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Regierungssitzung 6 - Land Kärnten bestellt Vorsitzenden des Psychiatrie-Beirates

16.01.2018
LHStv.in Beate Prettner: Zur zügigen Umsetzung des Kärntner Psychiatrieplans 2020 wurde Georg Ratschiller als Koordinator eingesetzt - Er übernimmt auch Vorsitz des Psychiatrie-Beirates


Klagenfurt (LPD). "Psychische Erkrankungen wurden jahrhundertelang tabuisiert, dann jahrzehntelang als Krankheiten 2. Klasse angesehen. Heute weiß man, dass Depressionen und Co. inzwischen eine Volkskrankheit geworden sind und bis 2030 die Nummer eins bei Erkrankungen sein werden", informierte Gesundheitsreferentin Beate Prettner heute, Dienstag, im Anschluss an die Regierungssitzung. In dieser wurde Georg Ratschiller zum Vorsitzenden des Psychiatrie-Beirates bestellt. Die Mitglieder des Psychiatrie-Beirates wurden bereits in der Regierungssitzung am 18. Dezember 2017 fixiert. Mit Ratschiller übernimmt jener Experte den Vorsitz, der bereits federführend bei der Entwicklung des Kärntner Psychiatrieplans 2020 mitgewirkt hat. Er fungiert seit Herbst des Vorjahres auch als Psychiatriekoordinator.

"Mit dem Psychiatrieplan 2020 handelt Kärnten auf zwei Ebenen. Einerseits auf der Präventionsebene - denn auch in der Psychiatrie gilt: vorbeugen ist besser als heilen - , andererseits auf der Behandlungsebene", erklärte Prettner. Der Plan wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Land Kärnten, Kärntner Gebietskrankenkasse und namhaften österreichischen Experten der psychiatrischen Versorgung im Auftrag der Landeszielsteuerungskommission entwickelt. "Er bedeutet eine wesentliche Qualitätssteigerung der außerstationären psychiatrischen Versorgung im Kinder, Jugend- und Erwachsenenbereich - und wird österreichweit als ein Vorbildmodell gesehen", so Prettner. Er räumt psychischen Erkrankungen den Stellenwert ein, den sie verdienen - und er umfasst Vorbeugung, Vorsorge, ambulante und außerstationäre Behandlung. "Es hat nie zuvor ein ähnlich kompaktes, umfassendes und wegweisendes Konzept im Bereich für die seelische Gesundheit in Kärnten gegeben wie dieses hier", so Prettner.

Laut WHO-Staaten erkrankt in Österreich bereits einer von 15 Menschen pro Jahr an einer schweren seelischen Krankheit; von einer leichteren Form sind 4 von 15 betroffen. Mehr noch: Die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie weist auf Forschungsergebnisse hin, die besagen, dass jeder dritte Mensch in Österreich zumindest einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung leidet.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger