrig, sondern ein sichtbares Zeichen für Identität. Sie spiegeln die Vielfalt unserer Täler wider“, weist Benger hin.


Die nächste Bestätigung durch die Kommission erfolgt im Frühjahr 2018. „Und da müssen die originalen Kärntner Trachten auch dabei sein, auch sie wollen wir für immer bewahren und sichern, in dem sie UNESCO-Kulturerbe werden“, sagt Benger, der diesbezüglich eine breite Initiative ins Leben gerufen hat. Auch die Landesregierung steht mittels Beschluss zur Nominierung und Absicherung der Originaltrachten, wie auch die Abgeordneten im Kärntner Landtag. Benger hat das Thema auch im entsprechenden Ausschuss behandelt und Auskunftspersonen werden die Wichtigkeit der Initiative unterstreichen. In einem Brief an die UNESCO-Kommission haben alle Regierungsmitglieder das Ansinnen Kärntens ausgedrückt und dokumentiert, dass die gesamte Regierung in Kärnten hinter der Nominierung der Kärntner Tracht als Kulturerbe steht.


Im Februar erhält die UNESCO-Kommission Österreich eine neue Leiterin. Sabine Haag wird der Kommission vorstehen und Benger wird ihr das Kärntner Anliegen in einem persönlichen Treffen näher bringen. Auf seine Initiative hin haben bereits 67 Vereine originale Kärntner Trachten nominiert. Kärnten wird jedoch im Frühjahr einen Sammelantrag abgeben. Sind Expertisen für Trachten nötig, unterstützt das Brauchtumsreferat die entstehenden Kosten mit 1.000 Euro. Nominiert ist beispielsweise die Mölltaler Festtracht, die rund 70 Jahre alt ist und eine der ersten Kärntner Trachten war.


Die bisher nominierten Trachten: Alte Greifenburger Tracht, Altmölltaler Bauerntracht, Amlacher Tracht, Arnoldsteiner Tracht, Bänderhut Steuerberg, Decrignis Tracht, Drautaler Tracht, Faaker See Tracht, Gailtaler Festtagstracht, Gailtaler Sonntagstracht, Gegendtaler Festtracht (Sonntagstracht, Winterdirndl, Sommerdirndl), Gitschtaler Festtagstracht, Glanegger Tracht, Glantaler Festtagstracht mit Bänderhut, Gnesauer Tracht, Grafensteiner Festtagstracht, Gurktaler Tracht, Hemmalandtracht, Jauntaler Festtracht mit Bodenhaube, Jauntaler Goldhaubentracht, Kanaltaler Sonntagstracht, Kärntner Anzug, Katschtaler Festtagstracht (Sommerdirndl, Hochzeitstracht, Männertracht), Krappfelder Sonntagstracht, Lavamünder Tracht, Lavantaler Festtagstracht (Sonntagstracht), Lesachtaler Bäurisches Gwand, Lesachtaler Festtagstracht, Liesertaler Festtagstracht, Lindner Festtagstracht, Lobisser-Dirndl, Ludmannsdorfer Tracht, Mallnitztaler Tracht, Metnitzer Tracht, Metnitztaler Tracht mit Bänderhut, Millstätter-Tracht, Mirnocktracht-Festtagstracht, Mölltaler Festtagstracht, Moosburger Tracht, Nickberger Tracht, Oberdrautaler Festtagstracht, Obergailtaler Festtagstracht, Obergörtschitztaler Festtracht, Ossiacher Festtagstracht, Radentheiner Bürgertracht, Radentheiner Festtagstracht, Radentheiner Granatsamtdirndl (Seidentracht), Reichenauer Tracht, Rosentaler Festtagstracht, Seetaler Tracht, St. Andräer Sommerdirndl, St. Leonharder Festtracht, St. Michaeler Festtagstracht, St. Veiter Bürgertracht, St. Veiter Goldhaubentracht, Untergailtaler Festtagstracht, Kirchtagstracht, Wörthersee-Tracht


Konkret umfasst das immaterielle Kulturerbe mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste, das Wissen und die Praktiken in Bezug auf die Natur und das Universum, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste sowie traditionelle Handwerkstechniken. Hauptziele sind die Erhaltung immateriellen Kulturerbes, die Sicherung des Respekts vor dem Immateriellen, die Schaffung von Bewusstsein für und die Anerkennung der Bedeutung immateriellen Kulturerbes auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sowie die Unterstützung internationaler Zusammenarbeit.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Böhm

Fotohinweis: Büro LR Benger