News

LOKAL

Bundesregierung: Sparen bei Arbeitsmarkt ist Sparen auf Kosten der Menschen

28.02.2018
LHStv.in Schaunig warnt Bundesregierung vor negativen Folgen von massiver Kürzung des AMS-Budgets - "Einschnitte bei Lehrwerkstätten, Langzeitarbeitslosen, älteren Personen sind schlichtweg fahrlässig"


Klagenfurt (LPD). "Fassungslos" reagiert Kärntens Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig auf die Sparpläne der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik. Um 600 Millionen Euro sollen die Mittel im heurigen Jahr insgesamt gekürzt werden, für das AMS Kärnten würde das eine Reduktion von 111 Millionen Euro auf nur noch 76 Millionen Euro bedeuten. "Die geplanten Kürzungen sollen vor allem die Maßnahmen für ältere Arbeitssuchende, Langzeitarbeitslose und Lehrwerkstätten treffen. Das ist schlichtweg unverantwortlich", sagt Schaunig. Gerade Personen über 50, die schon längere Zeit arbeitslos sind, haben auch in Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs nur geringe Chancen am regulären Arbeitsmarkt. "Anstatt diese oft gut qualifizierten, erfahrenen Personen bei ihrer Arbeitssuche tatkräftig zu unterstützen beziehungsweise Jobs für sie zu schaffen, kürzt oder streicht man sogar die Programme und lässt die Menschen im Stich. Das ist nicht nur kaltherzig, sondern es ist auch volkswirtschaftlich unvernünftig, Arbeitslosigkeit zu finanzieren anstatt die Menschen wieder ins Erwerbsleben zu integrieren", erklärt die Arbeitsmarktreferentin.

Völlig unverständlich sind für Schaunig auch die Sparpläne bei den Lehrwerkstätten: "Die Wirtschaft spricht von einem Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren verschärfen wird, aber anstatt die ausgezeichnete Fachkräfte-Ausbildung in den Lehrwerkstätten auszubauen und damit in die Zukunft der Jugend und des Landes zu investieren, will die Bundesregierung genau hier den Sparstift ansetzen?" Kärnten gehe einen völlig anderen Weg. Derzeit gibt es 35 betriebliche und acht zwischenbetriebliche Lehrwerkstätten in Kärnten, die vom Land (mit)-finanziert werden. In diesen Lehrwerkstätten werden jährlich mehr als 1000 Lehrlinge zu wertvollen Fachkräften für die Kärntner Wirtschaft ausgebildet. "Wir wollen das Angebot der Lehrwerkstätten ausbauen. Konkret in Vorbereitung ist die Einrichtung einer neuen Lehrwerkstätte im Lavanttal", berichtet Schaunig. Bestehende Lehrwerkstätten werden regelmäßig bei der Anschaffung von neuen Maschinen unterstützt, um eine Ausbildung auf aktuellstem Stand zu gewährleisten.

"Ich kann nur eindringlich an die Bundesregierung appellieren, von diesem Kurs abzugehen", sagt die Arbeitsmarkreferentin. Dem AMS wurden die Sparpläne zwar bereits vorgelegt, "aber ich hoffe noch auf ein Umdenken in der Bundesregierung. Eine derart massiver Einschnitt gerade im sensiblen Arbeitsmarktbereich dient vielleicht kurzfristig der Budgetkosmetik, wird uns alle aber langfristig teuer zu stehen kommen."



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Stirn