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Regierungssitzung 2 - Mini-Ambulatorien: Wenn Kinder an der Seele leiden

13.02.2018
LHStv.in Prettner sichert psychotherapeutische Angebote für 2.500 kleine Patientinnen und Patienten


Klagenfurt (LPD). Die Zahl entwicklungsauffälliger und entwicklungsgefährdeter Kinder und Jugendlicher nimmt zu: Knapp 2.500 "Patienten" haben alleine die beiden Miniambulatorien in St. Veit und Wolfsberg (mit Außenstellen in Klagenfurt und Völkermarkt) im Jahr 2017 betreut. Betrieben von pro mente, werden Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern von einem multidisziplinären Team versorgt. "Das therapeutische Angebot umfasst neben medizinischen und funktionellen Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie auch Psychotherapie und klinisch-psychologische Behandlung, aber auch sozialarbeiterische Hilfeleistungen und Beratung", informierte Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Dienstag. In der heutigen Regierungssitzung brachte sie für die Miniambulatorien in St.Veit und Wolfsberg einen Antrag auf Betriebszuschuss (Personal- und Sachaufwand) bis September 2018 ein: Das Land Kärnten und die Sozialversicherungsträger teilen sich dabei die Kosten in Höhe von 489.862 Euro für den Standort St. Veit bzw. in Höhe von 394.918 Euro für den Standort Wolfsberg zur Hälfte. Damit entfallen auf das Land in Summe rund 450.000 Euro.

"Begrenzt wurde der Kostenzuschuss vorerst bis September, weil pro mente bis dahin ein neues Konzept vorzulegen hat, das auf den neuen Psychiatrieplan des Landes abgestimmt ist", so Prettner. Bekanntlich wurde der Psychiatrieplan 2020 in enger Zusammenarbeit zwischen Land Kärnten, Kärntner Gebietskrankenkasse und namhaften österreichischen Experten der psychiatrischen Versorgung im Auftrag der Landeszielsteuerungskommission entwickelt. "Er bedeutet eine wesentliche Qualitätssteigerung der außerstationären psychiatrischen Versorgung im Kinder, Jugend- und Erwachsenenbereich", erklärte Prettner, die Kärnten mit dem Psychiatrieplan als österreichweiten Vorreiter sieht. Er räume psychischen Erkrankungen den Stellenwert ein, den sie verdienen - und er handle auf zwei Ebenen: Einerseits auf der Präventionsebene (denn auch in der Psychiatrie gelte: Vorbeugen ist besser als heilen), andererseits auf der Behandlungsebene.

Psychische Erkrankungen nehmen zu. Sie sind inzwischen eine Volkskrankheit. Laut Österreichischer Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie leide jeder dritte Mensch in Österreich zumindest einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung. Bis zum Jahr 2030 werden Depressionen die Nummer 1 im Krankheits-Ranking sein. "Immer mehr junge Menschen erkranken an der Seele. Suizid zählt neben Unfällen zur häufigsten Todesursache bei Jugendlichen", warnte Prettner. Für die Sozialreferentin sei dieses Faktum ein klarer Auftrag: "Wir müssen so früh wie möglich ansetzen. Und genau das tun wir mit dem Psychiatrieplan."


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Sternig