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Qualitätsstandards für Architekturwettbewerbe im gemeinnützigen Wohnbau fixiert

23.02.2018
LHStv.in Schaunig: Gemeinnützige Wohnbaugesellschaften Kärntens und Kammer der ZiviltechnikerInnen für Kärnten und Steiermark bekennen sich per Vereinbarung zu einheitlichen Verfahrensweise bei Architekturwettbewerben


Klagenfurt (LPD). Im neuen Kärntner Wohnbauförderungsgesetz von 2017 wurde der städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Dimension von Bauvorhaben im mehrgeschossigen Wohnbau ein hoher Stellenwert eingeräumt. Mit der Richtlinie für die Förderung von Mietwohnungen und Wohnheimen im mehrgeschossigen Wohnbau kommen überdies qualitätsbasierte Verfahren - Architekturwettbewerbe - zur erhöhten Gütesicherung und als Basis für die Vergabe dieser Planungsleistungen zur Anwendung. Solche Verfahren sind laut Richtlinie ab 25 Wohneinheiten durchzuführen. Das Land Kärnten bekennt sich zu qualitätsvollem Wohnbau und fördert Architekturwettbewerbe im gemeinnützigen Wohnbau mit einem Erhöhungsbetrag von einem Prozent der Gesamtbaukosten. Heute, Freitag, wurde im Beisein von Wohn- und Hochbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig die Vereinbarung zur Durchführung von Architekturwettbewerben im gemeinnützigen Wohnbau von Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften Kärntens und der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Kärnten und Steiermark unterzeichnet. In dieser Vereinbarung sind die - zukünftig - standardisierten formalen Voraussetzungen und Verfahren zur Durchführung von Architektenwettbewerben festgehalten und geregelt.

"Zielsetzung dieser Initiative ist es, Qualität und Leistbarkeit im gemeinnützigen Wohnbau sicherzustellen, insbesondere in Bezug auf den Städtebau, Außen-, Innenraum- und Freiflächengestaltung sowie der Etablierung sozialräumlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit", erläuterte Schaunig. "Gute Baukultur braucht qualitätsorientierte, transparente und faire Abläufe - nur so schaffen wir gerechte und bedarfsorientierte Wohnraumlösungen für die Kärntner Bevölkerung. Es freut mich daher sehr, dass nun erstmalig eine Einigung über die Standards zur Durchführung von Architekturwettbewerben vereinbart werden konnte", meinte sie.

"Integrierter Bestandteil der Vereinbarung sind Musterauslobungstexte für die jeweiligen Wettbewerbsverfahren. Alle Mustertexte regeln einheitlich die formalen Bedingungen der Verfahren und geben Mindeststandards für die Formulierung der Wettbewerbsaufgabe vor", erklärte Angelika Fritz, Abteilungsleiterin der Abteilung 2 (Finanzen, Beteiligungen und Wohnbau). Jeder Mustertext enthält eine exakte Vorgabe für die Beschreibung der Bauaufgabe und der Rahmenbedingungen, eine präzise Definition der zu erbringenden Leistungen sowie ein einheitliches statistisches Blatt mit abzufragenden Kennwerten. "Werden diese Mustertexte angewandt, ist gesichert, dass das Land Kärnten die Wettbewerbe anerkennt und unterstützt", so Fritzl weiter.

"Gute Planung ist die Voraussetzung dafür, dass Wohnkosten, im Speziellen die Betriebskosten, gesenkt werden können. Das ist im Sinne unsere ‚Chefs‘, den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Wohnhäuser, für die wir arbeiten und für die wir diese Initiative selbstverständlich mittragen", so Günther Kostan, Obmann des Verbandes der gemeinnützigen Wohnbauträger in Kärnten. "Planungsqualität heißt Lebensqualität", brachte es Obmann-Stellvertreter Klaus Wutte noch einmal auf den Punkt.

"Ein Wettbewerb ist nur so gut wie seine Ausschreibung. Durch diese Vereinbarung ist es nun gelungen, einheitliche, transparente Standards zu etablieren - das bedeutet selbstverständlich auch einen Qualitätsgewinn in der Umsetzung von Bauvorhaben", zeigte sich Reinhard Hohenwarter, Vizepräsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten über die Vereinbarung erfreut. "Durch diese Vereinbarungen eröffnen sich sowohl für die Kärntner Architektinnen und Architekten als auch für den qualitativ hochwertigen Wohnbau neue Chancen", bemerkte Architekt Werner-Lorenz Kircher und fügte hinzu: "Alle reden immer von der Einbindung aller Interessensgruppen bei Wohnbauprojekten - Wettbewerbe sind genau solche Möglichkeiten."



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Grollitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig