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POLITIK

Rauchen: Bundesregierung muss ihrer Verantwortung gerecht werden

28.02.2018
Gesundheitsreferentin LHStv.in Prettner appelliert an Bundesregierung, Proteste der Bevölkerung und Warnungen der Gesundheitsexperten ernst zu nehmen - 13.000 Tote jedes Jahr seien Auftrag genug


Klagenfurt (LPD). "Unbeirrt vom Don‘t Smoke-Volksbegehren, unbeirrt vom Protest der Bevölkerung und unbeirrt aller Warnungen von Ärzten hebelt die Bundesregierung das bereits beschlossene Rauchverbotsgesetz aus", übte heute, Mittwoch, Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner Kritik. Enttäuscht, "um nicht zu sagen fassungslos", ist Prettner über die Tatsache, dass die Regierung mit ihrem heutigen Initiativantrag im Nationalrat sogar ein Begutachtungsverfahren, wie es bei jedem Gesetz üblich ist, ausgebremst hat. "Demokratiepolitische Meinungsfindung sieht anders aus."

Bekanntlich sollte österreichweit mit 1. Mai das absolute Rauchverbot in Lokalen - nach dreijähriger Übergangsfrist - umgesetzt werden. "Das überfallsartige Aus für das Rauchverbot ist ein fatales Signal. Politik hat Verantwortung zu übernehmen - in diesem Fall heißt die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Österreich nicht der Aschenbecher Europas bleibt. Verantwortung heißt auch, mitzuhelfen, die durch das Rauchen verursachten Todesfälle zu verringern", sagt Prettner. Es gebe keinen einzigen Gesundheitsexperten, der nicht bestätigen würde, dass jährlich rund 13.000 Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen seien. "13.000 Menschen entsprechen in etwa der Einwohnerzahl der Stadt Spittal an der Drau", zieht die Gesundheitsreferentin einen Vergleich, "um die Dimensionen endlich zu verstehen." Die Politik könnte und müsse alles dazu beitragen, dass diesem Wahnsinn der Kampf angesagt werde, ist sie überzeugt.

Das von der Bundespolitik eingebracht Argument der Wahlfreiheit findet Prettner in diesem Zusammenhang "mehr als zynisch": "Wenn man weiß, wie schwer es ist, von einer Sucht wegzukommen, und wenn man weiß, wie viele Menschen sich wünschen würden, nie mit dem Rauchen begonnen zu haben, dann hat sich das Argument Wahlfreiheit aber auch schon entzaubert." Nicht zu reden sei von jenen Passivrauchern, die überhaupt keine Wahl hätten.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm