News

LOKAL

Forstwirtschaft kämpft mit Extrem-Schadholzjahr

26.01.2018
LR Benger: Schadholz-Bilanz 2017: Herausragendes Jahr - Über 61.000 LKW-Züge Schadholz - Forstwirtschaft mit Aufräumarbeiten beschäftigt, statt mit Waldpflege


Klagenfurt (LPD). Mit einem extremen Schadholzjahr 2017 kämpfen Kärntens Waldbauern. Nur 2008 nach dem Sturmtief Paula war die Schadholzmenge größer. „Das bedeutet, dass unsere Waldbauern mehr mit der Aufarbeitung der Schadholzmengen beschäftigt sind als mit der eigentlichen Waldpflege und sie kämpfen mit den Einkünften, da sie ja mit verminderter Qualität zu tun haben“, berichtet Forstlandesrat Christian Benger heute Freitag, nach dem Vorliegen der Schadholzbilanz für 2017. Die Abteilung Forst in der Landesregierung ermittelt die Schadholzmengen.


„Die Erhebung ist notwendig, um die entsprechenden Maßnahmen zu setzen, wie beispielsweise Geld für den Forstwegebau zur Verfügung zu stellen oder eine Wiederaufforstungsprämie auszuschütten“, teilte Benger mit. Nur die Bewirtschaftung der Wälder sichert deren Funktionen und Schadholz muss so schnell wie möglich aufgearbeitet werden können, um die Ausbreitung des Borkenkäfers und damit noch größeren Schaden auch im gesunden Wald zu verhindern.


Laut aktueller Schadholzbilanz beträgt die Schadholzmenge im Vorjahr 1,531 Millionen Festmeter, das sind 50 Prozent der sonst jährlich genutzten Holzmenge. „Um diese Mengen zu beseitigen, werden 61.262 LKW-Züge inklusive Anhänger notwendig sein“, veranschaulichte Benger die Gesamtmenge. 2016 waren es 570.000 Festmeter, 2008 waren es über zwei Millionen Festmeter. In anderen Jahren macht das Schadholz knapp über 300.000 Festmeter aus. Der Bezirk Völkermarkt verzeichnet mit über 500.000 Festmeter die höchste Menge, der Bezirk Wolfsberg mit über 33.000 Festmeter die geringste Schadholzmenge.

Die Borkenkäfer-Schäden sind im Vorjahr auf über 332.000 Festmeter Holz angestiegen, der Schwerpunkt lag im Bezirk Klagenfurt. Windwürfe verursachten im Vorjahr über 1,11 Millionen Festmeter Schadholz und der Schneebruch reduzierte sich auf über 32.000 Festmeter.


Das Forstbudget in Kärnten beläuft sich im Jahr 2018 auf 6,6 Millionen Euro, das ist doppelt so viel wie im Vorjahr (rd. 3,7 Millionen. Euro). Möglich wird das durch die Schwerpunktsetzung im Forstreferat des Landes. Es fließen von EU und Bund 4,3 Millionen Euro. nach Kärnten, die Landesmittel für die Kofinanzierung in Höhe von 1,1 Millionen Euro stehen bereit. Zusätzlich liegen im Forstbudget des Landes 1,2 Millionen. Euro. Macht zusammen 6,6 Mio. Euro aus.


„Die Schwerpunktsetzung wurde auf Grund der Sturmschäden im Jahr 2017 notwendig und die Verdoppelung der Mittel ist daher dringend notwendig gewesen“, sagte Benger. Die Mittel fließen in Aufforstungsprogramme, in die Digitalisierung sowie in den Forst-Wegebau. Auch für die Schutzausrüstungen gibt es wieder eine Förderung im neuen Jahr.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Zeitlinger

Fotohinweis: Büro LR Benger