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Frauenvolksbegehren: Weil Frauen weniger bekommen, als sie verdienen…

15.02.2018
LHStv.in Prettner und Projektleiterin Jäger: Die notwendigen 8.401 Unterstützungserklärungen bereits nach 30 Stunden erreicht - Es ist noch viel zu tun für eine gleichberechtigte Gesellschaft


Klagenfurt (LPD). "Es war ein langer, zäher, kämpferischer Weg: Vor exakt 100 Jahren wurde Österreichs Frauen das Frauenwahlrecht zugesprochen. Seither hat sich frauenpolitisch vieles getan. Allerdings: Es ist in den vergangenen 100 Jahren nicht gelungen, eine Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Frauen und Männern herzustellen", betonte die Kärntner Frauenreferentin, LHStv.in Beate Prettner, heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz zum Frauenvolksbegehren. Für sie sei es daher "Auftrag und Selbstverständlichkeit, das Volksbegehren zu unterscheiben. Ich möchte, dass meine drei Töchter in einer faireren, gerechteren und menschlicheren Gesellschaft leben können und dass wir das Tempo dorthin erhöhen."

Unverständlich sei es Prettner, dass gewisse Politikerinnen das Volksbegehren ablehnen. "Meinen sie wirklich, dass der Status quo in Ordnung ist? Meinen sie wirklich, dass die Einkommensschere, die Österreich europaweit auf dem viertletzten Platz ausweist, in Ordnung ist? Oder dass es bereits ausreichend Kinderbetreuungsplätze gibt? Oder dass die Männerdominanz in Führungspositionen okay ist? Oder dass Frauen bereits ausreichend vor Gewalt geschützt sind?"

8.401 Unterstützungserklärungen werden benötigt, damit das Volksbegehren tatsächlich eingeleitet werden kann. "Erfreuliche Nachricht: Bereits am zweiten Tag wurden diese 8.401 Unterstützungserklärungen erreicht", informierte die Leiterin des Kärntner Frauenreferates, Michaela Slamanig. Sie teilte mit, dass diese Unterstützungen für das eigentliche Volksbegehren mitgezählt werden: "Neu ist, dass man erstmals in jedem Gemeindeamt unterschreiben kann - es ist nicht mehr wohnortgebunden." Auch eine Onlineunterschrift sei möglich.

Wie die Projektleiterin des Volksbegehrens, Lena Jäger, erklärte, habe es in den vergangenen Tagen etliche Probleme in den Gemeindeämtern, aber auch bei der Online-Unterstützung gegeben. Sie appellierte daher: "Ich bitte jeden, sich bei Problemen an das Innenministerium zu wenden - und sich nicht entmutigen zu lassen." "Das Volksbegehren umfasst neun Forderungen mit 36 juristischen Unterpunkten, die allesamt aus der Bevölkerung gekommen sind", so Jäger. In Summe gehe es um Recht auf Gleichwertigkeit (Gleichberechtigung in Politik und Wirtschaft; Gleichberechtigung beim Einkommen), um Recht auf Vielfalt (Armut bekämpfen, Kinderbetreuungsplätze, die Wahlfreiheit schaffen) und um Recht auf Sicherheit (Gewaltschutz, Unterstützung bei Verhütung und Schwangerschaft). Als Beispiel nannte Jäger den Auf- und Ausbruch aus einengenden Rollenbildern: "92 Prozent der Alleinerziehenden sind weiblich und mehr als die Hälfte von ihnen lebt mit ihren Kindern unter der Armutsgrenze - das ist ein Armutszeugnis für ein Land wie Österreich." Wie Jäger betonte, sollte man "trotz der einen oder anderen ideologischen Schwierigkeit das Volksbegehren unterstützen und den Weg der Solidarität gehen."



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner