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Forstprojekte sichern EU-Gelder

22.01.2018
6,6 Millionen Euro Forstbudget durch EU- und Bundesmittel gesichert – Doppelt so hoch wie im Vorjahr – Landesmittel für Kofinanzierung stehen bereit


Klagenfurt (LPD). Das Forstbudget in Kärnten beläuft sich im Jahr 2018 auf 6,6 Millionen Euro, das ist doppelt so viel wie im Vorjahr (rund 3,7 Millionen Euro). Möglich wird das durch die Schwerpunktsetzung im Forstreferat des Landes. Es fließen von EU und Bund 4,3 Millionen nach Kärnten, die Landesmittel für die Kofinanzierung in Höhe von 1,1 Millionen Euro stehen bereit, die Zusagen von EU und Bund liegen am Tisch. Zusätzlich liegen im Forstbudget des Landes 1,2 Millionen Euro, sind zusammen 6,6 Millionen Euro. „Die Schwerpunktsetzung wurde auf Grund der Sturmschäden im Jahr 2017 notwendig und die Verdoppelung der Mittel ist daher dringend notwendig gewesen“, sagt Forstreferent LR Christian Benger. Als Beispiel nennt Benger den Guggenberg im Gailtal, wo im Vorjahr 500.000 Euro aus dem Forstreferat aufgewendet werden mussten, um die Aufarbeitung und die Abfuhr des Schadholzes zu ermöglichen.


Die Mittel 2018 fließen in Aufforstungsprogramme, in die Digitalisierung sowie in den Forst-Wegebau. Auch für die Schutzausrüstungen gibt es wieder eine Förderung im neuen Jahr. Gerade heuer, wenn die Sturmschäden weiter aufgearbeitet werden, sind Mittel für die Aufforstung und den Wegebau besonders notwendig. In die Aufforstung werden, wie derzeit berechnet, rund eine Million Euro fließen, das sind um 700.000 Euro mehr als im Vorjahr. Nur durch eine Aufforstung, die auch gesetzlich vorgeschrieben ist, sind laut Benger die Funktionen des Waldes gesichert, wie der Schutz von Siedlungen, die Speicherung von Wasser oder der Erholungs- und Lebensraum Wald. Gerade die Stürme im Jahr 2017 haben große Flächen vernichtet, sodass man mit rund drei Jahren rechnet, bis alle Flächen wieder bestockt sein werden. Für die Schadensaufarbeitung nach den Stürmen im Schutzwald, in besonders steilen Lagen, werden heuer 1,5 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Dort wird vielfach mit schwerem Gerät und in Form von Seilbringungen gearbeitet. Mit 1,5 Millionen Euro wird 2018 auch der Waldpflegeverein wieder unterstützt.


„Vor allem im bäuerlichen Kleinwald in den Tälern und Gemeinden brauchen die Besitzer Beratung, Information und zugleich tatkräftige Hilfe, um ihre Wälder bewirtschaften zu können. Das macht der Waldpflegeverein mit seinen 20 Fachkräften“, erklärt Benger.


Besonders viele Kleinbauern getroffen hat der Sturm Yves Ende 2017. Viele Nebenerwerbsbauern oder einfach nur Waldbesitzer, verfügen aber weder über das nötige Know How noch über die Geräte, um die Aufarbeitungen durch zu führen oder generell ihre Wälder zu bewirtschaften. Daher hat Benger auf Grund der Straßensperren in Unterkärnten, die die Aufarbeitung und den Abtransport verhindern, alle Beteiligten und alle öffentlichen Stellen für Montag zu einem Runden Tisch eingeladen. „Wird das Schadholz nicht rechtzeitig und rasch aufgearbeitet, droht ab einer durchgängigen Temperatur von mindestens acht Grad der Borkenkäfer und dann müssen wir von einer Verdoppelung der Schäden ausgehen, weil auch der gesunde Wald vom Käfer betroffen ist“, weist Benger hin. Ausnahmeregelungen bei Tauwetter-Beschränkungen, wie sie jetzt in Unterkärnten verhängt wurden, hat es auch in den letzten Jahren immer wieder gegeben, wie beispielsweise nach dem Sturm Paula.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Sternig