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Karnische Alpen sollen als UNESCO-Weltnaturerbe nominiert werden

26.02.2018
LR Holub: Erklärung des Landes ergeht an Welterbe-Komitee in Paris - Ausweisung bringt große Chancen für Kärnten und die Region mit sich


Klagenfurt (LPD). Die Nominierung des österreichischen Teils der Karnischen Alpen als Weltnaturerbe bei der UNESCO ist einen entscheidenden Schritt weiter. Dies teilte Umweltreferent Rolf Holub heute, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Die offizielle Interessensbekundungserklärung werde in den nächsten Tagen an das Welterbe-Komitee in Paris übermittelt. In weiterer Folge werden die Karnischen Alpen von der UNESCO auf ihren möglichen Status als Weltnatur-Erbe geprüft.

Die Chancen für eine Nominierung stehen laut Holub sehr gut. Alle wichtigen fachlichen Vorarbeiten seien dazu geleistet worden. Dies gehe auch aus der bereits erstellten Machbarkeitsstudie hervor: "Die Karnischen Alpen bieten für eine Nominierung in die UNESCO Weltnaturerbe-Liste ein großes und einmaliges Potential. Es ist eine Chance, die wir für Kärnten nutzen wollen", so Holub. Insgesamt könnten im österreichischen Teil der Karnischen Alpen Fossilien und Belege aus sechs Erdperioden nachgewiesen werden. Das seien so viele wie nirgendwo sonst auf der Erde, erklärte Holub. 500 Millionen Jahre Erdgeschichte seien in den Karnischen Alpen auf vergleichsweise kleinem Raum zu beobachten. Die lückenlose Überlieferung unseres Lebens sei in den Kalk- und Schiefergesteinen gespeichert: "Die Karnischen Alpen sind eine einzigartige Landschaft von großer Schönheit und noch größerer historischer Bedeutung", so Holub.

Hans Schönlaub, der sich in seiner Tätigkeit im Geopark Karnische Alpen bereits seit Jahrzehnten mit den außerordentlichen Gesteinsvorkommen beschäftigt, unterstrich die Bedeutung einer Ausweisung als Weltnaturerbe. "Die Karnischen Alpen haben im Vergleich mit anderen Gebieten ein Alleinstellungsmerkmal. Sie weisen sowohl in zeitlicher Dimension als auch mit ihren vielfältigen Fossilvorkommen eine so nirgendwo auffindbare Einzigartigkeit auf", erklärte Schönlaub. Die Fülle an aufeinanderfolgenden Erdzeitalter-Typen würde so in keiner der momentan bestehenden 206 Naturerben vorkommen.

Die vom Land Kärnten in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie wurde vom ECO-Institut durchgeführt. Für Hanns Kirchmeir ist die Ausweisung als Weltnatur-Erbe die "Champions League" im Naturschutz. Dementsprechend umfangreich und anspruchsvoll sei es gewesen, eine entsprechende Machbarkeitsstudie zu erstellen: "Die Studie bestätigt eine positive Ausgangssituation, weil die Karnischen Alpen einen einzigartigen Wert besitzen. Mit der Ausweisung kann ein Leuchtturm-Projekt entstehen, das globale Bedeutung besitzt. Die Voraussetzungen für eine positive Abwicklung des Verfahrens sind jedenfalls sehr gut gegeben", so Kirchmeir. Die Studie gehe zudem von einem jährlichen Wertschöpfungsplus von 2,1 Millionen Euro für die Region aus, da ein Weltnatur-Erbe Gäste aus aller Welt anziehe.

Helmut Zwander vom Kärntner Naturwissenschaftlichen Verein betonte die Bedeutung der Karnischen Alpen und eines Weltnatur-Erbes für die Wissenschaft: "Die Karnischen Alpen verdienen sich mehr Aufmerksamkeit. Es ist ein großes Interesse in der Bevölkerung und bei unseren Gästen für dieses Naturjuwel vorhanden. Für die Kärntner Wissenschaft gibt es nichts Schöneres als einen solchen Ausweisungsprozess", so Zwander.

Johannes Lenzhofer, Bürgermeister der Gemeinde Dellach und Obmann des Geoparks Karnische Alpen, sieht die Ausweisung als große Chance für die Standortregion. Lenzhofer dankte der Landespolitik für die konstruktive Zusammenarbeit: "Es handelt sich um ein absolutes Zukunftsprojekt für unsere Region, von dem wir stark profitieren können".

Für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste wurde vom UNESCO Welterbekomitee ein ausführliches Regelwerk erlassen, nach dem sich alle Anmeldungen für die Eintragung auf diese Liste zu richten haben. Entscheidend dazu ist der "Außergewöhnliche Universelle Wert eines Welterbes". Die Karnischen Alpen weisen diesen Wert gleich mehrfach auf. Die Gesteinsformationen und Ablagerungen aus 500 Millionen Jahren Erdgeschichte, das reiche Vorkommen an Mikrofossilien und die einzigartige Kulturlandschaft wecken das nationale und internationale Interesse und eröffnen eine Vielzahl an Möglichkeiten für einen sanften Umwelt-Tourismus. Zudem werde durch eine Ausweisung zum Weltnaturerbe die hohe wissenschaftliche Reputation weiter gestärkt.



Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Rauber/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Holub